Lorena hat zwar fast durchgeschlafen, aber sie ist schon um 6.30 wach und weckt mich, indem sie mir sanft ins Gesicht fasst. Sie ist supergut drauf und erzählt und singt und … An Schlaf ist jedoch leider nicht mehr zu denken. Sie hat leicht erhöhte Temperatur (38,4°C) und Schlaf würde ihr wirklich guttun. Das kann ja wieder ein Tag mit ihr werden… Samuel war etwas unruhig in der Nacht. Wir kommen nach dem Morgenprogramm wie erhofft um 10:30 los und steuern nach 10 km Fahrt Little Sahara an. Nach der kurzen Zufahrt über eine Schotterpiste stellen wir den Camper ab, laden Samuel in die Trage und Lorena in die Kraxe und stapfen los durch den Sand zum „Visitor Centre“ oder besser: Activity Centre. Man kann hier Quads mieten, Sandboarden oder wie wir: einfach nur kostenlos die Sanddünen hochlaufen. Wir bezahlen lediglich mit unseren Daten. E-Mail-Adressen angeben, Schuhe ausziehen und ab in den feinen Sand. Völlig bizarr, dass hier einfach so an einem einizgen Fleck auf der Insel hohe Sanddünen „rumstehen“. Da es in der Früh geregnet hatte, ist der Sand zum Glück etwas fester, was das Laufen deutlich erleichtert. Oben angekommen haben wir einen tollen Ausblick auf die Insel und die umliegenden Sanddünen. Nach einigen Fotos gehen wir wieder zurück zum Camper und starten Richtung Fähre. Laut Navi sind wir total im Zeitplan: Ankunftszeit an der Fähre 12.57. Uns hüpft zum Glück kein Känguru vor den Kühler und so kommen wir tatsächlich um 12.57 am Fährterminal an. Um 13.00 sollten wir hier sein, da um 13.30 die Fähre geht. Das lief ja mal glatt. Die Überfahrt ist unruhiger als die Hinfahrt und Lorena klagt über Bauchschmerzen. Sie ist außerdem ganz bleich, sodass ich mit ihr raus an die frische Luft gehe. Sie schläft kurz in meinem Arm ein und danch geht es ihr besser. Kurz vor der Ankunft wollen wir zu unserem Camper und stehen vor einem großen, stinkenden Problem: dem Schaflaster neben uns. Die Schafe pissen und kacken die ganze Zeit aus dem Laster und wir haben Angst, dass sie uns erwischen, wenn wir in den Camper steigen. Wir finden dann Wege, um auf der anderen Seite einzusteigen. Alles was bleibt, ist noch ein paar Minuten Schafgestank in der Nase. Das erste Ziel nach der Ankunft in Cape Jervis muss nun eine Tankstelle sein. Die rasante Fahrt auf Kangaroo Island hat reichlich Sprit gefressen und so sind wir nur auf Reserve an der Fähre angekommen. Der Reichweitenanzeiger weigert sich bereits einen Wert anzuzeigen. Dummerweise ist an der ersten Tankstelle in Cape Jervis die Dieselzapfsäule „Out of order“. Bis zur nächsten Tankstelle sind es 10 km. Die meisten davon bergauf. Wir schaffen es bis dorthin und sind froh, dass es auch noch Diesel gibt. 72 l fließen durch den Zapfhahn. Die Tankstelle sieht zwar nicht so aus, aber wir können hier tatsächlich mit Kreditkarte bezahlen. Die Fahrt geht ohne besondere Höhepunkte weiter bis Port Elliot, wo wir um 15.30 in einem großen Big4-Campingplatz einchecken. Einfach nur perfekt. Wir können den Platz fast frei wählen, es gibt einen Spielplatz, Waschmaschinen und eine Küche. Während sich Cordula um die Wäsche kümmert, bin ich mit Lorena auf dem Spielplatz. Sie hat richtig Spaß daran, sich mal wieder auszutoben. Überhaupt war sie heute den ganzen Tag supergut drauf. Zu essen gibt es heute Chili-Wraps. Anschließend werden Lorena und Samuel noch geduscht. Lorena ist um 20.15 im Bett, Samuel erst um kurz vor 21.00. Wir mussten ihn noch spülen. Die Wunde sieht super aus. Aber er hat immer noch ganz rote Bäckchen vom Spaziergang zu den Remarkable Rocks. Vielleicht schieben wieder Zähne, denn er kaut ganz heftig auf allem, was er finden kann und er schreit manchmal scheinbar grundlos auf. Bis jetzt – 23.10 – verläuft die Nacht aber ganz gut.
