Tag 32, 23.07.2018, von Kiel nach Senden

Nach einer guten Nacht wachen wir kurz vor dem Wecker auf und können uns im Bad fertigmachen, während Lorena noch eine Weile weiterschläft. Um 9:00 gehen wir an Deck und freuen uns über das schöne Wetter und die Hafeneinfahrt in Kiel. Pünktlich um 10:00 legen wir an und fahren wenige Minuten später vom Schiff um danach an einer Ampel im Stau zu stehen. Eine Umfahrung bringt zwar einen kleinen Zeitgewinn, aber leider den nächsten Stau. Ein paar Meter davon umgehen wir, indem wir tanken. Bis der Verkehr richtig rollt ist es 11:00. Da das Päckchen von Benni und Luise noch bei Bertrams‘ liegt, haben wir uns entschieden den kleinen Umweg über Apensen zu fahren: Kaffee trinken, plaudern, Lorena füttern. Weiter geht’s – später als erwartet – um kurz vor 15:00. Bis kurz vor Hannover kommen wir ganz gut durch, stehen dann aber im Stau bzw. zähflüssigen Verkehr. Zum Glück nicht lange. Um kurz vor 17:00 steuern wir den Ikea in Großburgwedel an, wo Lorena ihren Nachmittagsbrei und wir unser Abendessen bekommen. Um 18:00 fahren wir weiter. Da auf der Autobahn wirklich wenig los ist, können wir gut Gas geben und entscheiden uns doch noch heimzufahren. Um kurz vor 21:00 machen wir eine Pause, damit sich Lorena noch ein bisschen bewegen kann und wir ihr das Abendessen füttern. Lorena wird danach bestimmt schon zum Nachtschlaf ansetzen. Sie will allerdings nach der Pause gar nicht in ihren Sitz und stemmt sich richtig dagegen. Aus dem Nachtschlaf wird nichts und Cordula bespaßt die Kleine, während ich mit Vollgas nach Hause fahre. Um 23:50 kommen wir daheim an. Bis Lorena im Bett ist und schläft ist es 1:00. Das war wohl doch etwas viel für sie. Aber wir sind froh, dass wir noch einen freien gemeinsamen Tag haben, bevor mich der „Schulalltag“ (gerade Mal die letzten drei Schultage) wieder einholt.

Tag 31, 22.07.2018, von Oslo nach Kiel

Es war eine kurze Nacht. Während Lorena bis 8:20 schläft, stehen wir um 8:00 auf, machen uns im Bad fertig und überlegen dabei, wie wir das mit Frühstück, einpacken und Checkout bis 10:00 auf die Reihe bekommen. Wir schaffen es nicht. Ist aber auch egal, denn wir checken einfach später aus und außerdem müssen wir ja erst um 13:00, also eine Stunde vor Abfahrt, an der Fähre sein. Ach nein, Mist! Cordula hat gelesen, dass wir zwei Stunden vorher da sein müssen. Auch kein Problem. Wir fahren an der Jugendherberge um 11:10 ab, haben mal nichts vergessen und sind um 11:30 am Fährterminal. Nachdem wir unsere Bordkarten bekommen und uns eingereiht haben, stehen wir bis 13:00 in der prallen Sonne. Erst dann geht etwas vorwärts und wir können auf’s Schiff fahren. Lorena schläft zum Glück die ganze Zeit. Im Schiff stellen wir das Auto ab, wissen aber nicht wie wir oder der etwas füllige Mann nebenan aus dem Auto kommen sollen, da es verdammt eng ist. Irgendwie klappt es dann doch und wir machen uns auf den Weg zur Rezeption, wo wir erst einmal ein Kinderbett bestellen. Zum Glück geht das problemlos. Die Kabine ist wirklich ganz schön und geräumig – solange die Betten nicht heruntergeklappt sind und das Kinderbett, das unserem Modell sehr ähnelt, nicht aufgebaut ist. Wir lassen den Trolley auf der Kabine und suchen dann einen Platz, wo Lorena endlich ihr Mittagessen bekommt. Fündig werden wir in der Burgerbar. Dort können wir einen Kinderstuhl aufstellen und sie füttern während wir pünktlich um 14:00 ablegen. Danach laufen wir rum und sehen uns das Schiff an. Auf dem Sonnendeck werden wir die letzten norwegischen Kronen für zwei Eis los und finden zwei Liegen. Perfekt! Bis auf den Wind, der ganz schön um Lorenas Kopf pfeift. Also gehen wir über den Tax-free-refund-Schalter auf die Kabine, denn es ist bereits 15:45 und Lorena sollte vielleicht noch ein Schläfchen machen, bevor wir um 17:00 beim Essen sind. Das macht sie auch ganz brav und schläft von 16:00 bis 16:50. Dann ab zum Buffet. Wir bekommen einen traumhaften Platz am Fenster und sind begeistert von der Fischauswahl. Lorena ist auch ganz happy mit ihrem Brot. Die Auswahl an Hauptgerichten und Beilagen ist nicht ganz so üppig, reicht aber locker, um unseren Magen fast zu überfüllen. Platz für Nachspeise ist aber immer. Wir sind froh, dass wir die erste der drei Essenszeiten (17:00, 17:30 und 18:00) gewählt haben, denn wir sitzen bis 19:15 im Saal und es werden bereits die Tische für die späteren Essenszeiten um 20:00 und 20:30 eingedeckt. Lorenas Nachmittagsbrei verschwindet so ganz nebenbei in ihrem Mund. Total voll schwanken wir bei stärker gewordenem Seegang kurz auf die Kabine und gehen dann bis kurz nach 20:00 mit Lorena ins Spieleland. Sie ist gar nicht inaktiv dort und auch nicht an den anderen, wilden Kindern interessiert. Sie hat richtig Spaß und tobt sich aus. Über Umwege (Fotostopp und Shoppingmöglichkeiten anschauen) gehen wir auf die Kabine, füttern Lorena, duschen sie und legen sie um 21:50 ins Bett. Sie schläft gleich und wir auch kurz darauf.

Tag 30, 21.07.2018, Oslo

Das Zimmer ist zwar ganz gut, aber das Metallbett mit Gitterrost quietscht bei jeder Bewegung. Dementsprechend war die Nacht eher mittelmäßig für mich. Lorena hat auch ein bisschen zu kurz geschlafen und wacht um kurz vor 8:00 endgültig auf. Nachdem wir uns alle hergerichtet haben, gehen wir um 9:00 zum Frühstück und haben ein bisschen Stress, weil es dieses nur bis 9:30 gibt. Zum Glück „flirtet“ Lorena wieder einmal und die Frühstücksdame lässt uns länger sitzen. Danach packen wir unser Zeug für den Tag zusammen und laufen 10 Minuten zur Metro, die wir um kurz vor 11:30 in die Innenstadt nehmen (24h-Ticket für 105 NOK p.P.). Am Jernbanetorget steigen wir aus und folgen den Vorschlägen des Google Trip-Planner. Erster Halt ist die Domkirche, die wir aufgrund eines Orgelkonzerts aber nur von außen sehen können. Durch die Fußgängerzone laufen wir in Richtung königliches Schloss. Auf dem Weg, der eher eine breite, blühende Allee ist, dorthin kommen wir noch am Stortinget (?) und dem Nationaltheater vorbei. Nach ein paar Fotos vor dem Schloss suchen wir uns einen Platz im Park davor, breiten unsere Picknickdecke aus und füttern Lorena. Anschließend lassen wir sie noch rumkrabbeln, damit sie etwas Bewegung hat. Dann geht es über das Friedensnobelmuseum weiter zur Aker Brygge. Hier reiht sich ein Restaurant ans nächste und wir sind aber auf der Suche nach einem Café. Pause machen und den Flair genießen wollen wir auch. Der „Kompromis“ sieht dann so aus, das wir uns je einen Iced Coffee beim Starbucks holen und uns damit auf eine Holzliege mit Blick auf’s Rathaus und das Pier legen. Chillen deluxe. Lorena chillt ebenso. Irgendwann wacht sie auf, aber ohne einen Ton von sich zu geben. Sie schaut einfach nur. Bevor es ihr zu langweilig wird, gehen wir weiter zur Festung Akershus. Dort drehen wir eine kurze Runde mit Aussicht auf Oslo und laufen dann zur Oper. Erst gehen wir nach oben und haben wieder eine tolle Aussicht dann gehen wir rein und sehen uns diesen imposanten Bau von innen am. Zum Glück hat Cordula gesagt, dass wir noch reinschauen sollten, sonst wäre uns dieses architektonische Meisterwerk und Lorena ihr Nachmittagsbrei entgangen. Alleine wegen der Toiletten hätte es sich gelohnt, das Opernhaus zu betreten. Dann machen wir uns auf die lange „Reise“ zum Holmenkollen. Es hatte so schön laufen können, wäre nicht ein Teilstück der Metro gesperrt. Wir warten also zuerst auf eine Tram, gondeln mit dieser gefühlt durch halb Oslo zu einer anderen Metrohaltestelle und fahren dann mit der Linie 1 in nicht viel höheren Tempo kurvig und quietschend bergauf zum Holmenkollen. Die letzten Höhenmeter müssen wir zu Fuß machen. Der Ausblick ist dann umso schöner. Es ist mittlerweile 18:20, aber zum Glück haben Schanze und Skimuseum bis zum 20:00 geöffnet. Wir kaufen zwei Tickets (je 140 NOK) und schauen uns das Skimuseum an, während Cordula ihr Handy an einer Steckdose lädt. Wir sind uns übrigens immer noch nicht einig, ob es mehr Akku- als Speicherkapazität hat. Die Schlange für den Aufzug nach oben auf die Schanze ist zum Glück so lang, dass es der Akku bis auf über 40% schafft. Der Speicher ist besser: der ist zu über 99% voll. Jedenfalls hat sich der Eintritt voll gelohnt, denn der Ausblick ist gigantisch. Die Zeit vergeht wie im Flug und als Letzte verlassen wir um kurz nach 20:00 das Museum. Wir sehen uns noch den Landehügel und das Langlauf-/Biathlonstadion an und laufen dann wieder hinunter zur Metro. Blöderweise verpassen wir beim Umsteigen in die andere Metro den direkten Anschlusszug und müssen 15 Minuten warten. In der Jugendherberge kommen wir erst um 22:15 an. Lorena braucht noch etwas Bewegung bevor sie ins Bett kommt und wir haben noch nichts gegessen. Beides passiert erst nach 23:00. Um 23:30 fällt mir ein, dass der morgige Tag ein Sonntag ist und wir es deshalb schwer haben könnten, Pampers zu kaufen. Wir googlen einen Rema 1000 in 10 Fahrminuten Entfernung, der bis um 0:00 geöffnet hat. Ich spring ins Auto, fahr los und kauf um 23:55 sieben Packungen Pampers und vier Packungen Wasa-Knäckebrot. Ganz schön bescheuert, aber auch ganz schön günstig. Ziemlich kaputt fallen wir um 0:30 ins Bett.

