Tag 08 – 03.12.2019 – Von Port Elliot nach Kingston S.E.

Lorena hatte wieder eine längere Wachphase in der Nacht (2.00 – 3.20). Um 8.00 wacht sie richtig auf und weckt mich. Cordula und Samuel schlafen noch. Heute brauchen wir in der Früh richtig lange und müssen auch noch ans Meer schauen. Tolle Wellen und ein schöner Strand würden zum Baden einladen, aber erstens haben wir keine Zeit und zweitens hat das Meer nur 16-18 °C. Abfahrt ist dann erst um 11.15. Nachdem Lorena am Ende nicht mehr so gut drauf war, weil wir ihr den Spielplatz („Pietzpatz“) weggenommen haben, denken wir, dass sie gleich einschlafen könnte. Aber sie hält die 10 km bis zum Woolworth’s durch. Dort decken wir uns mit dem Nötigsten für die nächsten Tage ein und machen auf dem Parkplatz gleich noch ein Picknick. Während Lorena einen „Quetschie“ trinkt/isst (sie denkt, dass es ein normaler Quetschie ist, aber es ist einfach nur ein Brei für 6+ Monate alte Kleinkinder), bekommt Samuel seinen ersten Brei (Kürbis). Er will aber nur zwei, drei Löffel, dann dreht er sich weg. Mal sehen, wie’s morgen klappt. Um 13.40 fahren wir weiter und beide schlafen gleich ein. Die Fahrt ist relativ eintönig, bis wir um 15.15 an einem rosafarbenen See vorbeikommen. Da müssen wir natürlich stehenbleiben und Bilder machen. „Stehenbleiben“ bedeutet für Lorena jedoch „aufwachen“. Aber sie ist ganz gut drauf und lässt sich mit einem Buch beruhigen. Bei der Weiterfahrt kommt noch ein weiterer rosafarbener See, der viel schöner ist als der erste. Weiter geht die Fahrt. Aber mit welchem Ziel? Im Coorong NP, den wir streifen, gibt es nur wenige oder für uns unerreichbare Campingplätze. Bei einem anderen, wären wir gleich, aber wir würden gerne mehr Strecke zurücklegen. Während wir am Überlegen und Planen sind, wacht Samuel auf und meldet sich lautstark. Cordula stillt ihn, aber das beruhigt ihn kaum. Nachdem wir merken, dass der angepeilte Campingplatz nur über eine 12-13 km lange Schotterpiste zu erreichen ist, entscheiden wir uns bis Kingston S.E. zu fahren. Die letzte halbe Stunde schreit Samuel viel. Lorena ist total süß und versucht ihn durch Streicheln zu beruhigen. Um 17.30 sind wir am Kingston Foreshore Caravan Park und bekommen für 35$ einen Stellplatz mit Meerblick. Die ganzen Einrichtungen sind zwar in die Jahre gekommen, aber sauber. Eine Indoor-Küche gibt es nicht und so kochen und essen wir im Camper, was angesichts von 15 °C, starkem Wind und der tollen Aussicht nicht die schlechteste Wahl ist. Um kurz vor 20.30 sind beide Kinder im Bett. Wir spülen noch ab und lassen den Tag ausklingen.

