Cordula und ich saßen in der Silvesternacht noch bis 2.00 da, haben ein paar Kleinigkeiten gepackt und die Flasche alkoholfreien Sekt geleert. Um 7.00 hat uns der Wecker aus dem Schlaf gerissen. Lorena und Samuel haben noch gut 10 min länger geschlafen. Wir packen fertig, schmieren uns ein paar Brote für unterwegs und räumen wie geplant um 9.00 die Bude. Pünktlich um 9.15 kommt das gebuchte Taxi und bringt uns für 25 AUD zum Flughafen. Dort ziehen wir uns für den Flug um und geben das Gepäck auf. Das ist schon einmal eine große Erleichterung. Unser Handgepäck ist dank 20 Windeln und etlicher Quetschies immer noch üppig. Nachdem alles so glatt lief, haben wir nach dem Security Check immer noch über zwei Stunden Zeit bis zum Abflug um 12.00. Die über 3.30 h Flug bis Melbourne verlaufen völlig unproblematisch. Samuel und Lorena schlafen fast zwei Stunden. Zwischendurch sieht man am Horizont hohe Rauchwolken von den Buschfeuern. Nach einer Extrarunde landen wir mit etwas Verspätung in Melbourne. Macht aber nichts, da wir dort sechs Stunden Aufenthalt in fast eisiger Kälte haben. Die Kinder-Spiel-Area ist leider geschlossen. Wir suchen und finden einen ruhigen Platz in der Sonne, wo Lorena zwischen den Stühlen des Wartebereichs joggt („dotzt“), rennt und Fangen mit mir spielt. Um 22.30 Ortszeit geht es mit dem A380 weiter nach Dubai. 14 Stunden. Glücklicherweise zickt Lorena nicht so rum wie beim Hinflug und schläft wirklich viel, obwohl wir sie nach dem Essen vom Boden rauf auf ihren Sitzplatz setzen müssen. Samuel schläft auch gut, meldet sich aber mehrmals, weil er offensichtlich Zahnschmerzen hat. Vielleicht läuft es so wie beim Hinflug und er hat plötzlich ein weiteres Zähnchen. Im Flugzeug war es übrigens noch kälter als am Flughafen in Melbourne. Um 5.40 Ortszeit kommen wir in Dubai an. Dort gehen wir zuerst durch den Security Check und dann zum Gate. Drei Stunden später sitzen wir wieder im Flieger und heben mit etwas Verspätung um kurz vor 9.00 ab. Im Flugzeug dauert es eine Weile bis wir unser „bassinet“ bekommen, in das wir den bereits schlafenden Samuel verfrachten. Insgesamt schläft er fast zwei Stunden und ist dann wieder supergut drauf. Kurz bevor er aufwacht, schläft Lorena ein. Der letzte Flug vergeht auch wie im Flug und wir landen fast pünktlich in München. Dort warten wir eine halbe Ewigkeit auf unser Gepäck. Irgendwann ist es dann doch da und wir schnallen es auf einen Gepäckwagen. Mit dem fahren wir raus und werden nach dem Zoll von Benni, Luise, Josephine und Victoria empfangen. Was für eine tolle Überraschung! Wir quatschen kurz und dann fahrich mit dem Shuttle zumgeparkten Auto. Dort läuft alles halbwegs glatt. Unser Auto war so zugeparkt, dass ich mehr als 10-mal hin- und herrangieren musste, bis ich endlich aus der Lücke draußen war. Schnell noch ein paar Liter tanken und dann ab zum Flughafen. Dort muss es schnell gehen, damit wir innerhalb von 10 Minuten den kostenlosen Parkbereich wieder verlassen können. Wir schaffen es in sieben Minuten. Um kurz vor 16:00 sind wir wieder zu Hause. Wahnsinn, dass wirklich alles so gut gelaufen ist und wir wieder alle gesund daheim sind. Hoffentlich werden wir hier nicht krank, denn beim Anlaufen aus dem Urlaubsmodus ist die Heizung ausgefallen. Wir haben im Haus nur 15 °C. In der Nacht wird es kaum wärmer. Die erste Nacht daheim läuft also witzigerweise genauso wie die erste Nacht im Camper: eisig.