Tag 29, 20.07.2018, von Borgund nach Oslo

Nach einer guten Nacht wacht Lorena schon um kurz vor 8:00 auf. Wir immer ist sie gut drauf und nach spielen und kuscheln im Bett stehen wir auf. Irgendwie flutscht heute alles ganz schnell (vielleicht weil die Duschen 10 NOK pro 4 min kosten und wir deshalb darauf verzichten) und wir fahren nach einem Frühstück in der Sonne um kurz vor 12:00 los. Im Tante-Emma-Laden begleichen wir noch unsere Rechnung für den Campingplatz (350 NOK) und cruisen bei traumhaftem Wetter gemütlich Richtung Süden. Auf der Straße 52 geht es stetig bis auf über 1100 m hinauf. Die spärliche, aber grüne Vegetation zusammen mit den grauen Felsen und dem blauen Himmel sieht wirklich faszinierend aus, ganz anders als die Obstbäume an den Hängen und in den Tälern vom Vortag. Nach dem Skiort Hemsedal geht es bis Gol kontinuierlich bergab. An einem Fluss entlang kommen wir danach nach Flå, wo wir erst shoppen, dann Lorena bei einem Spielplatz auf dem Boden krabbeln lassen und ihr dann den Nachmittagsbrei füttern. Um kurz vor 16:00 fahren wir weiter. Der Verkehr nimmt mit jedem Kilometer zu und man spürt langsam, dass die Hauptstadt Oslo nicht mehr weit ist. Um 17:30 erreichen wir unser Ziel, das Vandrarhjem Haraldsheim, das Cordula über Booking.com für 169 € (für 2 Nächte) gebucht hat. An der Rezeption treffen wir auf eine liebe, ausgewanderte Deutsche, die uns – dank Lorena – gleich drei Zimmer zur Auswahl bietet. Wir betrachten alle drei und entscheiden uns für das im Zimmer im Neubau. Es hat zwar Stockbetten, ist aber sehr sauber, geräumig, hat ein schönes Bad und Blick auf den Oslo-Fjord und den Holmenkollen, wenn auch nur in der Ferne erkennbar. Wir richten uns kurz ein, lassen Lorena währenddessen am Boden spielen und gehen dann zum Rema 1000, um Pampers zu kaufen. Die Auswahl ist leider begrenzt, aber 29 Pampers Premium Protection Größe 3 bekommen wir für 21,90 NOK (gegenüber mehr als 6 € in Deutschland). Da schlagen wir genauso zu wie beim Knäckebrot. Anschließend wird gekocht und im Sonnenschein gegessen. Bis Lorena müde ist, ist es wieder 22:00. Wir bekommen sie nur schwer früher ins Bett, aber daheim gibt es wieder einen geregelten Tagesablauf.

Tag 28, 19.07.2018, von Viksdalen nach Borgund

Der Abend mit viel Bewegung in unserer Hütte hat Lorena wohl so fertig gemacht, dass sie bis 9:00 schläft. Heute läuft nicht alles wie gewohnt, weil kein Wasser mehr läuft, weder bei uns in der Hütte noch im Sanitärhaus. Nachdem Cordula eine an der Rezeption angegebene Nummer angerufen hat, kommt kurze Zeit später die liebe Frau Campingplatz und alles geht wieder. Obwohl wir dadurch Zeit „verloren“ haben und Lorena so lange geschlafen hat, kommen wir eigentlich um 12:30 los. Da jedoch dass Wetter heute so toll ist, will ich noch einmal den Wasserfall fotografieren. Also wird es 12:50 bis wir auf der Straße sind. Schon nach ein paar Kilometern kommt der erste Stopp: Likholefossen – ein Wasserfall, über den eine Stahlbrücke gebaut wurde. Man kann auf den Steinen rumhüpfen und neben einem rauscht das Wasser herunter. Ein schönes Naturschauspiel. Ebenso zeigt sich die Natur auf den nächsten Kilometern von ihrer schönsten Seite. Schneebedeckte Berggipfel spiegeln sich im kristallklaren Wasser der zahlreichen Seen. Einfach nur schön! Gekrönt wird die Fahrt über die Hochebene Gaulafjell von Aussichtspunkt (Utsikten) auf die kurvige Passstraße. Etwas weniger spektakulär als die Trollstigen, aber dafür bei bestem Wetter und nur mit sehr wenigen Touristen. Die Fahrt nur von knapp 800 m auf Meereshöhe geht dann recht flott. Weiter geht die Fahrt entlang des Sognefjords bis nach Dragsvik, wo wir die Fähre nach Hella nehmen. Die Abfahrt verzögert sich jedoch und so bleibt genügend Zeit, um Lorena im Auto den Nachmittagsbrei zu füttern. Nach der Überfahrt geht es weiter am Fjord entlang. In Kaupanger fahren wir von der Hauptstraße ab zu einer Stabkirche. Den Eintrittspreis von 70 NOK p.P. finden wir allerdings zu hoch. Damit Lorena mal ein bisschen Bewegung hat steuern wir eine Schule an, da man dort häufig Spielplätze findet. Hier ist er allerdings gerade im Bau. Fündig werden wir nach der zweiten Fährfahrt in Lærdal. Wir wollten auch hier eine Schule ansteuern, sehen aber bei der Einfahrt in den Ort etwas, was nach Spielplatz aussieht. Leider ist es ein „Motoriksenter“, für das man Eintritt zahlen müsste. Doch direkt daneben gibt es auf einem Campingplatz eine Nestschaukel, in der Lorena eine Weile ziemlich passiv schaukelt. Sie schaut lieber anderen Kindern beim Spielen zu als selbst aktiv zu werden. Um kurz vor 18:00 fahren wir weiter. Wir wollen ja noch zur Stabkirche in Borgund. Diese erreichen wir um 18:20. Wir verbringen hier fast eine ganze Stunde und sind uns einig, dass sie den Eintritt von 90 NOK p.P. wert war. Jetzt müssen wir nur noch einen Campingplatz finden. Der erste, nicht einmal zwei Kilometer von der Stabkirche entfernt, ist bereits voll. Doch beim zweiten, abseits der Hauptstraße, werden wir nur wenige Kilometer weiter fündig. Wir dürfen uns eine der freien Hütten aussuchen und zahlen erst als um 20:00 die Rezeption für eine Stunde öffnet. Naja, wir wollen zahlen, aber das Terminal funktioniert nicht. Wir sollen einfach an nächsten Tag in den Supermarkt im Ort fahren und dort zahlen. Wir kochen schnell noch Dosenchili für uns und Brei für Lorena und um kurz nach 21:00 bringen wir sie ins Bett. Die Verdunklung der Fenster war heute kein Problem. Erstens haben wir gebrauchte Handtücher und zweitens wird es hier abends tatsächlich wieder dunkel. Gute Nacht.

Tag 27, 18.07.2018, von Oppstryn nach Viksdalen (Vallestadfossen)

Abgesehen von einem Hustenanfall schläft Lorena gut durch und kniet um 8:10 wach in ihrem Bett. Wir holen sie noch kurz zu uns zum Spielen und stehen dann auf. Das übliche Prozedere dauert wieder bis kurz nach 12:30 und dann geht es bei bestem Wetter den Fjord entlang Richtung Stryn. Dort sehen wie zwar dunkle Wolken in der Ferne, drehen dann aber ab und fahren wieder Richtung Sonne. Im Innvikfjord sehen wir zwei Kreuzfahrtschiffe liegen. Eine Aussichtsplattform, die man in Loen mit dem Skylift (einer Gondel) erreichen kann, lassen wir angesichts des gesalzenen Preises (505 NOK p.P.) aus. Von Olden, am Ende des Innvikfjords gelegen, hat man einen mindestens ebenso guten Blick auf die Schiffe und das interessante Geschehen: Rentner werden vom Schiff und auf’s Schiff verschifft, schippern in Kayaks durch die Gegend, fahren mit Bussen zum Jostedalsbreen. Hier geht es ähnlich zu wie in Geiranger, nur eine Nummer kleiner. In Olden finden wir einen einfachen Spielplatz, wo wir Lorena mit ihrem Ikea-Stuhl in eine Reifenschaukel setzen. Den herannahenden Regen entdecken wir gerade noch rechtzeitig und kommen ins Auto bevor es zu schütten beginnt. Kurze Zeit später hört es wieder auf zu regnen und als wir in Uttvik vom Fjord wegfahren, kommt sogar kurz die Sonne durch. Der Licht-Schatten-Wechsel und die Farben sind echt toll. Zumindest am Anfang der Passstraße. Mit jedem Höhenmeter kommen wir den Wolken näher. Oben auf dem Pass (wo es auch ein kleines Skigebiet gibt) machen wir kurz Pinkelpause und fahren dann wieder kurvig dem besseren Wetter entgegen nach unten zu einem See. Dort finden wir einen Parkplatz mit Bänken, wo Lorena vor idyllischer Bergkulisse ihren Nachmittagsbrei bekommt. Rechtzeitig vor dem nächsten Schauer werden wir fertig und fahren die letzten Kilometer zu unserem Ziel Dragsvik. Doch das erreichen wir nicht, da wir uns spontan überlegen den nächstbesten Campingplatz anzusteuern. Wir folgen einem Schild am Straßenrand und kommen über einen kurzen Feldweg zu einem Campingplatz, von dem wir zuerst denken, dass er seit mindestens fünf Jahren geschlossen ist: kein Mensch, kein Auto, der Rasen nicht gemäht, Moos auf den Hüttendächern. Am Rezeptionshäuschen stehen handgeschrieben Preise und die Info, dass man sich eine der sechs Hütte suchen und später zahlen soll: „Open ca. 20:30“. Wir schauen uns die Hütten an, suchen uns Nummer 5 raus und sind froh, dass wir ausnahmsweise schon um 17:30 an einer Unterkunft sind. Wir schmeißen schnell die nötigsten Sachen in die geräumige Hütte (bis auf WiFi und Dusche/WC haben wir Vollausstattung und sogar ein eigenes Schlafzimmer) und wandern dann die ca. 400 m zum rauschenden Wasserfall. Lorena hat natürlich noch keinen Sinn für die raue Schönheit der Natur und wundert sich auch, als wir Johannisbeeren pflücken und essen. Wieder zurück bei der Hütte kommt gerade ein deutsches Pärchen mit dem Wohnmobil an und kurz darauf noch zwei deutsche Motorradfahrer. Wir kochen heute Ravioli all’arrabiata und Lorena kann fleißig auf dem Boden spielen und krabbeln. Das tut ihr auch mal wieder gut und bringt uns hoffentlich eine sehr ruhige Nacht. Punkt 20:30 kommt wie angekündigt die Besitzerin und sperrt ihre Rezeption auf. Natürlich kann man nicht mit Karte zahlen. Aber die nette Dame spricht Deutsch und nimmt auch Euro zu einem fairen Kurs (380 NOK = 42 €). Unser Plan mit Lorena scheint aufzugehen, denn um 21:00 wird sie müde. Bis sie dann im Bett ist, ist es zwar schon 21:30, aber immer noch früher als sonst. Wir gehen eine gute Stunde nach ihr ins Bett.