Tag 07 – 02.12.2019 – Von Vivonne Bay nach Port Elliot

Lorena hat zwar fast durchgeschlafen, aber sie ist schon um 6.30 wach und weckt mich, indem sie mir sanft ins Gesicht fasst. Sie ist supergut drauf und erzählt und singt und … An Schlaf ist jedoch leider nicht mehr zu denken. Sie hat leicht erhöhte Temperatur (38,4°C) und Schlaf würde ihr wirklich guttun. Das kann ja wieder ein Tag mit ihr werden… Samuel war etwas unruhig in der Nacht. Wir kommen nach dem Morgenprogramm wie erhofft um 10:30 los und steuern nach 10 km Fahrt Little Sahara an. Nach der kurzen Zufahrt über eine Schotterpiste stellen wir den Camper ab, laden Samuel in die Trage und Lorena in die Kraxe und stapfen los durch den Sand zum „Visitor Centre“ oder besser: Activity Centre. Man kann hier Quads mieten, Sandboarden oder wie wir: einfach nur kostenlos die Sanddünen hochlaufen. Wir bezahlen lediglich mit unseren Daten. E-Mail-Adressen angeben, Schuhe ausziehen und ab in den feinen Sand. Völlig bizarr, dass hier einfach so an einem einizgen Fleck auf der Insel hohe Sanddünen „rumstehen“. Da es in der Früh geregnet hatte, ist der Sand zum Glück etwas fester, was das Laufen deutlich erleichtert. Oben angekommen haben wir einen tollen Ausblick auf die Insel und die umliegenden Sanddünen. Nach einigen Fotos gehen wir wieder zurück zum Camper und starten Richtung Fähre. Laut Navi sind wir total im Zeitplan: Ankunftszeit an der Fähre 12.57. Uns hüpft zum Glück kein Känguru vor den Kühler und so kommen wir tatsächlich um 12.57 am Fährterminal an. Um 13.00 sollten wir hier sein, da um 13.30 die Fähre geht. Das lief ja mal glatt. Die Überfahrt ist unruhiger als die Hinfahrt und Lorena klagt über Bauchschmerzen. Sie ist außerdem ganz bleich, sodass ich mit ihr raus an die frische Luft gehe. Sie schläft kurz in meinem Arm ein und danch geht es ihr besser. Kurz vor der Ankunft wollen wir zu unserem Camper und stehen vor einem großen, stinkenden Problem: dem Schaflaster neben uns. Die Schafe pissen und kacken die ganze Zeit aus dem Laster und wir haben Angst, dass sie uns erwischen, wenn wir in den Camper steigen. Wir finden dann Wege, um auf der anderen Seite einzusteigen. Alles was bleibt, ist noch ein paar Minuten Schafgestank in der Nase. Das erste Ziel nach der Ankunft in Cape Jervis muss nun eine Tankstelle sein. Die rasante Fahrt auf Kangaroo Island hat reichlich Sprit gefressen und so sind wir nur auf Reserve an der Fähre angekommen. Der Reichweitenanzeiger weigert sich bereits einen Wert anzuzeigen. Dummerweise ist an der ersten Tankstelle in Cape Jervis die Dieselzapfsäule „Out of order“. Bis zur nächsten Tankstelle sind es 10 km. Die meisten davon bergauf. Wir schaffen es bis dorthin und sind froh, dass es auch noch Diesel gibt. 72 l fließen durch den Zapfhahn. Die Tankstelle sieht zwar nicht so aus, aber wir können hier tatsächlich mit Kreditkarte bezahlen. Die Fahrt geht ohne besondere Höhepunkte weiter bis Port Elliot, wo wir um 15.30 in einem großen Big4-Campingplatz einchecken. Einfach nur perfekt. Wir können den Platz fast frei wählen, es gibt einen Spielplatz, Waschmaschinen und eine Küche. Während sich Cordula um die Wäsche kümmert, bin ich mit Lorena auf dem Spielplatz. Sie hat richtig Spaß daran, sich mal wieder auszutoben. Überhaupt war sie heute den ganzen Tag supergut drauf. Zu essen gibt es heute Chili-Wraps. Anschließend werden Lorena und Samuel noch geduscht. Lorena ist um 20.15 im Bett, Samuel erst um kurz vor 21.00. Wir mussten ihn noch spülen. Die Wunde sieht super aus. Aber er hat immer noch ganz rote Bäckchen vom Spaziergang zu den Remarkable Rocks. Vielleicht schieben wieder Zähne, denn er kaut ganz heftig auf allem, was er finden kann und er schreit manchmal scheinbar grundlos auf. Bis jetzt – 23.10 – verläuft die Nacht aber ganz gut.

