Es ist Sonntag und wir stehen früh auf, da wir uns um einen Nachtbus nach Mandalay kümmern müssen. Die erste Anlaufstelle ist eine Pleite, weil uns die Kassiererin im Tante-Emma-Laden nicht versteht und nur „No.“ antworten kann. Ein paar hundert Meter weiter, rund ums Stadion, sind zum Glück einige Agenturen, die um 8:30 schon offen haben und wir buchen auf Empfehlung aus einem Blog einen „VIP-Bus“ von Boss Express. Der kostet zwar mit zusammen 44’000 Kyat fast doppelt so viel wie die billigste Variante, aber das wird sich noch auszahlen. Jetzt erstmal was essen. Wir entscheiden uns für ein Nudelgericht an einem Straßenstand und sitzen dabei auf Stühlen aus’m Småland von Ikea. Sehr cool 😀 Unser Nudelgericht wird frisch aus schon bereitstehenden Zutaten (mit den Händen) zusammengemischt. Die Nudeln sind zwar kalt aber es gibt eine warme, scharfe Brühe dazu, die wir drübergeben – sehr lecker, auch wenn wir nicht ganz genau wissen was wir da essen 😉 Nach diesem Frühstück gehen wir zurück zum Hotel, checken aus und lassen unsere Rucksäcke dort.
Da der Tag noch lang ist und Yangon sowieso nicht allzu viel zu bieten hat, leisten wir uns ein Zugticket und fahren einmal um ganz Yangon.
Die Fahrt liefert spannende und interessante Einblicke in das Leben der Einheimischen. Da werden 2m hohe Plastiksäcke gefüllt mit Plastiktüten transportiert, fliegende Händler springen in den offene Waggon, verkaufen Obst, Wasser, Kautabak,… und springen an der gleichen Haltestelle vom anfahrenden Zug.
Das ist auch kein Problem, denn der Zug fährt maximal so schnell, wie wir zusammen in Cent bezahlt haben: ca. 30 (=400 Kyat). Nach drei Stunden steigen wir aus und gehen auf einen Markt auf der Suche nach einem Longyi (ein Stoffschlauch, der geschickt geknotet wie ein langer Rock von sehr vielen Männern getragen wird). Die Preise sind jedoch hoch und langsam überkommt uns ein Hungergefühl. Wir vertrauen wieder der Empfehlung des Reiseführers und essen in einem Grillrestaurant in Chinatown in der 19. Straße. Wir wählen verschiedene rohe Fleisch- und Gemüsespiese aus der Auslage aus und bekommen sie kurz danach heiß vom Grill serviert. Es schmeckt zwar ganz gut, ist aber – anders als im Reiseführer beschrieben – mit 20’000 Kyat echt teuer. Ein Taxi bringt uns anschließend zur Shwedagon-Pagode. Bereits unten an der Treppe müssen wir die Schuhe ausziehen und laufen über den keineswegs sauberen Boden hoch zum Ticketschalter. Hier werden wir mit 8000 Kyat pro Person zur Kasse gebeten und bekommen dafür Disneyland geboten. Leider gibt es keine Fahrgeschäfte, aber Buddhas, Gold und blinkende LEDs im Überfluss. Wir laufen einmal um eine der wichtigsten Pilgerstätten der Buddhisten, sehen beim Beten zu und genießen die Stimmung bei Einbruch der Dunkelheit.
Zurück im Hotel satteln wir die Rucksäcke auf und nehmen danach ein Taxi (8000 Kyat) für die gut einstündige Fahrt zum Busbahnhof Aung Mingalar. Jetzt zahlt es sich aus, dass wir bei Boss Express gebucht haben, denn dieses Unternehmen ist groß und bekannt und der Taxifahrer findet nach zweimaliger Nachfrage den Weg dorthin, vorbei an Hunderten anderen, kleineren Unternehmen, bei denen oft nur ein alter, verrosteter, klappriger Bus vor einer Garage steht. Zu Fuß wäre es unmöglich, das ganze Gelände abzulaufen. Die nette Belegschaft reißt uns – gut gemeint – die Rucksäcke aus der Hand, um sie im Bus zu verladen. Wir müssen uns aber noch umziehen und warme Sachen mit in den Bus nehmen. Um 20:45 sind wir fertig und überbrücken die Zeit bis zur Abfahrt mit der Hotelsuche für Mandalay. Kurz nach 22:00 fährt er dann los, der Tiefkühltransporter. Es hat gefühlte 10° und eisig kalte Luft bläst weiterhin aus den Lüftungsschlitzen. Wir packen uns dick ein, legen die breiten Liegesitze nach hinten und versuchen zu schlafen.
Doch daraus wird nichts. Wir nicken immer nur kurz ein, da der Fahrer ess wohl eilig hat und wie ein Irrer über die schlechte Straße heizt. Zum Glück ist es dunkel und man sieht draußen nicht, wie die Landschaft an uns vorbeirauscht. Hin und wieder hat man das Gefühl, der Fahrer hat eine rote Ampel übersehen, macht eine Vollbremsung um dann doch Gas zu geben, weil er nicht mehr rechtzeitig stehen bleiben kann.













































