Tag 26, 17.07.2018, von Åndalsnes nach Oppstryn

Lorena wacht das erste Mal um 6:50 auf und schläft nach kurzer Beruhigung bis 8:00 weiter. Das ist zwar viel zu wenig Schlaf – auch für uns – aber gut für den heutigen Tag. Bis wir alles fertig haben und losfahren ist es kurz vor 12:00 und der blaue Himmel inzwischen einer weiß-grauen Wolkendecke gewichen. Immerhin regnet es nicht. Auch nicht, als wir die kurvige Strecke der Trollstigen hochfahren. Oben angekommen ist Lorena nur schwer zu wecken. Umso überraschender, dass sie dann total gut drauf ist, als wir zur neu angelegten Aussichtsplattform laufen. Der Ausblick auf die Haarnadelkurven und das Tal ist echt toll. Wir verbringen hier eine ganze Weile und füttern Lorena dann im Restaurant. Weiter geht die Fahrt um 14:00. Vorbei an Schneefeldern und entlang eines Baches, der später zum Fluss wird, geht es talwärts, wo wir einige Kilometer später eine kurze Fähre nehmen. Für diese 10-minütige Überfahrt müssen wir 136 NOK zahlen. Dreist! Als wir von der Fähre fahren, nimmt der Wind stark zu und kurze Zeit später erwischt uns ein heftiger Gewitterregen, aber zum Glück kein herabfallender Ast. Der Regen wird dann schwächer, je näher wir dem Geirangerfjord kommen und hört nach kurzem Warten im Auto beim Aussichtspunkt auf den Fjord auf. Die Wartezeit überbrücken wir damit, dass Cordula vom flachgelegten Beifahrersitz aus Lorena den Nachmittagsbrei füttert. Dann steigen wir aus und haben einen tollen Blick hinunter auf die Ortschaft, die Kreuzfahrtschiffe und die Wasserfälle. Kurvig geht es weiter in den Ort, wo es nur so wimmelt von Kreuzfahrern. Wir fahren kurz auf den Campingplatz um ein Foto nachzustellen und schauen dann, dass wir weiterkommen. Es wird wieder kurvig. Oben angekommen überlegen wir, ob wir die 140 NOK für die Passstraße zum Dalsnibba zahlen sollen und entscheiden uns glücklicherweise dafür. Die Aussicht von 1500 m auf den Geirangerfjord ist grandios. Lorena verschläft sie. Nachdem es inzwischen 18:15 ist, ist der Plan, den nächsten Campingplatz anzusteuern. Doch das dauert eine ganze Weile, da wir durch einige Tunnel und eine Passstraße hinunter fahren. Dann kommen endlich Schilder, die Hütten ankündigen. Leider erhalten wir zwei Absagen und haben bereits die Sorge, wieder im Zelt schlafen zu müssen. Dann landen wir aber den Volltreffer in Oppstryn. Für 400 NOK bekommen wir die letzte Hütte, ausgestattet mit eigener Dusche/WC. Zugegeben, die Hütte ist sehr in die Jahre gekommen und der Boden nicht ganz sauber, aber hier ist es recht heimelig und es kommt echtes Hüttenfeeling auf. Wir richten uns ein, kochen, spielen mit Lorena und sind um 22:00 im Bett.

Tag 25, 16.07.2018, von Trondheim nach Åndalsnes

Und wieder einmal landet Lorena um 6:40 bei mir im Bett, wo sie bis 8:20 weiterschläft. Eigentlich zu kurz, aber dann schläft sie vielleicht während der Fahrt ganz gut. Nach einem reichhaltigen und ausgedehnten Frühstück kommen wir wie so oft gegen 12:30 los. Noch in Trondheim liegt zufällig eine Shell-Tankstelle mit einem Preis von 14,60 NOK auf dem Weg. Da schlagen wir doch gleich zu und machen den Tank voll. Kurz nach Trondheim wird es baustellenbedingt für ein paar Kilometer sehr zähflüssig. Als wir dann von der E6 abfahren auf die E39, nimmt der Verkehr sofort ab. Gemütlich mit gelegentlichen Überholmanövern geht es durch abwechslungsreiche Landschaft. Dass wir eine Fähre knapp verpassen macht gar nichts, da wir während der Wartezeit Lorena mit ihrem Nachmittagsbrei füttern. Aber sie braucht auch Bewegung und die bekommt sie auf der 20-minütigen Überfahrt (146 NOK) leider zu wenig. In Batnfjordsøra finden wir zum Glück einen Spielplatz und Lorena flippt vor Freude aus, aus dir schon von weitem eine Nestschaukel entdeckt. Wir bleiben hier eine knappe Stunde, die uns allen gut tut. Nach dieser Aktivpause schläft Lorena wieder und bekommt gar nichts von der zweiten Fähre (wieder 146 NOK für knapp 10min Überfahrt) gar nichts mit. Danach sind es nur noch 30 km bis Åndalsnes. In Isfjorden, knapp 5km vor Åndalsnes, steuern wir einen Campingplatz an. Es gibt nur noch eine Hütte für 600 NOK. Wir entscheiden uns weiterzufahren nach Åndalsnes, bekommen aber noch eine Absage. Bei der Fahrt zum nächsten Campingplatz, überlegen wir uns, dass wir – wenn es dort auch keine Hütte gibt – im Zelt zu schlafen. So kommt es dann auch. Für 290 NOK bauen wir gegen 19:30 unser Zelt neben einem schweizer Biker-Pärchen auf. Dieser Preis ist schon hoch, aber 15 NOK für 4,5 min duschen ist wirklich Abzocke. Es geht auch mal einen Tag ohne. Naja, wir sind hier halt kurz vor einer der Hauptattraktionen Norwegens, den Trollstigen. Genau für solche Fälle haben wir zum Glück unser Zelt dabei. Und die Campingstühle, die wir nach dem Abendessen (Tortelloni mit Tomatensoße) für ein paar Minuten benutzen, bevor uns der frische Wind ins Zelt treibt. Dort spielen wir noch eine ganze Weile (bis kurz vor 0:00) mit Lorena. Sie versteht wohl nicht ganz, dass das Zelt für diese Nacht ihr Schlafplatz und kein Spielplatz ist. Außerdem ist es natürlich taghell. Die Mischung aus „todmüde“ und „nicht schlafen wollen/können“ beschert uns wieder einige lustige Momente. Wir sind froh, als wir endlich die Augen zumachen können.

Tag 24, 15.07.2018, von Steinkjer nach Trondheim

Wie so oft beginnt der Tag damit, dass ich Lorena um 6:15 zu mir ins 1,90 m kurze Bett hole. Nachts war sie fast eine ganze Stunde halbwach und hat immer wieder Töne von sich gegeben. Das müssen tatsächlich die Zähne sein. Als sie dann um 8:45 aufwacht, ist sie wie immer zuckersüß. Lorena die ersten Minuten nach dem Aufwachen zu beobachten, sie lachen zu sehen, sie zu hören ist wirklich unbeschreiblich schön. Nach dem gewohnten Ablauf kommen wir wieder um ca. 12:30 los. Nach wenig sehenswerter Fahrt kommen wir um 14:15 an der Unterkunft, dem Singsaker Sommerhotell, an und können sogar gleich einchecken. Wir bringen die Sachen auf’s Zimmer, ziehen kurze Sachen an (es hat 24° und die Sonne scheint) und gehen los in die Stadt bzw. auf die Festung. Von dort hat man einen tollen Blick über ganz Trondheim. Dort oben bekommt Lorena auch ihren Nachmittagsbrei. Dann geht es steil bergab entlang des Fahrradlifts zur Bygbrua, einer alten Zugbrücke. Von hier hat man einen sehr schönen Blick auf die Speicherhäuser am Nidelva. Dann laufen wir weiter zum prächtigen Nidaros-Dom. Auch wenn wir hier nicht erst 15 min vor der Schließung um 17:00 angekommen waren, hätten wir wohl die 100 NOK p.P. nicht bezahlt. Wir sitzen eine Weile auf einer Parkbank und genießen den Anblick und die Ruhe, die ab 17:00 einkehrt. Leider hat sich die Wolkendecke auch geschlossen und es ist ein wenig frisch geworden. Am Rathaus vorbei laufen wir zum Stadtzentrum und zu einem der größten Holzhäuser Skandinaviens, dem Stiftsgården. Zurück geht es dann über eine andere Brücke. Wir spazieren zwischen bunten und schön geschmückten Holzhäusern zum Fahrradlift und „quälen“ uns den steilen Berg rauf. Um 18:30 sind wir wieder an der Unterkunft. Wir holen Sachen für das Abendessen aus dem Auto und gehen mit Lorena noch auf den Spielplatz einer angrenzenden Schule. Laut gekocht und leise gegessen wird dann im Innenhof. Um 22:00 legen wir Lorena ins Bett. Sie schreit heute zum Glück nicht so schrill und lässt sich leicht beruhigen.

Tag 23, 14.07.2018, von Bjerka nach Steinkjer

Lorena schläft bis kurz vor 6:00 ganz gut, schreit dann aber sehr schrill. Wir vermuten, dass sie Zahnschmerzen hat. Ich nehm sie zu mir, obwohl da kaum Platz ist im 70cm-Bett und sie schläft relativ leicht wieder ein. Um 8:30 ist die Nacht dann wirklich vorbei. Cordula braucht noch etwas länger bis sie fit ist, aber ihr geht es zum Glück wieder gut. Nach aufstehen, frisch machen, packen, frühstücken und putzen ist es 12:30, als wir von Campingplatz wieder auf die E6 biegen. Die Fahrt verläuft unspektakulär durch Wälder und Seen oder Fjorde. Das Highlight des Tages ist die 80-minütige Pause auf einem Parkplatz etwas neben der E6. Lorena ist kurz davor nach 2:45h Schlaf aufgewacht und bekommt hier ihren Nachmittagsbrei. Auch wir snacken etwas. Nach dem Essen spielen wir alle drei bei 20° in der Sonne auf der Picknickdecke. Lorena hat richtig Spaß und ist total fröhlich. Um 16:45 fahren wir weiter.