Tag 06 – 01.12.2019 – Von Flinders Chase NP nach Vivonne Bay

Wir haben wieder eine eisige Nacht hinter uns. Samuel scheint das nichts auszumachen. Sein Husten wird zum Glück langsam besser und klingt nicht mehr so röchelnd. Lorena wacht um 4.00 und macht fast zwei Stunden lang die Nacht zum Tag. Wenigstens ist sie dabei ganz süß. Sie flüstert nur, erzählt lustige Sachen oder will komische Dinge (Ghettofaust) machen. Um 7.00 meldet sie sich noch einmal kurz und ist mit der Deckensituation unzufrieden. Das Probleme konnte zum Glück schnell gelöst werden und wir schlafen beide bis kurz nach 9.00 weiter. Cordula ist bereits wach. Nach dem Morgenprogramm ist es 11.30 bis wir losfahren in Richtung Süden. Auf der schönen, kurvigen Straße erreichen wir nach 20 min das südliche Ende. Diese Zeit hat Lorena natürlich nicht gereicht, um den fehlenden Nachtschlaf nachzuholen. Ihre Laune steigt erst, als sie am Parkplatz zum ersten Mal in die Kraxe steigen darf. Sie freut sich sichtlich da oben zu thronen. Die gute Laune hält allerdings nur bis zur ersten starken Windböe, bei der sie zu schreien anfängt. Sie hat wohl Angst bei diesem starken Wind. Da muss sie jetzt aber durch. Wir laufen den Holzsteg hinunter zum Admiral’s Arch. Auf dem Weg dorthin sehen wir Seelöwen und solange wir windgeschützt stehen hat Lorena wirklich Spaß. Samuel sitzt in der Trage zum ersten Mal bei Cordula auf dem Rücken und ist total selig und entspannt. Der Arch selbst ist auch beeindruckend. Beim Weg zurück zum Camper kreischt Lorena wieder das eine oder andere Mal. In ihren Kindersitz im Wohnmobil will sie aber auch nicht so recht. Eigentlich wären jetzt zwei Stunden Mittagschlaf ganz gut, aber wir fahren nur 15 min bis zum Parkplatz der Remarkable Rocks. Auch hier packen wir Lorena und Samuel auf den Rücken und laufen über den Holzsteg zu den wirklich bemerkenswerten Steinen, die hier stehen, als hätte sie jemand dort abgeladen. Wieso ausgerechnet hier und wieso nur hier? Die Natur ist schon spannend. Und kreativ. Denn was Wind und Wetter hier form(t)en ist wirklich schön und aufregend. Wir machen etliche Fotos und Cordula den Selfiestick kaputt. Blöderweise fällt dabei ihr Handy runter. Das Display zeigt nur sehr schwach etwas an und der Akku ist plötzlich bei nur 2%. Kurz danach ist es aus. Wieder am Camper angekommen, hängen wir es zum Laden an den externen Akku. Lorenas Laune ist immer noch im Keller. Auch ein Riegel sorgt nur kurzzeitig für Besserung. Bei der Weiterfahrt schlafen beide sofort ein und wir merken, wie viel Glück wir mit dem Wetter hatten: es fängt heftig zu regnen an. So kommen doch noch Weihnachtsgefühle in Australien auf: 11° und Regen kennen wir aus der Adventszeit in Deutschland. Nachdem wir den Flinders Chase NP verlassen haben, wird das Wetter etwas besser. Unterwegs hüpft uns noch ein Känguru vor den Camper. Zum Glück habe ich es rechtzeitig gesehen, denn das dumm Ding wartete am Straßenrand bis ein Fahrzeug kommt und hüpft dann erst los. Unsere Dashcam sollte bei ca. 5:21 das Känguru gefilmt haben. Um 16:45 kommen wir am Campingplatz in Vivonne Bay an. Es ist fast nichts los. Wir wollen zahlen haben aber die nötigen 27$ nicht in bar parat, denn die müssten wir in einem Kuvert in den „Iron Ranger“ schmeißen. Glücklicherweise helfen uns die Franzosen, die kurz nach uns eintreffen, mit Wechselgeld. Nachdem wir bereits wissen, wie lange alles dauert, fangen wir gleich an zu kochen, damit wir die Kinder heute noch früher ins Bett bekommen. Doch daraus wird nichts: wir haben keinen Strom. Schon wieder nicht. Wir checken die Sicherung und alle Schalter und nach einigem Suchen finde ich den Fehler beim Verlängerungskabel. Das scheint einen Wackelkontakt zu haben. Richtig eingesteckt funktioniert endlich alles und wir haben einen schönen Abend mit einem Chicken Curry mit Reis. Lorena ist um kurz nach 20.00 im Bett und schläft sofort ein. Samuels legen wir erst hin, nachdem wir seine Wunde gespült haben. Die sieht mittlerweile echt gut aus und die Spülung scheint ihm nicht mehr weh zu tun. Er schreit nicht mehr, wenn wir die Kanüle ansetzen und abdrücken. Jetzt ist es Punkt 23.00 und ich habe endlich alle Blogeinträge der letzten Tage nachgeholt. So langsam läuft alles, wie wir uns das vorgestellt haben und wir kommen vielleicht in einen halbwegs normalen Rhythmus.

