Tag 17, 08.07.2018, von Ivalo zum Nordkapp

Lorena war kurz vor 5:00 „etwas“ unruhig. Wir haben sie zu uns ins zusammengeschobene Doppelbett geholt und sie ist um 6:15 wieder eingeschlafen. Meine Nacht war etwas unruhig, weil ich damit beschäftigt war Stechmücken im Dunkeln zu erschlagen und von Lorena fernzuhalten. Das funktioniert so gut, dass sie bis nach 9:00 schläft. Wir packen alles zusammen, checken aus und frühstücken im Gemeinschaftsraum. Abfahrt ist um kurz vor 13:00. Bereits nach gut 30 Minuten machen wir am Inarisee einen Fotostopp, weil es einfach wunderschön hier ist. Weiter geht die entspannte Fahrt durch Lappland, bis wir um 15:30, nachdem wir noch einmal in Finnland vollgetankt (1,63€/l) haben, die Grenze zu Norwegen erreichen. Wir stehen das Auto an und knipsen einige Bilder auf der Brücke über den Grenzfluss und springen so zwischen zwei Ländern und zwei Zeitzonen hin und her. Die Weiterfahrt in Norwegen verläuft nicht mehr ganz so entspannt, da die Strecke deutlich kurviger wird. An einem schön oberhalb eines Flusses gelegenen Rastplatz bekommt Lorena ihren Nachmittagsbrei. Die vielen Mücken nerven allerdings. Auf der Weiterfahrt suchen wir uns ein Quartier zwischen Honningsvåg und dem Nordkapp und überlegen uns, dass wir aufgrund des tollen Wetters heute noch ans Nordkapp fahren. Wunderschön schlängelt sich die Straße entlang eines Fjordes. Durch den fast 7km langen Nordkapptunnel kommen wir nach Honningsvåg und kurz darauf zu unserer Unterkunft Nordkapp Camping, wo man nichts weiß von unserer Booking-Buchung. Cordula ist eben so flott gefahren, dass wir noch vor unserer Buchung ankamen. Glücklicherweise geht alles gut und wir bekommen ein Zimmer mit geteiltem Doppelbett und eigenem Bad. Die Zimmer sind in Containern und irgendwie fühlt man sich wie auf einer Expedition. Wir sind total zufrieden und auch der Preis von 710 NOK (etwa 75€) ist angesichts der Lage voll okay. Bis zum Nordkapp sind es nämlich nur noch 28 km und nach dem Abendessen Augen wir um 21:00 ins Auto und nehmen diese Strecke auf uns. Wir haben ein wenig Zweifel, wie Lorena diesen Tag verkraften wird, weil sie im Auto so viel geschlafen hat. Aber es sollte auch zeigen, dass sie auch das super wegsteckt. Wir kommen um 21:30 am Nordkappplateau an, kaufen die Tickets (275 NOK p.P.) und parken das Auto auf einem Schotterparkplatz in einer Herde von Wohnmobilen und -wagen. Bei ca. 13° laufen wir mit Lorena im Kinderwagen rum, machen Bilder von der stilisierten Erde vor der eben nicht untergehenden Sonne. Die Stimmung ist ganz besonders. Es kommt einem so unwirklich vor bei hellem Tageslicht um kurz vor 23:00 hier zu sein, bei 71°50’21“ nördlicher Breite. Nachdem wir umgeben von deutschen Reisegruppen etliche Fotos gemacht haben, schauen wir uns den 120°-Film an und gehen in die Grotte, entlang der besondere Ereignisse am Nordkapp geschildert werden. Um kurz vor 0:00 geben wir wieder raus und sind überrascht, wie viele Menschen jetzt hier stehen und darauf warten, wie der Zeuge von 23:59 auf 0:00 springt, um zu sehen wie nichts passiert. Die Sonne geht ja nicht unter. Außerdem erreicht sie ihren tiefsten Stand erst um 0:17. Einige Leute stoßen mit einem Glas Sekt an, andere mit Schnaps. Dann sammeln die Busfahrer ihre großen wieder ein und es wird schnell leerer. Wir stellen noch einmal das Bild vor der Oskar-Säule nach, das Mami und Papi 1979 von mir am gleichen Ort gemacht haben. Dann geht es – immer noch bei Sonnenschein – zurück in die Unterkunft, wo wir müde um 1:10 ankommen. Wir bringen Lorena ins Bett und schlafen selbst auch schnell ein.

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