Von unterwegs reserviere ich telefonisch eine Hütte auf einem Campingplatz in Steinkjer, wo wir um 18:20 ankommen. Die Hütte ist relativ neu (oder renoviert), geräumig, gut ausgestattet und auf den ersten Blick sauber. Auf den zweiten erkennt man den Staub und Dreck in den Ecken und in den Sanitäranlagen. Trotzdem sind wir ganz zufrieden, da die Hütte mit 495 NOK deutlich weniger gekostet hat als die Hütten auf umliegenden Campingplätzen. Nachdem wir uns eingerichtet haben wird gekocht. Es gibt den für den Vortag geplanten Lachs mit Gemüse und Nudeln und für Cordula noch ein paar Garnelen. Sehr lecker. Um 21:30 bringen wir Lorena ins Bett. Sie schreit anfangs wieder sehr schrill und lässt sich nicht beruhigen, drückt aber immer wieder oben Kopf an meine Schulter. Das deutet wirklich auf Zahnschmerzen hin. Arme Maus.

Tag 22, 13.07.2018, von Bodø nach Bjerka

Lorena und wir wachen um 8:00 auf. Heute wird nicht lange im Bett gespielt, denn Frühstück gibt es nur bis 9:30. Also los! Cordula duscht mit Lorena, ich zieh Lorena an, Cordula geht mit Lorena zum Frühstück, ich zieh ein Parkticket und geh dann auch zum tollen Frühstücksbuffet. So hatten wir das gar nicht erwartet. Es gibt sogar Lachs. Außerdem wird um 9:30 noch einmal nachbestückt. Wir genießen in aller Ruhe bis kurz nach 10:00, checken aus der Jugendherberge aus und nach ein paar hundert Meter Fahrt (auf der Lorena schon einschläft) beim Rema 1000 wieder ein. Wir kaufen Lachs, Garnelen und Genüsse für das Abendessen, Brot, Joghurt und Nektarinen. Bevor uns Lorena wieder einschläft, füttern wir sie noch auf dem Parkplatz und fahren um 12:20 los. Nach einem billigen (15,28 NOK/Liter) Tankstopp fahren wir ca. 30 min bis zum Saltstraumen, dem größten Gezeitenstrom der Erde. Die Strömung ist, zumindest für mich, beeindruckend. Weiter geht die Fahrt im 14:00 entlang von Fjord- und Seeküsten, über Hügel, vorbei an Schafen bis zur E6, wo zwar wenig Verkehr, aber die Idylle vorbei ist. Der Verkehr nimmt jedoch gefühlt mit jedem Kilometer Richtung Süden zu. Das kann aber auch daran liegen, dass Freitagnachmittag ist. Um 16:00 halten wir am Polarkreis. Lorena bekommt ihren Nachmittagsbrei im dortigen Restaurant. Hier ist alles lang nicht so touristisch aufgezogen wie in Finnland. Fast die gesamte weitere Strecke bis Mo i Rana ist Baustelle und wir fahren teils auf der neuen, teils auf der alten E6. Glücklicherweise stehen die Baumaschinen und wir kommen flott durch. Hinter Mo i Rana steuern wir den ersten Campingplatz an und hatten nur noch eine Hütte für 850 oder für 900 NOK bekommen. Das muss nicht sein. Wir fahren weiter und hoffen, dass wir noch etwas finden. Bereits 12km weiter haben wir in Bjerka Glück und bekommen eine wirklich enge, aber saubere Hütte mit Stockbett für 400 NOK. Da sich Cordula nicht so gut fühlt, kochen wir etwas Schnelles aus der Dose und lagern den Lachs noch eine Nacht im Kühlschrank. Lorena spielt längere Zeit am Boden und erzählt viel mit neuen Lauten bis sie müde wird und mit Cordula zusammen um 21:30 ins Bett geht. Ich sitz noch ein bisschen in der Sonne und schreibe diese Zeilen.

Tag 21, 12.07.2018, von Kongsvik nach Bodø

Nach einer etwas längeren Unterbrechung in der Nacht schläft Lorena bis kurz vor 8:00. Wir spielen mit ihr im Bett und sie ist megagut drauf. Sie sagt nach Aufforderung sogar ganz bewusst „Mama“ und „Papa“. Der Tag beginnt ja schonmal vielversprechend. Dann stehen wir auf, machen uns fertig und frühstücken in der Garage mit Blick auf’s Meer. Eigentlich ganz schön, aber es ist richtig kalt. Kälter ist es nur in unserer Kühlbox, die die ganze Nacht durchlief und so die Bananen gefroren hat. Noch schnell abspülen und um 11:00 fahren wir los nach Moskenes. Das Navi sagt: Ankunftszeit 15:16. Da die Fähre in Moskenes um 18:00 ablegt und wir am Vorabend um 22:40 nicht mehr buchen konnten, sollten wir spätestens um 17:15 in Moskenes sein. Das bedeutet, dass wir zwei Stunden Zeit für Sightseeing und Füttering haben – sportlich, aber machbar. Nachdem Lorena im Auto super schläft, fahren wir über zwei Stunden bis wir um 13:15 Henningsvær, ein altes Fischerdorf, erreichen. Wir finden schnell einen Parkplatz und laufen durch den kleinen Ort. Wir kommen aber nicht weit, weil wir ein Café sehen, in dem wir Lorena ihren Mittagsbrei füttern. Cooles Künstler-Café mit Blick auf’s Meer. Hier lässt es sich aushalten. Wir genießen die Atmosphäre, unseren Cappuccino und die Pikekyss (=Mädchenkuss, ein Schaumgebäck). Anschließend laufen wir noch etwas weiter in den Ort, drehen kurz vor dem Ende um und versuchen beim Rückweg vergeblich einen Alternativweg direkt am Hafen zu finden. Kinderwagen wieder rein ins Auto und wir geht die Fahrt, die hinter Wohnwägen/-mobilen und Leihwagen teilweise lustig langsam verläuft. Auf der Weiterfahrt biegen wir ab von der E10 auf eine kaum von Schleichern befahrene Straße, die wunderschön direkt an der sonnigen Südküste entlang führt. Danach geht es wieder für ein paar Kilometer an der wolkenverhangenen Nordküste weiter, bis wir um 16:15 Nusfjord erreichen. Da das Navi noch knapp 45 min bis zur Fähre nach Moskenes angibt, dürfen wir uns in diesem Fischerdorf, das zum UNESCO-Welterbe zählt, nicht lange aufhalten. Wir tun es trotzdem, weil es einfach so schön ist und man alleine hier 1000 Kalenderfotos schießen könnte. Ein Traum. Es ist kurz nach 17:00 bis wir weiterfahren und das Navi eine Ankunftszeit von 17:48 vorhersagt. Das könnte verdammt eng werden, wenn man z.B. nur bis 17:45 auf die um 18:00 ablegende Fähre könnte oder wenn man – wie wir – ein lahmes Taxi, ein lahmes rotes Auto,… vor sich hat. Ich fahr wir ein Henker, aber es wird aufgrund von Ampeln vor einspurigen Abschnitten 17:53 bis wir am Fährhafen ankommen. Als wir die Fähre mit offener Klappe sehen, sind wir froh, als wir kurz danach die fünf Auto-/Wohnmobilschlangen sehen überhaupt nicht mehr. Wir rufen uns zwar ein, denken aber nicht, dass wir noch mitkommen. Die Hoffnung wird jedoch größer, als wir merken, dass noch gar kein Fahrzeug auf die Fähre gefahren ist. Wir warten also, bis auch ein paar Fahrzeuge etwas tut. PKW werden zwischen Wohnmobilen rausrangiert und dürfen auf die Fähre. Vielleicht haben wir Glück und es sind zu viele Wohnmobile. Dann geht alles ganz schnell. Für den Kassierer wohl zu schnell. Ruckzuck wird einer nach dem anderen aus unserer Spur reingewunken und als ich mit der Kreditkarte wedeln will, werden wir auch weitergewunken. Vielleicht muss man an Bord bezahlen… Wir stellen das Auto ab, packen noch schnell ein paar Sachen und sind aber etwas zu spät im Salon und finden erst keinen Platz. Dann rutscht ein Pärchen (sie Skilehrerin aus Kanaustraleden, er Franzose) etwas zusammen und Cordula kann auf einen „Sessel“. Lorena freundet sich gleich mit beiden an, die sich danach ein bisschen um die kümmern. Es wird eine sehr kurzweilige, mehr als vierstündige Überfahrt nach Bodø. Kurz vor der Ankunft schläft Lorena im Ikea-Stuhl ein. Oder doch nicht? Doch! Oder nicht? Es sind sehr spaßige Minuten, wie sie gegen den Schlaf und gegen eine ungemütliche Position kämpft und letzten Endes verliert. Anstatt um planmäßig 21:10 legen wir erst um 22:45 an. Bezahlt haben wir noch immer nicht. Werden wir auch nicht mehr, den nach 500m Fahrt sind wir bereits an unserer Unterkunft, der Jugendherberge. Wir checken ein, machen Lorena bettfertig und freuen uns noch einmal über diesen traumhaft schönen Tag und dass wir für die Fähre nichts bezahlen mussten. 120€ gespart.

Tag 20, 11.07.2018, von Hatteng nach Kongsvik (CosyCamp)

Lorena hat – vermutlich zahnbedingt – eine unruhige Nacht und ist um kurz vor 8:00 wach. Also stehen wir auf, damit wir heute früher losfahren können. Falsch gedacht: erst spinnt die Waschmaschine, dann halten wir noch einen Plausch mit der finnischen Nachbarin und dann trödeln wir noch. So wird es wieder erst 12:15 bis wir abfahrbereit im Auto sitzen. Dafür haben wir das Frühstück bei strahlendem Sonnenschein unter blauem Himmel, umgeben von hohen Bergen, genossen. Das Wetter ist echt ein Traum und lässt die Farben noch kräftiger erscheinen.

Die Fahrt wird erst so richtig schön, als wir bei Gratangsbotn von der E6 abbiegen auf die 825, die direkt am Wasser entlang führt. Hier sind keine Wohnwagen oder Wohnmobile mehr unterwegs und es kommt ein schöner Ausblick nach dem anderen. Man kann sich gar nicht satt sehen daran. Gegen 15:15 wacht Lorena auf und wir finden in Grovfjord direkt am Hafen einen tollen Spielplatz, wo Lorena schaukelt, auf Kunstrasen krabbelt und in ihren Nachmittagsbrei bekommt.

Wir bleiben hier über eine Stunde und fahren dann weiter. Kurz vor der Brücke Tjeldsundbru überlegen wir auf dem dort gelegenen Campingplatz zu bleiben. Wir nutzen das WLAN dort zur Recherche und entscheiden uns dann weiterzufahren. Etwa 20 Minuten später erreichen wir das CosyCamp, einen improvisierten Campingplatz. Es gibt Wohnwagen-/-mobil- und Zelt-Stellplätze sowie ein Häuschen und zwei Wohnwägen. Wir entscheiden uns für den kleineren Wohnwagen für 450€ und bekommen dafür ein kuscheliges Doppelbett, wenig Platz, eine „Küche“ in einer Garage, gratis Kaffee, Tee, Kuchen und ein neues Sanitärgebäude. Alles in allem eine ganz passable Unterkunft und ein spannendes Erlebnis. In der Kochgarage bereiten wir Lorenas Essen und unser Chili aus der Dose zu und essen mit Blick auf’s Meer. Ein schöner Ausklang für einen wunderschönen Tag. „Gute Nacht!“ Sagen wir Lorena um 21:30 und uns um 22:45.