Tag 05 – 30.11.2019 – Von Kingscote nach Flinders Chase NP

Das war eine richtig kalte Nacht. Zum Glück wärmen die Decken im Camper sehr gut. Lorena hatte nachts einen ca. halbstündigen Aussetzer, bei dem sie nicht weiß, was sie will, aber sie weiß, dass ihr alles nicht passt. „Zudecken!“ Ich decke sie zu. „Nein, nein! Andere Decke!“ Ich decke sie auf und nehme die andere Decke. „Nein, nein! Andere.“ „Es gibt keine andere.“ „Andere!“ So und so ähnlich ging es etwa eine halbe Stunde bis sie wieder eingeschlafen ist. In der Früh, als es hell wurde, das selbe Spielchen nochmal. Am Ende sind Lorena und ich dann aber erst kurz vor 9.30 aufgewacht. Da telefonierte Cordula bereits mit einer Frau von Britz und ließ sich erklären, was sie zu tun habe, um den Strom zu testen. Ich bin in die Unterhaltung mit eingestiegen und irgendwann bei der Schritt-für-Schritt-Anleitung kamen wir zur Sicherung. „Na endlich!“, dachte ich, weil wir ja bereits wussten, dass es an der Sicherung liegt, dass wir keinen Strom haben. Als die nette Frau dann erklärte, was zu tun sei, kam ich mir reichlich blöd vor: ich hätte die Sicherung nur noch einen Klick weiter nach unten schieben müssen, um sie dann wieder reinzumachen. Kannte ich so leider nicht. Also Sicherung rein, Wasserkocher testen und ja, er war der Übeltäter: die Sicherung fliegt direkt wieder raus. Bis wir abfahrbereit sind, ist kurz nach 11.00. Glücklicherweise durften wir eine Stunde verlängern und mussten nicht bereits um 10.00 auschecken. Wir fahren knapp 20 min und bleiben an der Gabelung hinter Cygnet River auf einem Parkplatz stehen um zu frühstücken. Lorena tickt phasenweise wieder komplett aus. Sie nimmt dann nichts von uns an und alles was wir versuchen (auch wenn wir nichts versuchen) ist falsch und sie schreit total schrill. Hoffentlich kann sie den fehlenden Schlaf bald nachholen. Nach unserer Pause fahren wir über Parndana zum Flinders Chase National Park. Beide Kinder schlafen bis dahin, aber leider war das wieder nur eine gute Stunde. Lorena ist dementsprechend schlecht drauf, als sie aufwacht. Samuel hingegen grinst die ganze Zeit und hat sichtlich Spaß. Auch seine anfängliche Abneigung gegen den ungewohnten Kindersitz hat er abgelegt. Immerhin steigt Lorenas Laune kurz nach dem Aussteigen, denn 10 m vor unserem Camper hüpfen Kängurus durch’s Gebüsch und bleiben in unserer Nähe stehen. Lorena freut sich voll. Nachdem die Kängurus weitergehüpft sind, gehen wir Richtung National Park Center und bleiben keine 50 m später schon wieder stehen, weil wir Koalas in den Astgabeln der Eukalyptusbäume sehen. Die sehen wirklich sehr knuddelig aus. Im Center kaufen wir unsere Tickets und buchen Platz 20 auf dem Rocky River Campsite. Nach einem kurzen Rundgang durch das Visitor Center steuern wir unseren Platz an und sind – bis auf die Schräge – total happy. Der Platz ist zwar ohne Strom, aber mitten in der Natur und mit tollen Sanitäranlagen. Wir richten uns ein, spülen ab, kochen und genießen den Abend am „Wohnzimmertisch“ mit feinen Spinat-Ricotta-Ravioli an Champignon-Jus. Heute schaffen wir es endlich früher ins Bett. Lorena und Samuel liegen um kurz vor 20.30 in der Kiste. Während ich mich mal wieder rasiere und dusche, kümmert sich Cordula um die sozialen Kontakte, die Bilder und den Whatsapp-Blog. Um 22.00 gehen bei uns auch die Lichter aus.