Tag 35 – 30.12.2019 – Cairns (Camperrückgabe)
Heute haben wir viel vor: 10.00 auschecken, 14.00 im Wake Up @ The Esplanade MK5 einchecken, 15.00 Camper abgeben. Bis auf den ersten Punkt, halten wir die Zeiten ganz gut ein. Wir verlassen den Campingplatz um 10.45 und stellen den Camper 800 m weiter östlich vor der neuen Unterkunft (die wir ja blöderweise nicht einfach um zwei Tage verlängern konnten) ab. Während Lorena und Samuel ihren Fahrschlaf machen, packen wir die Taschen und Rucksäcke, damit wir innerhalb von einer Stunde den Camper leerräumen und abgeben können, denn in die Wohnung kommen wir erst um 14.00 und das Büro von Britz hat nur bis 15.30 geöffnet. Interessant wird es um kurz nach 11.00, als die Putzfrau die Wohnung verlässt und absperrt, denn keine 20 min später kommt eine dreiköpfige Familie und sperrt die Tür zur Wohnung auf. Komisch, denn Check-Out-Zeit ist „strictly“ 10.00 und die Wohnung wurde ja bereits für uns gereinigt. Wir überlegen, was wir unternehmen sollen und machen nichts. Erstmal abwarten, wie die Wohnung aussieht. Um 12.30 sind wir fertig mit der Packerei. Also bleibt noch eine Stunde Zeit für den Spielplatz vorne am Strand. Während Cordula mit Lorena rumklettert und rutscht, füttere ich Samuel. Um 13.45 gehen wir zurück zum Wohnmobil und betreten pünktlichst um 14.00 die Wohnung. Scheinbar war in der Zwischenzeit jemand hier und hat das Zahlenschloss für uns eingestellt. Nach kurzen Problemen bekommen wir die Tür doch noch auf. Dann muss es ganz schnell gehen. Cordula kümmert sich um Samuel und Lorena und ich trage unser „komplettes Leben der letzten fünf Wochen“ aus dem Camper in die Wohnung, die im Übrigen sauber ist. Wir bleiben dabei, nichts zu unternehmen. Nach 20 min ist das Wohnmobil leer. Wir haben also noch Zeit für einen kleinen Snack und um die Kinder zu wickeln. Um Punkt 15.00 fahren wir los zum Britz-Office. Dort werden wir bereits von einer supernetten und megafröhlichen Dame erwartet und begrüßt. Wahrscheinlich freut sie sich so, weil sie nach uns Dienstschluss hat. 5305 km bzw. 77:44 h lang hat uns das Britz-Mobil treue Dienste geleistet. Die Rückgabe geht ganz schnell. Nach nicht einmal 15 min sind wir mit allem durch und laufen zur Bushaltestelle. Wir fahren direkt in die Stadt und gehen an der wunderschön angelegten Uferpromenade zur Esplanade Lagoon, einem kostenlosen öffentlichen Schwimmbad direkt am Meer. Mit Sandstrand. Und Palmen. Und Bademeister. Und Duschen. Und Asiaten. Einfach herrlich. Wir bleiben bis kurz nach 18.00 und gehen dann die Esplanade entlang auf der Suche nach Nahrung. Nach kurzem Hin und Her entscheiden wir uns für den „Grill’d“ und essen leckere Burger mit Zucchini-Chips. Die Zucchini-Chips sind eigentlich für Lorena vorgesehen, aber ihr schmeckt nur die Panade – schade. Uns schmeckt alles total gut. Lorena benimmt sich insgesamt sehr daneben und schreit viel und laut. Weil sie danach aber ganz lieb und süß ist und sich sogar entschuldigt, bekommt sie von uns ein paar Löffel Eis, das wir im Devine Gelato essen. Der Zucker darin verpasst ihr wohl so einen Energieschub, dass sie von dort den kompletten Weg bis nach Hause (2,0 km) selber läuft, bzw. rennt bzw. joggt. Sie hat richtig gute Laune und scheinbar Energie ohne Ende. Um 22.00 sind wir in der Wohnung. Bis Lorena schläft ist es 22.45. Wir gehen eine gute Stunde später ins Bett.