Tag 19, 10.07.2018, von Alta nach Hatteng

Abgesehen davon, dass Cordula in der Nacht dreimal den Schnuller wieder reinstecken musste, hat Lorena eine super Nacht hingelegt und bis kurz vor 7:00 geschlafen. Dann wird sie gestillt und kommt zu mir ins Bett, wo sie bis 8:30 weiterschläft. Nach der gewohnten Morgenveranstaltung fahren wir zum kurz nach 12:00 los. In Alta kaufen wir im Rema 1000 Milch (18,00 NOK/1,90 €) und vergleichen Preise: Molkereiprodukte sind deutlich, die meisten anderen Sachen nur ein wenig (ca. 10-20%) teurer. Bei einem weiteren Stopp in Alta heben wir noch 200 NOK für den Notfall ab. Die Route bis zum Zielort ist einfach nur schön. Sie geht bei Sonnenschein die meiste Zeit direkt am Wasser entlang oder geht neben Schneeresten über 400 m hohe Bergsättel. Auf der gegenüberliegenden Seite der Fjorde sieht man rote Holzhäuser in blühenden Wiesen und Wasserfälle. Gegen 18:00 wollen wir eine Unterkunft ansteuern, lassen aber blöderweise gleich die erste aus. Danach kommt erstmal nichts. Glücklicherweise werden wir in Hatteng doch noch fündig. Der Campingplatz besteht fast nur aus Dauercampern, die ihren Wohnwagen direkt an ein Holzhaus geparkt haben und es gibt keine Rezeption. Im Fastfood-Restaurant kennt man sich jedoch aus. Nach einem kurzen Telefonat der Fastfoodfrau mit einem Campingplatzmenschen bekommen wir Hütte Nr. 3 für 500 NOK. Wir sind echt gespannt. Die Hütte ist groß, mit Tisch, Herd und Spülbecken, aber ohne fließendes Wasser und recht schmutzig. Nachdem wird kurz gekehrt haben, darf sich Lorena auf den Boden austoben und ist total fröhlich. Während Cordula sich um die Wäsche kümmert (wir können kostenlos waschen und trocknen), koche ich wieder Nudeln mit Tomatensoße. Lorena liegt um 21:30 im Bett und ich merke beim Zähneputzen, dass die Sauna läuft. Also rein da. Das macht ganz schön müdeeeeeeeeeeeeeee…

Tag 18, 09.07.2018, vom Nordkapp nach Alta

Nach der verrückten und beindruckenden Nacht meldet sich Lorena um 5:30. Wir nehmen sie zwischen uns, wo sie kurz nach uns um 9:15 auf und ist voll gut drauf. Es folgt das Übliche: aufstehen, duschen, Lorena und uns anziehen, frühstücken. Unser Frühstück ist wie so oft Lorenas Mittagessen um kurz vor 12:00. Da uns einfällt, dass wir ganz vergessen haben, für Lorena ein Nordkappdiplom zu besorgen, entscheiden wir uns kurzerhand noch einmal ans Nordkapp zu fahren. So viel Zeit muss sein im Urlaub und unsere Eintrittskarte ist ohnehin 24h gültig. Nach einiger Wartezeit an der Kasse stellen wir das Auto um 13:10 ab. Wir schlendern durch den Souvenirshop, kaufen Lorenas Nordkappdiplom und freuen uns beim Blick nach draußen, dass wir die Strapazen der Nacht auf uns genommen haben. Um diese Uhrzeit verliert dieser Ort irgendwie seinen Reiz. Weiter mit der Fahrt geht es um 14:15. Ab jetzt beginnt der Heimweg. Die ersten 130 km kennen wir bereits. Danach geht es auf die E6 Richtung Süden. Die Fahrt verkauft durch abwechslungsreiche Vegetation und Landschaft: Fjell, Wald, Fjorde. Um kurz vor 18:00 erreichen wir einen Campingplatz kurz vor Alta. Wir wollen zuerst eine Hütte, erfahren aber dass der Preis für ein Zimmer günstiger ist. Also nehmen wir das. Ein Volltreffer! Das Zimmer ist geräumig (drei Stockbetten), wir haben ein Waschbecken im Zimmer und Klo und Miniküche mit Kühlschrank direkt vor der Tür. Wir richten uns ein und kochen dann in der großen Gemeinschaftsküche: es gibt Nudeln mit Tomatensoße. Um 22:30 sind wir im Bett.

Tag 17, 08.07.2018, von Ivalo zum Nordkapp

Lorena war kurz vor 5:00 „etwas“ unruhig. Wir haben sie zu uns ins zusammengeschobene Doppelbett geholt und sie ist um 6:15 wieder eingeschlafen. Meine Nacht war etwas unruhig, weil ich damit beschäftigt war Stechmücken im Dunkeln zu erschlagen und von Lorena fernzuhalten. Das funktioniert so gut, dass sie bis nach 9:00 schläft. Wir packen alles zusammen, checken aus und frühstücken im Gemeinschaftsraum. Abfahrt ist um kurz vor 13:00. Bereits nach gut 30 Minuten machen wir am Inarisee einen Fotostopp, weil es einfach wunderschön hier ist. Weiter geht die entspannte Fahrt durch Lappland, bis wir um 15:30, nachdem wir noch einmal in Finnland vollgetankt (1,63€/l) haben, die Grenze zu Norwegen erreichen. Wir stehen das Auto an und knipsen einige Bilder auf der Brücke über den Grenzfluss und springen so zwischen zwei Ländern und zwei Zeitzonen hin und her. Die Weiterfahrt in Norwegen verläuft nicht mehr ganz so entspannt, da die Strecke deutlich kurviger wird. An einem schön oberhalb eines Flusses gelegenen Rastplatz bekommt Lorena ihren Nachmittagsbrei. Die vielen Mücken nerven allerdings. Auf der Weiterfahrt suchen wir uns ein Quartier zwischen Honningsvåg und dem Nordkapp und überlegen uns, dass wir aufgrund des tollen Wetters heute noch ans Nordkapp fahren. Wunderschön schlängelt sich die Straße entlang eines Fjordes. Durch den fast 7km langen Nordkapptunnel kommen wir nach Honningsvåg und kurz darauf zu unserer Unterkunft Nordkapp Camping, wo man nichts weiß von unserer Booking-Buchung. Cordula ist eben so flott gefahren, dass wir noch vor unserer Buchung ankamen. Glücklicherweise geht alles gut und wir bekommen ein Zimmer mit geteiltem Doppelbett und eigenem Bad. Die Zimmer sind in Containern und irgendwie fühlt man sich wie auf einer Expedition. Wir sind total zufrieden und auch der Preis von 710 NOK (etwa 75€) ist angesichts der Lage voll okay. Bis zum Nordkapp sind es nämlich nur noch 28 km und nach dem Abendessen Augen wir um 21:00 ins Auto und nehmen diese Strecke auf uns. Wir haben ein wenig Zweifel, wie Lorena diesen Tag verkraften wird, weil sie im Auto so viel geschlafen hat. Aber es sollte auch zeigen, dass sie auch das super wegsteckt. Wir kommen um 21:30 am Nordkappplateau an, kaufen die Tickets (275 NOK p.P.) und parken das Auto auf einem Schotterparkplatz in einer Herde von Wohnmobilen und -wagen. Bei ca. 13° laufen wir mit Lorena im Kinderwagen rum, machen Bilder von der stilisierten Erde vor der eben nicht untergehenden Sonne. Die Stimmung ist ganz besonders. Es kommt einem so unwirklich vor bei hellem Tageslicht um kurz vor 23:00 hier zu sein, bei 71°50’21“ nördlicher Breite. Nachdem wir umgeben von deutschen Reisegruppen etliche Fotos gemacht haben, schauen wir uns den 120°-Film an und gehen in die Grotte, entlang der besondere Ereignisse am Nordkapp geschildert werden. Um kurz vor 0:00 geben wir wieder raus und sind überrascht, wie viele Menschen jetzt hier stehen und darauf warten, wie der Zeuge von 23:59 auf 0:00 springt, um zu sehen wie nichts passiert. Die Sonne geht ja nicht unter. Außerdem erreicht sie ihren tiefsten Stand erst um 0:17. Einige Leute stoßen mit einem Glas Sekt an, andere mit Schnaps. Dann sammeln die Busfahrer ihre großen wieder ein und es wird schnell leerer. Wir stellen noch einmal das Bild vor der Oskar-Säule nach, das Mami und Papi 1979 von mir am gleichen Ort gemacht haben. Dann geht es – immer noch bei Sonnenschein – zurück in die Unterkunft, wo wir müde um 1:10 ankommen. Wir bringen Lorena ins Bett und schlafen selbst auch schnell ein.

Tag 16, 07.07.2018, von Rovaniemi nach Ivalo

Lorena wacht wieder einmal zwischen 4:00 und 5:00 auf, lässt sich dieses Mal aber nach dem Stillen in ihrem Bett wieder einschläfern. Wir schlafen auch wieder ein und wachen um 8:45 auf. Während Lorena bis 9:30 weiterpennt packen wir und bereiten das Frühstück vor. Die Uhr gibt plötzlich wieder Vollgas und wir schaffen es erst nach der Checkout-Zeit um 11:00 loszufahren. Zuerst steuern wir eine Apotheke an: ich habe Fußpilz. Danach geht es weiter zum Polarkreis, den wir um kurz vor 12:00 erreichen. Besser gesagt erreichen wir eine Ansammlung von riesigen Holzhütten, die den Polarkreis und den Nikolaus geschickt vermarkten. Wir machen Fotos, kaufen Mitbringsel, füttern Lorena und verschicken Postkarten.

Bis wir wieder weiterfahren ist es 14:40 und wir werden wohl das gesetzte Ziel Inari nicht erreichen. Aber Lorena macht wieder prima mit und schläft genau bis zum Lidl in Sodankylä. Wir sind überrascht, als wir im Lidl einen Cafébereich mit Hochstuhl entdecken. Also bekommt Lorena hier ihren Nachmittagsbrei. Wir decken uns mit Säften ein und kaufen wieder Fleisch und Tiefkühlgemüse. Anschließend geht die entspannte Fahrt – aufgrund von Rentieren – mit Unterbrechung weiter

und weil Lorena wieder gut schläft, kommen wir bis Ivalo, wo wir um 18:45 im Näverniemi Holiday Center einchecken. Wir hätten es zwar bis Inari geschafft, aber hier ist es günstiger und vermutlich auch schöner. Unsere Hütte für 45€ ist geräumig und hat sogar verschiebbare Betten.