Tag 04 – 29.11.2019 – Von Adelaide nach Kingscote (Kangaroo Island)

Die Nacht war anstrengend. Lorena hat sich irgendwann gemeldet und wollte nicht mehr so recht schlafen. Ich hab mich zu ihr gelegt, aber sie war nur schwer zu beruhigen. Egal was ich ihr angeboten habe, alles war ihr unrecht. Um 7.15 hätte der Wecker geklingelt, aber wir sind schon kurz vorher wach. Lorena ist total süß und voll gut drauf. Samuel schläft noch etwas. Also fangen wir an, die Koffer wieder zu packen. Um 8.00 ruft Cordula bei Sealink wegen der Kangaroo Island-Fähre an. Am 30.11.2019 haben wir die Wahl zwischen 16.00 und 18.00. Wir buchen schnell einen Campingplatz in der Nähe von Kingscote (auf Kangaroo Isalnd) und dann die Fähre für 18.00. Weiter geht es mit packen und auschecken. Unser Gepäck können wir im Hotel lassen, während wir unseren Camper holen. Pünktlich um 10.00 stehen wir bei der Wohnmobilvermietung und erledigen die ganze Formalia: wir füllen etliche Formulare aus, müssen uns ein Video anschauen und bekommen eine kurze Einführung in das Wohnmobil: einen Britz Frontier (=Mercedes Sprinter). Das alles dauert fast eine Stunde. Fast genauso lange brauchen wir, bis wir die Kindersitze eingebaut haben. Um 12.00 sind wir mit der Riesenkiste wieder am Hotel und „schmeißen“ das Gepäck rein. Unsere erstes Ziel ist der nächste Aldi auf dem Weg nach Cape Jervis. Dort decken wir uns großzügig mit Nahrungsmitteln ein und fahren dann Richtung Fähre. Lorena ist zwischendurch alles andere als gut drauf, weil sie komplett aus ihrem Schlafrhythmus gerissen ist und insgesamt zu wenig Schlaf bekommt. Immerhin sind wir alle praktisch ohne Jetlag durchgekommen. Wir sind gerade rechtzeitig um 17.25 an der Fähre. Direkt nachdem Cordula die Tickets geholt hat, dürfen wir an Bord fahren. Die 45-minütige Überfahrt ist etwas schunkelig, aber alle kommen ohne Übelkeit auf Kangaroo Island an. Nach einer knappen Stunde Fahrt erreichen wir unseren Campingplatz in der Nähe von Kingscote, dem einzigen Städtchen auf Kangaroo Island. Wir holen das für uns vorgesehene Kuvert ab, stellen uns an den dort eingezeichneten Platz und wollen kochen. Doch leider haben wir keinen Strom. Komisch, denn die Heizung ging kurz davor noch. Also raus und alle Verbindungen checken. Passt. Sicherungen? Unter den Kindersitzen. Also Kindersitze runterbauen (eine längere Aktion), Sitzbank anheben und – aha – die Sicherung ist draußen. Wird wohl am Wasserkocher gelegen haben. Sicherung wieder rein – geht nicht. Kein Widerstand. Alle Verbraucher überprüfen bzw. ausstecken bringt auch keinen Erfolg. Die Sicherung lässt sich nicht reinmachen. Cordula ruft beim Britz-Service an, doch der kann uns nur bedingt helfen. Er vereinbart für uns einen Termin bei einem Elektriker in der Nähe. Zumindest will er es versuchen und wir sollen uns am nächsten Tag in der Früh um 8.00 melden. Naja, dann müssen wir eben ohne Strom durchkommen. Wird schon gehen. Es ist mittlerweile nach 22.00 und Zeit für’s Bett – für alle. Das Abendessen wird nur eine Brotzeit und es ist 23.00 bis wir alle im Bett sind. Den ersten Abend und die erste Nacht im Camper hatten wir uns stressfreier vorgestellt.

