Um kurz nach 8.00 ist die Nacht vorbei und alle haben gut geschlafen. Wir kommen um kurz vor 10.30 los und legen bereits nach ein paar Kilometern den ersten Stopp bei Loch Ard Gorge ein. Hier ist mal ein britisches Segelschiff Ende des 18. Jahrhunderts gestrandet. Davon sieht man natürlich nichts mehr. Was man sieht sind wieder tolle Felsformationen in der tosenden Brandung. Am Ende des einen Trails hat man einen wunderbaren Blick auf einen Felsen, der wie ein Schiff in den Wellen steht. Beim anderen Trail kann man über eine Treppe zu einem Sandstrand in einer Bucht laufen. Von hier unten bekommt man einen ganz anderen Eindruck als zuvor immer nur von oben. Die hohen Felswände neben einem und der wilde Pazifik vor einem wirken fast etwas bedrohlich. Aber gefährlich kann es hier gar nicht sein, denn es wimmelt von Asiaten, die busseweise (von Melbourne) hierher gekarrt werden. Noch mehr davon gibt es am wohl bekanntesten Lookout, den Twelve Apostels. Allerdings ist nach den ganzen Eindrücken der vorangegangenen Stopps dieser her am wenigsten spektakulär. Erstens sind es gar nicht (mehr!?) zwölf Felsen, die dem Meer trotzen, zweitens ist hier viel mehr los, drittens waren die Stopps bei „The Grotto“ und „The Islands“ aufregender, weil man irgendwie näher dran war. Folglich sind wir hier relativ flott fertig, machen aber anschließend noch Brotzeit im Camper. Samuel isst heute locker ein halbes Glas Kürbisbrei und Lorena isst Käse, Brot mit Frischkäse und einen Frucht-Getreide-Riegel bei bester Laune. Um kurz vor 14.30 geht es weiter. Gleich 2 km nach der Abfahrt erreichen wir den finalen Lookout der Great Ocean Road, den wir uns hätten schenken können. Die weitere Fahrt geht kurvenreich durch abwechslungsreiche Landschaften: Weideland, Eukalyptusbäume, Regenwald und noch einmal der Pazifik. Obwohl kein Warnschild am Straßenrand stand, haben wir das Glück, dass ein Koalabär tapsig über die Straße läuft und direkt neben unserem Camper vorbeitorkelt. Sehr süß! Um 16.00 erreichen wir Apollo Bay, eine charmante Klein(st)stadt, die aus einem Supermarkt, zahlreichen Bars, Cafes und Restaurants sowie etlichen Unterkünften besteht. Angesichts der Tatsache, dass Samuel wach und unzufrieden ist, werfen wir unsere Planung, weiterzufahren über den Haufen und checken im Big4-Campingplatz ein, der mit 44$ der bisher teuerste ist. Hier zahlt man halt die Lage mit. Wir stellen aber den Camper gar nicht ab, sondern fahren gleich wieder in die Stadt, wo wir das nötigste im Supermarkt kaufen und anschließend Essen gehen bei George’s. Die Seafood-Platte für 2 ist zwar groß, besteht aber leider ausschließlich aus Frittiertem: Flake (?), Calamari, Jakobsmuschel, Shrimps, Surimi – alles paniert und frittiert. Dazu: Pommes und Salat (der nicht frittiert war). Mit 40$ waren wir dabei. Nicht gerade ein Schnäppchen. Um 18.15 sind wir zurück am Campingplatz, stellen das Wohnmobil ab, verbinden uns mit Strom und miserablem Internet und gönnen Lorena noch eine Stunde auf dem Spielplatz. Dieser ist zwar echt schön angelegt allerdings eher für Kinder ab vier Jahren geeignet. Die Wasserspielzeuge laden bei kaltem Wind und 15° auch nicht gerade zum planschen ein. Samuel ist um 20.00 hundemüde und schläft kurz danach ein. Lorena müsste eigentlich auch total am Ende sein, hat heute aber schier endlose Energie und ist bis zum Schluss gut drauf. Wann Schluss war, kann ich allerdings nicht sagen, da ich um 21.00 zum spülen, rasieren und duschen gegangen bin, während Cordula sich zu ihr gelegt hat und um 21.45 immer noch bei ihr liegt und schläft. Sehr süß, die beiden!