Wir merken, dass die Nacht in Iisalmi für das Gebotene recht teuer war, wir aber wenigstens waschen konnten. Wir richten uns ein, kochen wieder das Gleiche, aber wieder mit neuem Geschmack (Thai-Wok-Gemüse), füttern Lorena und sind um 23:45 im Bett. Schon komisch: angesichts der Schlafzeiten müssten wir ganz schön müde sein, aber durch die Helligkeit die ganze Nacht, sind wir überraschend fit. Mal sehen, wie das auf dem Heimweg wird.

Tag 15, 06.07.2018, von Iisalmi nach Rovaniemi

Lorena ist wieder früh wach und kommt nach dem Stillen zu mir ins Hochbett. Anders als ich schläft sie wieder ein und wir bis nach 9:00. Sie Cordula wach ist, geh ich duschen und hol die Wäsche aus dem Trockner. Wieder vergeht die Zeit total schnell und wir checken erst um kurz nach 12:00 aus. Dann füttern wir Lorena und frühstücken selbst im Spül-/Kochraum. Auf dem Campingplatz herrscht anlässlich eines Truckertreffens reges Treiben als wir um 13:00 losfahren. Es geht weiter Richtung Norden. Lorena schläft zwei Stunden und wacht erst hinter Oulu auf. Dort bekommt sie ihren Nachmittagsbrei und spielt anschließend mit mir gut 45 Minuten in einer „Spielhölle“ (Cordula meint eigentlich einen Spielhimmel). Lorena krabbelt sehr viel und hat richtig Spaß hier.

Sie verausgabt sich so sehr, dass sie einen Zweieinhalb-Stunden-Schlaf braucht. Sie verpennt sogar die 10km lange Schotterpiste, über die wir fahren müssen, weil „gebaut“ wird.

Sie wacht erst beim Supermarkt in Rovaniemi wieder auf. Dort kaufen wir unser Abendessen, Ren-/Elchsalami, Joghurt und Melone. Um 20:00 erreichen wir unsere Unterkunft, das Motelli Rovaniemi. Für 50€ bekommen wir ein in die Jahre gekommenes, nach altem Rauch riechendes aber sehr geräumiges und sauberes Zimmer mit Küche und guter Dusche. Gekocht wird wieder Fleisch mit Tiefkühlgemüse und Frischkäse. Bis wir Lorena im Bett haben ist es kurz nach 22:00 und bis wir dann drin liegen ist es schon 23:00.

Tag 14, 05.07.2018, von Punkaharju nach Iisalmi

Als sich Lorena um 5:30 meldet, haben wir schon die Sorge, dass es heute wieder drei Stunden dauert, bis sie einschläft. Ich nehm sie zu mir ins Bett und zum Glück schläft sie nach gut 20 Minuten streicheln und Rückenmassage wieder ein. Ich auch und ich wache leider erst um 9:00 wieder auf. So wie Cordula. Während Lorena noch bis 9:40 schläft, geht Cordula in die Sauna und zur Abkühlung in den See, die allerdings nur von 8:00 bis 10:00 läuft. Zu erleben, wie Lorena aufwacht, ist jedoch unbezahlbar und mit keinem Saunagang vergleichbar. Im Nieselregen wird gepackt und das Frühstück in der Hütte auf dem Kühlschrank vorbereitet. Um kurz nach 12:00 checken wir aus, füttern Lorena aber noch im Spül-/Essensraum. Um 13:00 verlassen wir das Punkaharju Resort und steuern Savonlinna an. Dort gibt es eine mittelalterliche, gut erhaltene Festung, in der jährlich im Juli/August Opernfestspiele stattfinden. Angesichts des Regens machen wir nur einen kurzen Fotostopp und fahren weiter nach Kuopio. Laut Reiseführer soll die Markthalle ganz interessant sein. Wir parken das Auto beim Rathaus und laufen über den Marktplatz zur Markthalle, die erstens eine andere Farbe als im Reiseführer und zweitens nur halb so viel Charme wie die in Helsinki hat. Zu essen finden wir hier nichts, aber direkt daneben gibt es chinesisches Buffet für 12,90€ inkl. Getränke und Kinderspielplatz. Besser geht’s gar nicht. Lorena kann spielen (ganz alleine!), bekommt zwischendurch ihren Nachmittagsbrei und wir haben unser Abendessen.

Um kurz vor 18:00 fahren wir dann weiter – ohne Ziel. Wir steuern Iisalmi an, in der Hoffnung für etwas zu finden. Auf der Fahrt recherchiert Cordula und findet einen Campingplatz: Koljonvirta. Wir kommen um 19:00 dort an und haben keine Lust noch weiter zu suchen. Die Hütte ist mit 55€ zwar teuer, aber sie ist größer und heller als die letzte. Außerdem können wir hier auf der Anlage Wäsche waschen. Damit und mit schaukeln, Abendbrei kochen und füttern, verbringen wir die Zeit, bis wir um 23:15 im Bett liegen. Lorena ist erst um 23:00 eingeschlafen.

Tag 12, 03.07.2018, Helsinki

Lorena macht die Nacht, die ja hier gar keine ist, zum Tag und ist von 3:15 bis 6:15 hellwach. Sie turnt zwischen uns im Bett rum und ist total fröhlich. Eigentlich ganz süß, aber Schlaf wäre wichtiger. Immerhin schlafen wir alle zusammen dann noch bis 9:30. Nach dem Frühstück nehmen wir den Bus um 11:49, mit dem wir bis zur Felsenkirche fahren. Die 3€ Eintritt lohnen sich wirklich aufgrund der Architektur und des Chor-Konzerts. Außerdem sitzen wir hier im Trockenen, denn es hat angefangen zu regnen. Danach fahren wir mit der Tram Linie 2 quer durch die Stadt und steuern am Hafen bzw. Markt aus. Dort gehen wir in die alte Markthalle und überlegen uns, etwas zu essen. Da Lorena noch schläft, wollen wir die Zeit auf dem Markt draußen überbrücken. Nachdem unsere Kleine hier aufwacht und der Lachs einladend in der Pfanne liegt, suchen wir uns einen Platz und essen alle zusammen hier (Lachssuppe inkl. Kaffee und gebratenen Lachs mit Gemüse für 21,50€). Glücklicherweise hat der eklige Nieselregen währenddessen aufgehört. Weiter geht es zum Senatsplatz und in den angrenzenden Dom. Von dort laufen wir zur (orthodoxen) Uspenski-Kathedrale. Direkt davor ist ein Spielplatz, wo wir Lorena schaukeln lassen. Sie flippt so aus vor Freude, dass das wie „richtige“ Bewegung für sie ist.

Anschließend laufen wir wieder zum Marktplatz im Hafen, von wo aus wir mit der Fähre zur Festungsinsel Suomenlinna übersetzen. Hier sieht es mit den bunten, alten Holzhäusern sehr idyllisch aus. Lediglich das Katzenkopfpflaster (Kopfsteinpflaster mit runden Steinen) nervt. Im Café Art bekommt Lorena ihren Nachmittagsbrei und wir gönnen uns eine heiße Schokolade (4€). Wir laufen anschließend weiter über die Insel bzw. über eine Brücke zur nächsten und lassen Lorena zwischenzeitlich an einer Bank rumturnen, weil sie Bewegung braucht. Als wir uns entschließen umzukehren, fängt es wieder an zu tröpfeln. Während wir mit der Fähre zurückfahren, suchen wir ein Restaurant für’s Abendessen. Inzwischen regnet es stark. Nach einer Fahrt mit der Linie 2 und 700m zu Fuß erreichen wir den Pub Woolshed, wo es ausgerechnet Montag und Dienstag (es ist Dienstag!) Burger für 11€ gibt. Wir ergattern schnell einen Platz und sind richtig glücklich mit unserer Wahl. Erst recht nach den ersten Bissen. Die Burger sind wirklich lecker. Da der Pub direkt am Bahnhof ist, fahren wir mit dem Zug zum Bus und sind um 21:00 daheim. Die frische Luft den ganzen Tag scheint Lorena müde gemacht zu haben. Sie schläft flott ein und gut durch.

Tag 13, 04.07.2018, von Helsinki nach Punkaharju

Wir wachen ausgeschlafen um 7:30 auf und Lorena knapp 10 Minuten später. Wir überlegen uns kurz, ob wir versuchen sollen, sie nochmal zum schlafen zu bringen, entscheiden uns dann aber dafür, aufzustehen. Abgesehen vom Tag der Überfahrt nach Turku, waren wir in diesem Urlaub noch nie so früh auf der Straße. Um 9:40 kommen wir los und da das Wetter super ist, fahren wir nochmal rein nach Helsinki um Fotos zu schießen. Wir halten kurz am Senatsplatz und in der Nähe des Marktes und sind uns einig, dass sich dieser Umweg, der und über eine Stunde gekostet hat, auf jeden Fall gelohnt hat.

Bei der Ausfahrt aus Helsinki nimmt der Verkehr schnell ab und nach knapp 45 Minuten machen wir einen Fotostopp in Pavoo (rote Speicherhäuser). Weiter geht die Fahrt nach Hamina, wo wir wegen der Festung und des außergewöhnlichen, achteckigen Grundriss der Stadt halten. Nach einem kurzen Spaziergang zwischen blumengeschmückten Holzhäusern kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten beim Lidl. Das einzige Highlight der sonst eher eintönigen Fahrt, ist die Nähe zur russischen Grenze.

Kurz vor dem Ziel wird es dann aber doch noch ganz schön. Nach dem Ort Punkaharju fahren wir auf einem schmalen Streifen, der teilweise kaum breiter ist als die Straße, durch bzw. über die finnische Seenplatte – Natur pur. Kurz darauf erreichen wir das Punkaharju Resort, wo wir eine Campinghütte für zwei Personen für 40€ direkt am See bekommen. Es ist traumhaft schön hier. Die Hütte ist wirklich winzig, reicht und aber vollkommen. Während Cordula auch um Lorena kümmert, koche ich einen Hähnchen-Nudel-Gemüse-Topf. Bereits jetzt nerven die Mücken, die, als wir um 23:30 ins Bett gehen, zur Plage werden. Irgendwie ist es dann doch nicht mehr so schön hier, weil man diese Idylle gar nicht genießen kann.