Tag 03 – 28.11.2019 – Adelaide

Die Nacht war ok, aber Schlaf fehlt uns allen noch. Cordula ist am fittesten. Bis wir aufgestanden sind und uns gerichtet haben, ist es kurz vor 12.00. Wir laufen knapp 500 m bis zur Bushaltestelle und fahren ca. 30 min bis in die Innenstadt. Dort suchen wir zuerst etwas zu essen, da wir noch nicht gefrühstückt haben. Fündig werden wir bei einem Inder in der Mall. Anschließend schlendern wir plan- und ziellos durch Adelaide. Zu verpassen gibt es ja nichts, da Adelaide keine großartigen Sehenswürdigkeiten zu bieten hat – zumindest für uns nicht. Nachmittags steuern wir einen Supermarkt in der Rundle Mall an und kaufen das Nötigste für den Abend und den nächsten Tag. In der Mall ist dann eine Wickelaktion fällig, die sich zu einem Picknick ausdehnt, da die Wickelräume in Australien regelrechte Wickelwohnungen sind. Ruhe hat man trotzdem keine, denn der Fernseher zeigt einen Comicfilm in (fast) voller Lautstärke. Lorena gefällt’s logischerweise und sie isst und trinkt nebenbei mehr als sonst, was ihr wirklich guttut. Weiter geht es mit der King William Road und den Überlegungen, wie und wann wir nach Kangaroo Island kommen. Während Cordula mit Lorena wieder wickeln geht, recherchiere ich mehr oder weniger erfolgreich. Gebucht haben wir nichts, aber wir haben rausgefunden, dass die Fähren nach Kangaroo Island zu den für uns günstigen Zeiten ausgebucht sind und dass wir für die Buchung anrufen müssen. Eine Buchung über Direct Ferries erscheint uns (zum Glück) zu unzuverlässig. Um 18.30 gehen wir zu Guzman y Gomez mexikanisch essen. Sehr lecker und reichlich. Lorena schmecken vor allem die (gut gesalzenen und gewürzten) Pommes. Um 20.30 fahren wir mit dem Bus wieder zurück zum Hotel. Beide Kinder schlafen auf dem Heimweg ein. Im Hotel verfrachteten wir beide ins Bett und legen uns auch hin.

Tag 02 – 27.11.2019 – Von Dubai nach Adelaide

Der Tag beginnt am Flughafen in Dubai mit schlafenden Kindern. Doch der Schlaf dauert nicht lange, da das Boarding bereits über eine Stunde vor Abflug beginnt. Denken wir zumindest. Nachdem unsere Pässe (sehr genau) und die Bordkarten kontrolliert wurden, fahren wir mit dem Aufzug eine Etage tiefer in einen abgesperrten Bereich, vor dem wieder eine (sehr oberflächliche) Sicherheitskontrolle aufgebaut ist. Wir hatten also nur eine Art Pre-Boarding und dürfen wieder Platz nehmen – mit zwei wachen, unausgeschlafenen Kindern. Zum Glück müssen wir nicht lange warten bis wir an Bord der – nach dem ersten Flug alt wirkenden – 777 gehen dürfen. Unsere Plätze 14A, 14B und 14C sind ganz toll. Anders als der Service. Die Gurtverlängerung kommt erst mit Verspätung, nach dem Babybett müssen wir fragen, es gibt wenig zu trinken und die Stewardessen sind lange nicht so freundlich wie auf dem ersten Flug. Lorena passt sich an und ist ebenfalls alles andere als freundlich und gut gelaunt. Sie ist total übermüdet, findet aber nicht so richtig in den Schlaf. Wenigstens schläft Samuel ganz ordentlich. Blöderweise gibt es auf dem Flug Turbulenzen, was bedeutet, dass Samuel aus seinem Bett und Lorena angeschnallt werden muss. Irgendwann finden wir doch noch alle in den Schlaf. Pünktlich zum Lunch wachen wir wieder auf. Dann geht alle ganz schnell: essen, packen, Landeanflug, Adelaide. Nach der Einreise warten wir nicht allzu lange auf unser Gepäck und verstauen alles auf einer Gepäckkarre. Zumindest soviel halt darauf Platz hat. Den Kinderwagen trage ich auf dem Rücken und eine müde Lorena zeitweise auf dem Arm. Wir dürfen beim Agriculture Check alles wieder herunterladen, da alle Gepäckstücke durchleuchtet werden müssen. Die nette Frau erkennt allerdings schnell unsere Lage und dass wir tatsächlich nur Nahrungsmittel in Gläschen dabei haben und quält uns nicht lange. Anschließend gehen wir raus aus dem Flughafen und lassen uns dort auf einer Bank nieder. Lorena tut ein bisschen Bewegung sichtlich gut, ich hebe Geld ab und Cordula versucht jemanden vom Adelaide Airport Hotel zu erreichen – vergeblich. Aber sie wird zurückgerufen – angeblich. Nach kurzer Warterei und Überlegerei machen wir uns auf den Weg zum Taxistand. Ganz vorne in der Taxischlange steht ein Mann mit einem Minivan, der allen Ernstes davon überzeugt ist, dass er das ganze Gepäck in sein Auto bekommt. Als Cordula sagt, wo wir hinwollen, sagt einer der Taxieinweiser plötzlich: „Family Huebner?“ Wir sind überrascht und erzählt uns, dass jemand vom Adelaide Airport Hotel hier war um uns zu holen. Der Rückruf war ihnen leider wegen der fehlenden Ländervorwahl nicht möglich. Wir sollten weiter vorne warten, dort komme dann wieder jemand vom Motel. Und tatsächlich, nach knapp 10 min warten kommt eine Frau mit einem Minibus. Wir laden ein und fahren einmal um den Flughafen zum Motel. Dort angekommen geht alles glatt. Bis wir auf dem Zimmer das Nötigste ausgepackt und die Kinder ins Bett gebracht haben, ist es kurz vor 0.00. Wir sind alle todmüde.

