Tag 05 – 30.11.2019 – Von Kingscote nach Flinders Chase NP

Das war eine richtig kalte Nacht. Zum Glück wärmen die Decken im Camper sehr gut. Lorena hatte nachts einen ca. halbstündigen Aussetzer, bei dem sie nicht weiß, was sie will, aber sie weiß, dass ihr alles nicht passt. „Zudecken!“ Ich decke sie zu. „Nein, nein! Andere Decke!“ Ich decke sie auf und nehme die andere Decke. „Nein, nein! Andere.“ „Es gibt keine andere.“ „Andere!“ So und so ähnlich ging es etwa eine halbe Stunde bis sie wieder eingeschlafen ist. In der Früh, als es hell wurde, das selbe Spielchen nochmal. Am Ende sind Lorena und ich dann aber erst kurz vor 9.30 aufgewacht. Da telefonierte Cordula bereits mit einer Frau von Britz und ließ sich erklären, was sie zu tun habe, um den Strom zu testen. Ich bin in die Unterhaltung mit eingestiegen und irgendwann bei der Schritt-für-Schritt-Anleitung kamen wir zur Sicherung. „Na endlich!“, dachte ich, weil wir ja bereits wussten, dass es an der Sicherung liegt, dass wir keinen Strom haben. Als die nette Frau dann erklärte, was zu tun sei, kam ich mir reichlich blöd vor: ich hätte die Sicherung nur noch einen Klick weiter nach unten schieben müssen, um sie dann wieder reinzumachen. Kannte ich so leider nicht. Also Sicherung rein, Wasserkocher testen und ja, er war der Übeltäter: die Sicherung fliegt direkt wieder raus. Bis wir abfahrbereit sind, ist kurz nach 11.00. Glücklicherweise durften wir eine Stunde verlängern und mussten nicht bereits um 10.00 auschecken. Wir fahren knapp 20 min und bleiben an der Gabelung hinter Cygnet River auf einem Parkplatz stehen um zu frühstücken. Lorena tickt phasenweise wieder komplett aus. Sie nimmt dann nichts von uns an und alles was wir versuchen (auch wenn wir nichts versuchen) ist falsch und sie schreit total schrill. Hoffentlich kann sie den fehlenden Schlaf bald nachholen. Nach unserer Pause fahren wir über Parndana zum Flinders Chase National Park. Beide Kinder schlafen bis dahin, aber leider war das wieder nur eine gute Stunde. Lorena ist dementsprechend schlecht drauf, als sie aufwacht. Samuel hingegen grinst die ganze Zeit und hat sichtlich Spaß. Auch seine anfängliche Abneigung gegen den ungewohnten Kindersitz hat er abgelegt. Immerhin steigt Lorenas Laune kurz nach dem Aussteigen, denn 10 m vor unserem Camper hüpfen Kängurus durch’s Gebüsch und bleiben in unserer Nähe stehen. Lorena freut sich voll. Nachdem die Kängurus weitergehüpft sind, gehen wir Richtung National Park Center und bleiben keine 50 m später schon wieder stehen, weil wir Koalas in den Astgabeln der Eukalyptusbäume sehen. Die sehen wirklich sehr knuddelig aus. Im Center kaufen wir unsere Tickets und buchen Platz 20 auf dem Rocky River Campsite. Nach einem kurzen Rundgang durch das Visitor Center steuern wir unseren Platz an und sind – bis auf die Schräge – total happy. Der Platz ist zwar ohne Strom, aber mitten in der Natur und mit tollen Sanitäranlagen. Wir richten uns ein, spülen ab, kochen und genießen den Abend am „Wohnzimmertisch“ mit feinen Spinat-Ricotta-Ravioli an Champignon-Jus. Heute schaffen wir es endlich früher ins Bett. Lorena und Samuel liegen um kurz vor 20.30 in der Kiste. Während ich mich mal wieder rasiere und dusche, kümmert sich Cordula um die sozialen Kontakte, die Bilder und den Whatsapp-Blog. Um 22.00 gehen bei uns auch die Lichter aus.

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