Tag 36 – 31.12.2019 – Cairns
Lorena ist bereits um 6.00 wach. Puh, das ist hart für Cordula und mich. Für mich mindestens genauso hart wie das Bettgestell der Klappcouch, das sich durch die durchgelegene Matratze wohl auf meinem Rücken abzeichnet. Knapp 20 min kann ich sie noch ruhig halten, aber als sie ihr Milch fordert, ist es mit der Ruhe vorbei. Samuel weckt sie damit ebenfalls. Na gut, dann haben wir halt mehr Zeit zum Koffer packen. Gemütlich leeren wir die im Wohnmobil am Vortag planlos gepackten Taschen und Rucksäcke aus, um sie anschließend geordnet wieder zu befüllen. Nebenbei machen wir die Mangos, die ich drei Tage vorher am Beachcomber Campingplatz vom Boden aufgesammelt habe. Während wir mit dem Gepäck beschäftigt sind, hat Lorena viel zu tun: Musik hören, tanzen, aufräumen, auf Kissen reiten, Sachen wegschmeißen,… Schön, wie sie sich alleine beschäftigen kann ohne uns zu stören. Mit ihren Schlafenszeiten wechseln sich Samuel und Lorena heute dummerweise ab. Als Lorena gegen 13.00 sehr müde wird, wacht Samuel gerade bei mir in der Trage auf. Cordula geht mit Lorena im Kinderwagen eine kurze Runde spazieren. Lorena schläft sofort ein. Währenddessen füttere ich Samuel. Lorena schläft bis nach 16.00 und lässt sich nur unsanft wecken. In der Zwischenzeit haben wir so gut wie fertig gepackt und hab ich mich rasiert und geduscht. Nachdem wir Lorena geweckt haben, ist sie 15 min lang ungenießbar, danach aber ganz süß. Wir packen den Kinderwagen und machen uns auf den Weg in die Innenstadt. An der Strandpromenade haben die ersten Familien jetzt schon ihre Base aufgebaut mit riesigen Kühlboxen und reichlich Tupperschüsseln. Die Atmosphäre ist jetzt schon toll, obwohl das Feuerwerk erst in vier Stunden ist. Vorbei an der Esplanade Lagoon und dem Weihnachtsbaum gehen wir in den Fogarty Park. Hier spielt auf einer Bühne eine Band, es gibt eine Sackrutsche, ein großes Schaukelschiff, eine Hüpfburg und ein paar Essensstände. Lorena will in die Hüpfburg und legt dort auf einer kleinen Rutsche einen unfreiwilligen Stunt hin, nachdem sie beobachtet hat, wie andere Kinder hier runter“rutschen“, oder besser: runterspringen. Anschließend schlendern wir essenssuchend die Esplanade entlang und landen wieder beim „Grill’d“ und essen wieder superleckere Burger (Cordula einen Summer Sunset, ich einen Chili Addict und für alle einen Chips-Mix aus Süßkartoffel Pommes, normalen Pommes und Zucchini-Chips). Am Ende sind wir etwas unter Zeitdruck, weil um 21.00 das Family-Feuerwerk stattfindet. Wir geben Gas und haben sogar noch Zeit für ein Eis. Das ist zwar lecker, aber angesichts der Temperaturen von immer noch knapp 30 °C fließt es uns die Waffel runter über die Finger. Schade um jeden Tropfen der auf dem Boden und nicht als Eis in unserem Mund landet. Dafür haben wir Glück mit dem Platz für das Feuerwerk. Wir stehen ziemlich mittig mit freier Sicht nach links und rechts. Um kurz nach 21.00 geht es los. Lorena schaut kurz raus aus dem Kinderwagen, ist aber genervt von der Lautstärke. Sie schreit nicht, versteckt sich aber im Kinderwagen und will auch nicht noch einmal rausschauen. Samuel hingegen bekommt gar nichts mit. Er verpennt das komplette Feuerwerk, das mit einem wirklich lauten Finale endet. Gemütlich schlendern wir zurück zur Wohnung, wo wir um 22.00 ankommen. Wir duschen die Kinder noch, machen sie bettfertig und bereiten uns für den Jahrzehntswechsel vor. Samuel schläft um 22.45, Lorena gut 20 min später. Cordula spült zwei Sektgläser und ich schreibe ein paar Zeilen Blog. Um 23.45 gehen wir die ca. 200 m bis zum Strand. Hier finden wir sofort einen Platz an einem Steg mit schönem Blick auf die langgezogene Bucht. Um 0.00 startet wieder das Feuerwerk, das wir dieses Mal aus einem ganz anderen Blickwinkel und natürlich viel größerer Entfernung sehen. Gutes neues Jahr euch und uns allen! Wir stoßen mit alkoholfreiem Sekt an und gehen wieder zurück in die Wohnung, wo Samuel und Lorena immer noch gut und tief schlafen. Wir machen die Flasche noch leer, Cordula schaut sich noch einmal die Luftqualität an und ich schreibe den vorletzten Blogbeitrag. So schnell sind fünf Wochen vorbei…