Tag 11, 02.07.2018, von Turku nach Helsinki

Lorena wacht um 6:30 auf und lässt sich nicht wieder einschläfern. Erst nachdem Cordula sie gestillt hatte und ich sie zu mir ins Bett genommen habe, schläft sie – wie wir auch – wieder ein. Erst um kurz vor 10:00 waschen wir wieder auf. Wir machen uns fertig, checken um 12:00 aus und spätstücken (also brunchen) gemütlich in der Jugendherberge. Wir fahren erst um kurz vor 13:30 los, haben aber auch keine lange Strecke vor uns. Bei Salo fahren wir auf Empfehlung des Bedaeker-Reiseführers von der Autobahn ab Richtung Ekenäs. In Perniö soll es eine mittelalterliche Kirche geben. Wir kurven kreuz und quer durch das finnische Dörfchen, finden aber keine Kirche. Bei der Weiterfahrt merken wir auch weshalb: wir waren erst in Perniö Asemanseutu (was „Bahnhof“ heißt). Nach 6km kommt dann das „echte“ Perniö mit einer stattlichen, mittelalterlichen Kirche, die jedoch leider montags geschlossen ist. Wenigstens gibt es in der gepflegten Ortschaft einen Spielplatz, auf dem Lorena noch schaukelt und wippt. Eine halbe Stunde später erreichen wir Ekenäs, einer Sommerresidenz vieler Russen. Als diese Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts vorbei war, ist auch in diesem Städtchen die Zeit stehengeblieben. Einen Stopp ist uns nur der Lidl hier wert, bei dem wir uns mit Getränken versorgen. Auf der Weiterfahrt macht Cordula nach zähem Ringen mit der airbnb-App eine Unterkunft in Helsinki klar. Dort kommen wir um 18:15 an und sind überrascht, was uns hier für ein neu renoviertes (jedoch noch nicht ganz fertiges) High-Tech-Zimmer mit Beamer, Leinwand, LED-Streifen, Glasschiebetüren und (endlich mal wieder) Doppelbett erwartet. Der Gastgeber kommt etwas später, aber zwei wortkarge Asiaten sind ja auch nicht schlecht. Wir richten uns ein, wechseln später ein Worte mit dem freundlichen Gastgeber Janne und kochen dann Tortelloni mit Schinke-Sahne-Sauce. Der ältere Asiate fühlt sich bereits wir daheim und bedient sich an unserem Campingtopf und unseren Gewürzen. Der andere ist nur mit seinem Handy beschäftigt und braucht deshalb für sein Essen fest eine Stunde. Ins Bett gehen wir um kurz nach 22:00, kleben aber vorher noch ein großes Fenster mit der Lufthansa-Decke und Panzertape ab

Tag 10, 01.07.2018, von Stockholm nach Turku

Der „Wecker“ meckert schon um 4:30 und damit genau eine Stunde zu früh. Wir versuchen noch, Lorena einzuschläfern, entscheiden uns dann aber schon um 5:15 aufzustehen. Obwohl wir am Vorabend bereits alles vorbereitet hatten, dauert es bis 6:15 bis wir loskommen. Damit sollten wir die knapp 12km trotz Berufsverkehr bis 6:45 schaffen. Geht locker, den auf der Straße ist nichts los. Berufsverkehr? Ach ja, wir Deppen: es ist Sonntag. Um 6:35 sind wir beim Check-in und erhalten die schlechte Nachricht, dass das Schiff erst um 9:00 statt um 7:45 ablegt. Wir sind also viel zu früh aufgestanden und haben das Problem, dass Lorena nur kurz auf der Fahrt geschlafen hatte und ihr eigentlich noch ein paar Stunden Schlaf fehlen. Dementsprechend anstrengend ist es, sie bei Laune zu halten. Irgendwie vergeht die Zeit dann doch ganz schnell und wir stehen direkt neben dem Schiff, als es anlegt. Wahnsinn! Und das ohne eine Wolke am Himmel. Rein ins Schiff und ab zum Frühstück. Wir ergattern einen tollen Platz ganz vorne und sind begeistert vom tollen Buffet für 11€. Doch die Freude hält nicht lange, da um 9:30 etwas Hektik aufkommt und die Tische neu eingedeckt werden. Um 9:50 kommt eine Mitarbeiterin und weist und darauf hin, dass wir dich bitte gehen sollen, weil andere Gäste kommen. Eine Frechheit, denn Frühstück soll es bis um 10:00 geben und schließlich sind wir erst um kurz nach 9:00 losgefahren. Wir sind echt enttäuscht, schauen aber zum Glück ein Deck höher, wo der eigentliche Frühstücksraum ist. Dort gibt es noch alles und wir können uns hinsetzen und nochmal zuschlagen. Danach drehen wir eine Runde über’s Schiff, genießen die langsam (Tempo 30) vorbeiziehende, idyllische Schärenlandschaft und finden dann einen windgeschützten Platz auf dem Sonnendeck. Die letzten schwedischen Kronen werden in ein Glas Moët& Chandon investiert. Das große Glas Bier gibt’s für 5,50€ für mich dazu. Sehr chillig hier, was für ein Leben. Kurz vor 12:00 wird Lorena müde und gleichzeitig hungrig. Drinnen finden wir nach einer Tanzeinlage (bei der Lorena voll abgeht) in der Kinderdisco einen Platz in einem der zahlreichen Restaurants. Nach ihrem Mittagessen wird Lorena gewickelt und Cordula schläfert sie in der Trage ein. Als sie eingeschlafen ist, legen wir sie am Boden ab. Dort schläft sie dank Cordulas Hilfe nach 40 min insgesamt fast zweieinhalb Stunden. Danach ist die richtig gut drauf und krabbelt das erste Mal richtig. Auf der Fensterbank legt sie über einen Meter zurück und ist happy. Außerdem spielt sie wieder „Aufstehen-Hinsetzen“. Cordula schaut mal auf dem Shopping-Deck vorbei und ich geh wieder mal raus zum fotografieren.

Die Zeit vergeht wie im Flug und machen wir gesnackt (Polarbrød mit Minisalami bzw. Erdbeermarmelade) haben, ist schon wieder Zeit für Lorenas Abendessen. Danach dauert’s nicht mehr lange und es kommt die Durchsage, dass man sich langsam zu den Autos begeben soll. Wir finden zwar nicht den richtigen Abgang, aber unser Auto. Blöderweise reagiert es nicht auf den Schlüssel. Weder auf meinen noch auf Cordulas. Dann fällt es mir ein: ich hab vergessen die Kühlbox auszuschalten und die hat die Batterie leergezogen. Mit Hilfe eines freundlichen Dänen kommen wir zumindest ins Auto, aber nicht zum Überbrückungskabel im Kofferraum. Also lauf ich hoch zur Info und gebe bescheid, dass unsere Batterie leer ist und wir das Auto nicht starten können. Für Dame meinte, dass sie es weitergibt und jemand kommt und uns hilft. Wir warten noch mindestens 10 Minuten, die Ladeklappen sind schon offen, aber es ist noch niemand da. Also geht Cordula nochmal los. In der Zwischenzeit bekommen wir das Überbrückungskabel eines freundlichen Finnen geliehen, können es aber nicht benutzen, da es ca. 30cm zu kurz für das Nachbarauto ist. Wäre blöd, wenn jetzt niemand kommt, denn dann würden wir alles blockieren. Aber es kommt jemand vom Personal mit einer Energiestation und überbrückt uns. Zum Glück! Hätten wir gewusst, dass wir danach nochmal über fünf Minuten (mit laufendem Motor!) stehen, wäre alles etwas entspannter gewesen. Es ging ja alles gut. Runter von der Fähre gibt es einen kleinen Stau. Danach kommen wir um 22:10 an der Unterkunft (einer Jugendherberge) in Turku an. Es ist schon so spät, weil Finnland eine Stunde voraus ist. Lorena schläft zwar während der Autofahrt und wir haben Bedenken, dass sie dann im Zimmer nicht schläft, aber unsere Kleine ist so handsam, dass sie nach dem Stillen relativ schnell weiterschläft. Bis wir dann auch in der Kiste in unserem Ostblock-/60er-Jahre-Zimmer liegen, ist es 23:20.

Tag 09, 30.06.2018, Stockholm

Wie am Tag davor wachen wir vor dem Wecker auf, haben aber deutlich weniger Stress, weil der Bus heute am Samstag eine halbe Stunde später fährt. Unseren Plan, zum und auf den Kaknästornet zu fahren, müssen wir leider verwerfen: Reperaturmaßnahmen und deshalb Sperrung. Neuer Plan: Picknick im Djurgården. Wir fahren würde mit der Fähre und weiter mit der Tram. Der Park ist riesig und eigentlich eher Wald als Park. Nach ein paar hundert Metern steht am Wegrand ein Reh und ist alles andere als scheu. Auf einem kleinen Spielplatz setzen wir Lorena in eine Schaukel, was ihr sichtlich gefällt. Nebenan ist eine Art Biergarten oder besser: Obstgarten. Tische und Bänke stehen unter zahlreichen alten Obstbäumen und gehören zu einem Café. Sehr einladend aber leider nicht das Richtige für unser Picknick, dass wir hinter einer Hecke veranstalten, um vor dem frischen Wind geschützt zu sein. Aus dem Picknick wurde dann allerdings nur Lorenas Mittagessen. Sie war müde und wir sind wieder gegangen, damit sie im Kinderwagen schlafen kann. Nächstes Ziel: ein Supermarkt, in der Hoffnung, dass es dir Elch- oder Rentier-Salami gibt. Leider Fehlanzeige. Doch wir können vom Karlsplan mit der Tunnelbana (U-Bahn) direkt in die Gamla Stan (Altstadt) fahren. Dort kommen wir durch Zufall an einem Supermarkt vorbei und kaufen eine riesige Schüssel selbst gewählten Salat für 132SEK. Raucherlachs und ein „Lachspflanzerl“ sind auch mit dabei – sehr lecker und sein Geld wert. Gegessen wird am Stortorget vor der Akademie der Wissenschaften (wo die Nobelpreise verliehen werden). Anschließend gehen wir noch zum königlichen Schloss und spazieren gemütlich durch die Altstadt. Cordula kauft noch zwei leckere Schokoladenkugeln bevor wir zum Slussen zu unserem Bus laufen. Wir fahren zwar pünktlich um 15:53 los, sind aber zwei Minuten zu spät in Björknäs Centrum, wo ich noch kurz die dann verschwundene Anzeige für den Anschlussbus (Linie 413) sehe. Mist, jetzt müssen dich wieder laufen, obwohl die Busse eigentlich aufeinander abgestimmt sein sollten. Gerade losgelaufen und auf der anderen Straßenseite angekommen, sieht Cordula zum Glück, wie der Bus 413 zur Haltestelle fährt. Puh, Glück gehabt, wir müssen doch nicht laufen. Zumindest nicht so weit. Zurück im Bauwagen fangen wir an zu packen und aufzuräumen, da wir am Tag darauf um 6:45 am Fährterminal sein müssen. Lorena ist zwischenzeitlich etwas quenglig, weil sie hungrig und müde ist. Probleme die sich leicht lösen lassen. Außerdem schieben wohl gerade ihre oben Schneidezähne durch. Um 21:00 schläft sie aber nach dem Stillen problemlos ein. Ich dusche noch und um 23:00 ist der Tag vorbei.

