Tag 21, 12.07.2018, von Kongsvik nach Bodø

Nach einer etwas längeren Unterbrechung in der Nacht schläft Lorena bis kurz vor 8:00. Wir spielen mit ihr im Bett und sie ist megagut drauf. Sie sagt nach Aufforderung sogar ganz bewusst „Mama“ und „Papa“. Der Tag beginnt ja schonmal vielversprechend. Dann stehen wir auf, machen uns fertig und frühstücken in der Garage mit Blick auf’s Meer. Eigentlich ganz schön, aber es ist richtig kalt. Kälter ist es nur in unserer Kühlbox, die die ganze Nacht durchlief und so die Bananen gefroren hat. Noch schnell abspülen und um 11:00 fahren wir los nach Moskenes. Das Navi sagt: Ankunftszeit 15:16. Da die Fähre in Moskenes um 18:00 ablegt und wir am Vorabend um 22:40 nicht mehr buchen konnten, sollten wir spätestens um 17:15 in Moskenes sein. Das bedeutet, dass wir zwei Stunden Zeit für Sightseeing und Füttering haben – sportlich, aber machbar. Nachdem Lorena im Auto super schläft, fahren wir über zwei Stunden bis wir um 13:15 Henningsvær, ein altes Fischerdorf, erreichen. Wir finden schnell einen Parkplatz und laufen durch den kleinen Ort. Wir kommen aber nicht weit, weil wir ein Café sehen, in dem wir Lorena ihren Mittagsbrei füttern. Cooles Künstler-Café mit Blick auf’s Meer. Hier lässt es sich aushalten. Wir genießen die Atmosphäre, unseren Cappuccino und die Pikekyss (=Mädchenkuss, ein Schaumgebäck). Anschließend laufen wir noch etwas weiter in den Ort, drehen kurz vor dem Ende um und versuchen beim Rückweg vergeblich einen Alternativweg direkt am Hafen zu finden. Kinderwagen wieder rein ins Auto und wir geht die Fahrt, die hinter Wohnwägen/-mobilen und Leihwagen teilweise lustig langsam verläuft. Auf der Weiterfahrt biegen wir ab von der E10 auf eine kaum von Schleichern befahrene Straße, die wunderschön direkt an der sonnigen Südküste entlang führt. Danach geht es wieder für ein paar Kilometer an der wolkenverhangenen Nordküste weiter, bis wir um 16:15 Nusfjord erreichen. Da das Navi noch knapp 45 min bis zur Fähre nach Moskenes angibt, dürfen wir uns in diesem Fischerdorf, das zum UNESCO-Welterbe zählt, nicht lange aufhalten. Wir tun es trotzdem, weil es einfach so schön ist und man alleine hier 1000 Kalenderfotos schießen könnte. Ein Traum. Es ist kurz nach 17:00 bis wir weiterfahren und das Navi eine Ankunftszeit von 17:48 vorhersagt. Das könnte verdammt eng werden, wenn man z.B. nur bis 17:45 auf die um 18:00 ablegende Fähre könnte oder wenn man – wie wir – ein lahmes Taxi, ein lahmes rotes Auto,… vor sich hat. Ich fahr wir ein Henker, aber es wird aufgrund von Ampeln vor einspurigen Abschnitten 17:53 bis wir am Fährhafen ankommen. Als wir die Fähre mit offener Klappe sehen, sind wir froh, als wir kurz danach die fünf Auto-/Wohnmobilschlangen sehen überhaupt nicht mehr. Wir rufen uns zwar ein, denken aber nicht, dass wir noch mitkommen. Die Hoffnung wird jedoch größer, als wir merken, dass noch gar kein Fahrzeug auf die Fähre gefahren ist. Wir warten also, bis auch ein paar Fahrzeuge etwas tut. PKW werden zwischen Wohnmobilen rausrangiert und dürfen auf die Fähre. Vielleicht haben wir Glück und es sind zu viele Wohnmobile. Dann geht alles ganz schnell. Für den Kassierer wohl zu schnell. Ruckzuck wird einer nach dem anderen aus unserer Spur reingewunken und als ich mit der Kreditkarte wedeln will, werden wir auch weitergewunken. Vielleicht muss man an Bord bezahlen… Wir stellen das Auto ab, packen noch schnell ein paar Sachen und sind aber etwas zu spät im Salon und finden erst keinen Platz. Dann rutscht ein Pärchen (sie Skilehrerin aus Kanaustraleden, er Franzose) etwas zusammen und Cordula kann auf einen „Sessel“. Lorena freundet sich gleich mit beiden an, die sich danach ein bisschen um die kümmern. Es wird eine sehr kurzweilige, mehr als vierstündige Überfahrt nach Bodø. Kurz vor der Ankunft schläft Lorena im Ikea-Stuhl ein. Oder doch nicht? Doch! Oder nicht? Es sind sehr spaßige Minuten, wie sie gegen den Schlaf und gegen eine ungemütliche Position kämpft und letzten Endes verliert. Anstatt um planmäßig 21:10 legen wir erst um 22:45 an. Bezahlt haben wir noch immer nicht. Werden wir auch nicht mehr, den nach 500m Fahrt sind wir bereits an unserer Unterkunft, der Jugendherberge. Wir checken ein, machen Lorena bettfertig und freuen uns noch einmal über diesen traumhaft schönen Tag und dass wir für die Fähre nichts bezahlen mussten. 120€ gespart.

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