Tag 01 – 26.11.2019 – Von Senden über München nach Dubai

Die Nacht war kurz, sehr kurz. Wir waren erst um 3.00 im Bett. Um 7.15 klingelt der Wecker. Samuel ist ohnehin wach (nach einer unruhigen Nacht) und Lorena echt um kurz nach 7.30 auf. Bis wir im Auto sitzen ist es dann doch 9.30 und das Navi meldet sich noch einen Stau. Nach einem kurzen Stopp beim Bäcker und bei Herrn Hermes läuft es dann aber doch ganz gut. Um kurz nach 11.00 sind wir am Flughafen. Cordula steigt mit den Kindern aus und ich fahre das Auto zum Parkplatz in Schwaig (123€ für fünf Wochen). Dort läuft alles reibungslos und ich werde mit dem Shuttle-Bus direkt zu Abflugbereich C gebracht. Auch das Einchecken läuft total glatt und wir werden Kinderwagen und Kraxe problemlos und ohne Aufpreis beim Sperrgepäck los. Beim Anstehen zum Security Check treffen wir André, der beruflich nach Sofia muss und zufällig um die gleiche Zeit fliegt. Danach noch durch die Passkontrolle und dann müssen wir Lorena dringend wickeln. Wir folgen den Schildern und landen in einem stillgelegt wirkenden Bereich des Flughafens. Hier ist kein Mensch und der Wickelraum ist tip-top mit reichlich Platz, schönen Stühlen und Blick auf die Flugzeuge am Terminal. Nach der Wickelei dauert es gar nicht mehr lange und wir können ins Flugzeug. Lorena läuft ganz stolz die Gangway zum Flugzeug und steigt selber ein in den Riesenvogel. Sie hat echt Spaß und ist gut drauf, obwohl ihr der Mittagschlaf fehlt. Wir laufen endlos lange bis wir auf unseren Plätzen 81D, 81E und 81F angekommen sind. Schnell merken wir, dass das Flugzeug nicht voll wird. Hinter uns gibt es komplett leere Reihen und eine Stewardess sagt uns, dass wir die Einzigen mit Kindern am Bord sind und deshalb alles bekommen. Lorena und Samuel werden auch gut mit Spielzeug eingedeckt und noch vor dem Start werden wir fotografiert und bekommen direkt das Polaroid-Foto. Wir machen uns auf den vier Mittelsitzen breit und genießen den Flug. Schlafen funktioniert allerdings nur bei mir kurz. Lorena sagt zwar, dass sie müde ist und legt sich hin, aber in den Schlaf findet sie nicht. Sie ist trotzdem ganz gut drauf und die Stewardessen sagen ihr andauernd, wie „cute“ sie ist. Schwupp-di-wupp sind wir in Dubai. Dort werden wir komischerweise noch einmal durchleuchtet, aber nur oberflächlich. Wir laufen gemütlich zu unserem Gate und machen es uns bequem.