Tag 08, 29.06.2018, Stockholm

Wir wachen zwar kurz vor dem Wecker auf, haben dann aber doch ziemlich Stress gerade noch den Bus um 9:51 zu erwischen. Wir fahren bis zur Endhaltestelle Slussen und laufen entlang einer riesigen Baustelle zur Fähre nach Djurgården. Mit dieser fahren wir auf die Insel, auf der sich das Vasa-Museum (Eintritt 125 SEK p.P.) befindet. Dort sind wir von 11:00 bis 14:45 und laufen anschließend die Promenade entlang Richtung Innenstadt. Eine Toilettenpause verbunden wir mit Lorenas Nachmittagsbrei im NK. Weiter geht’s durch einen der zahllosen H&Ms in die Fußgängerzone. Wir stolpern zufällig über einen Nike-Store und kaufen Schuhe. Da es inzwischen nach 18:00 ist, machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant in der Altstadt. Beim „Trotzig“ werden wir fündig und essen – natürlich landestypisch – Kjöttbullar (aus Ren und Elch) mit Preiselbeeren und Kartoffelpüree. Sehr lecker, wenn auch nicht ganz günstig (198SEK/19,80€). Um kurz nach 20:00 machen wir uns auf den Heimweg und bekommen gerade noch den Bus (Linie 471) um 20:26. Von der Haltestelle Björknäs Centrum Fahrt leider kein Bus mehr weiter, weshalb wir die letzten 1,7km auf und ab entlang der Luxushäuser zur Unterkunft laufen müssen. Im Bett sind wir um kurz nach 22:00.

Tag 07, 28.06.2018, von Norrköping nach Stockholm

Da wir das Auto nicht vor unserer Unterkunft parken konnten, muss ich um 8:00 aufstehen und einen Parkschein ziehen. Lorena hat bis auf eine 30-minütige Stillunterbrechung gut geschlafen und schläft tatsächlich bis kurz vor 10:00 weiter, so dass wir ganz in Ruhe das Frühstück genießen können. Dann wird Lorena angezogen, wir packen unser Zeug zusammen und fahren um kurz nach 11:00 bei 28° los. Um 12:00 machen wir Mittagspause – wieder an einem tollen Rastplatz. Auf der Weiterfahrt machen wir die 2000km voll. Da wir gut in der Zeit liegen, machen wir einen kleinen Umweg über Schloss Drottningholm, die Sommerresidenz des Königs. Dort kommen wir um 14:30 bei 30° an.

Nachdem Lorena ihren Nachmittagsbrei bekommen hat und sich ein wenig auf der Picknickdecke austoben konnte, schlendern wir noch durch den Schlossgarten.

Auf der Weiterfahrt zum airBnB laden wir die Fahrkarten auf (250 SEK/25 € für 72 Stunden) und geraten danach in einen Stau. An der Unterkunft kommen wir um 18:15 an und lachen erstmal, weil wir in einem Bauwagen schlafen dürfen. Innen ist der Bauwagen geschmackvoll und praktikabel eingerichtet und wir fühlen uns sofort wohl. Umgeben sind wir von großen, modernen Häusern, die mehr an Beverly Hills erinnern als an Stockholm. Wir richten uns ein, kochen und gehen mit Lorena um 22:00 ins Bett. Meinen Plan, vor der Tür noch etwas am Laptop zu recherchieren, verwerfe ich schnell, da es zu stürmen und zu tröpfeln beginnt.

Tag 06, 27.06.2018, von Bergkvara nach Norrköping

Lorena schläft wie wir lange und gut. Wir wachen erst um 8:30 auf. Irgendwie vergeht heute die Zeit wie im Flug und so wird es kurz vor 13:00 bis wir losfahren. Eigentlich wäre das kein Problem, aber um 16:00 spielt Deutschland gegen Südkorea und das Spiel wollen wir unbedingt sehen. Wir haben extra dafür eine Unterkunft in Norrköping mit Fernseher und gutem WLAN gebucht. Hätten wir vorher gewusst, dass wir erst so spät loskommen, hätten wir das anders gemacht. Also: Planänderung. Wir fahren erst nach Kalmar, schauen uns das mächtige Schloss an und fahren dann nach Västervik, wo wir hoffentlich eine Fußballkneipe oder etwas Vergleichbares finden. Wir erreichen das schnucklige Västervik pünktlich um 15:40, finden einen super Parkplatz und sehen auf dem Weg dorthin auch eine Bar, die komplett mit Menschen in blau-gelben Trikots gefüllt ist. Direkt daneben ist ein McDonald’s, der schnelles WLAN liefert, sodass wir dort das Deutschlandspiel auf dem Handy und das Schwedenspiel auf einem Fernseher anschauen können.

Vielleicht war es kein gutes Omen, dass in der Früh am See ein Vogel auf Lorenas Deutschlandkleid gekackt hat, denn das Spiel war ebenso beschissen wie das Ergebnis (0:2 verloren und damit ausgeschieden). Wenigstens konnten die Schweden über ihr 3:0 gegen Mexiko jubeln. Zumindest fünf Minuten. Danach war alles so, als wäre nichts passiert: kein Autokorso, keine grölenden Fans, keine Besoffenen. Positiv an der Sache ist, dass wir jetzt keinen Stress mehr haben, um die weiteren Deutschlandspiele zu sehen – es gibt ja keine mehr. Um kurz nach 18:00 fahren wir weiter Richtung Norrköping, wo wir nach einem Abendessen-Stop für Lorena um kurz nach 21:00 ankommen. Das (kleine, aber ausreichende) Zimmer ist in einem Bürogebäude im obersten Stock. Man fühlt sich wie in einem Krankenhaus oder Seniorenheim. Anders als erwartet ist Lorena noch putzmunter und es wird 23:00 bis sie endlich schläft. Wir suchen anschließend noch eine Unterkunft für Stockholm und buchen die Fähre für Sonntag, 01.07.2018.

Tag 05, 26.06.2018, von Kopenhagen nach Bergkvara

Nach einer entspannten Nacht wird gepackt, geduscht, gefrühstückt. Bis wir im Auto sitzen ist es 10:20. Wir sitzen jedoch nicht lange im Auto, weil wir gleich noch beim Aldi einkaufen. Es dauert, bis wir uns überlegt haben, was wir abends kochen, aber wir haben ja Zeit. Um 11:30 sind wir dann ‚on the road again‘ und verlassen Kopenhagen über die Öresundbrücke nach Schweden. Malmö lassen wir links liegen und steuern stattdessen Lund an, wo wir im Schatten des Doms Mittagspause machen. Anschließend geht es weiter durch die schwedische Pampa bis Lorena auf einem Lidl-Parkplatz ihren Nachmittagsbrei einnimmt. Danach ist es noch gut eine Stunde Fahrt, bis wir den Dalskärs-Campingplatz in Bergkvara erreichen. Die Reservierung hat zwar nicht funktioniert, aber es ist wenig los und so können wir uns eine Hütte direkt am See aussuchen. Traumhaft – so stellt man sich Schweden vor.

Wir richten uns ein, kochen Geschnetzeltes mit Gemüse und Kartoffeln und genießen den Abend. Lorena schläft zwar erst um 22:00, aber es macht ihr scheinbar nichts aus, dass es noch recht hell ist.

Tag 04, 25.06.2018, Kopenhagen

Die Nacht war halbwegs in Ordnung. Wir stehen um 8:30 auf, frühstücken und machen uns auf den Weg in die Innenstadt. Mit einer S-Bahn um kurz nach 11:00 fahren wir bis Østerport und laufen zum Schloss Amalienborg, wo wir uns um 12:00 die Wachablösung der königlichen Garde ansehen. Danach schlendern wir Richtung Kleine Meerjungfrau und machen kurz davor in einem kleinen Park Mittagspause. Nachdem Lorena gegessen hat, stellt sich Cordula an, um sich mit der Kleinen Meerjungfrau fotografieren zu lassen. Wir sind froh, dass wir danach dem asiatischen Getümmel (viele Reisebusse!) entkommen und durch das Castellet Richtung Schloss Rosenborg laufen. Die zugehörige Parkanlage ist gepflegt und sehr belebt. Nach einem kurzen Fotostop, kaufen wir beim Aldi einen Snack und genießen diesen im Nyhaven, wo auch Lorena ihren Nachmittagsbrei bekommt. Anschließend laufen wir durch die Fußgängerzone zum Tivoli. Der Eintrittspreis ist und mit umgerechnet 15 € (120 DKK) allerdings zu hoch und so entscheiden wir uns dazu, etwas zu essen zu suchen. Wir folgen dem Tipp des deutschen Pärchens aus der Unterkunft und laufen zum RizRaz. Sieht ganz gut aus, aber uns ist es noch zu früh und in Sichtweite ist der Rundetaarn (Runde Turm). Also entscheiden wir uns dort hinaufzugehen (25 DKK, also etwas mehr als 3€ p.P.) und haben eine tolle Aussicht über ganz Kopenhagen. Das hat sich gelohnt. Jetzt sind wir auch bereit für’s Abendessen und sehen auf dem Weg zurück zum RizRaz die Lil Apotek, wo es heute das dänische Nationalgericht Fleskstek (frittierter Schweinebauch mit Kartoffeln und Petersiliesauce) im Angebot (149 DKK/19€) gibt. Das Essen ist zwar etwas fettig, aber sehr lecker. Gegen kurz vor 21:00 sind wir dann wieder in der Unterkunft.

Tag 03, 24.06.2018, von Apensen nach Kopenhagen

Während ich nach einer ruhigen und erholsamen Nacht um 8:30 aufstehe, schlafen die Damen bis nach 9:00. Uns erwartet ein üppiges, leckeres Frühstück und netten Gespräche. Wir wollten eigentlich früher loskommen, aber wir verquatschen uns und es wird 12:00 bis wir im Auto sitzen und über Hamburg nach Flensburg fahren. Genauer gesagt: Handewitt. Dort tanken wir und machen eine längere Pause, bei der Lorena ihr verspätetes Mittagessen bekommt. Um kurz vor 16:00 geht’s weiter. Nach einem weiteren Zwischenstopp, bei der Lorena im Autositz ihren Nachmittagsbrei isst, fahren wir über die Kleine- und die Große-Belt-Brücke. In Kopenhagen kommen wir um 19:15 in unserem AirBnB an. Die Gastgeberin und ihre drei Hunde empfangen uns ganz freundlich. Lorena schaut erst interessiert auf die Hunde, erschrickt aber, als der erste Hund laut bellt. Das Zimmer ist zwar nicht geräumig, aber schön eingerichtet. Wir füttern Lorena, essen selber was und gehen um 22:30 ins Bett. Lorena ist leider immer noch verstopft und dementsprechend unruhig ist die Nacht.