Tag 35 – 30.12.2019 – Cairns (Camperrückgabe)

Heute haben wir viel vor: 10.00 auschecken, 14.00 im Wake Up @ The Esplanade MK5 einchecken, 15.00 Camper abgeben. Bis auf den ersten Punkt, halten wir die Zeiten ganz gut ein. Wir verlassen den Campingplatz um 10.45 und stellen den Camper 800 m weiter östlich vor der neuen Unterkunft (die wir ja blöderweise nicht einfach um zwei Tage verlängern konnten) ab. Während Lorena und Samuel ihren Fahrschlaf machen, packen wir die Taschen und Rucksäcke, damit wir innerhalb von einer Stunde den Camper leerräumen und abgeben können, denn in die Wohnung kommen wir erst um 14.00 und das Büro von Britz hat nur bis 15.30 geöffnet. Interessant wird es um kurz nach 11.00, als die Putzfrau die Wohnung verlässt und absperrt, denn keine 20 min später kommt eine dreiköpfige Familie und sperrt die Tür zur Wohnung auf. Komisch, denn Check-Out-Zeit ist „strictly“ 10.00 und die Wohnung wurde ja bereits für uns gereinigt. Wir überlegen, was wir unternehmen sollen und machen nichts. Erstmal abwarten, wie die Wohnung aussieht. Um 12.30 sind wir fertig mit der Packerei. Also bleibt noch eine Stunde Zeit für den Spielplatz vorne am Strand. Während Cordula mit Lorena rumklettert und rutscht, füttere ich Samuel. Um 13.45 gehen wir zurück zum Wohnmobil und betreten pünktlichst um 14.00 die Wohnung. Scheinbar war in der Zwischenzeit jemand hier und hat das Zahlenschloss für uns eingestellt. Nach kurzen Problemen bekommen wir die Tür doch noch auf. Dann muss es ganz schnell gehen. Cordula kümmert sich um Samuel und Lorena und ich trage unser „komplettes Leben der letzten fünf Wochen“ aus dem Camper in die Wohnung, die im Übrigen sauber ist. Wir bleiben dabei, nichts zu unternehmen. Nach 20 min ist das Wohnmobil leer. Wir haben also noch Zeit für einen kleinen Snack und um die Kinder zu wickeln. Um Punkt 15.00 fahren wir los zum Britz-Office. Dort werden wir bereits von einer supernetten und megafröhlichen Dame erwartet und begrüßt. Wahrscheinlich freut sie sich so, weil sie nach uns Dienstschluss hat. 5305 km bzw. 77:44 h lang hat uns das Britz-Mobil treue Dienste geleistet. Die Rückgabe geht ganz schnell. Nach nicht einmal 15 min sind wir mit allem durch und laufen zur Bushaltestelle. Wir fahren direkt in die Stadt und gehen an der wunderschön angelegten Uferpromenade zur Esplanade Lagoon, einem kostenlosen öffentlichen Schwimmbad direkt am Meer. Mit Sandstrand. Und Palmen. Und Bademeister. Und Duschen. Und Asiaten. Einfach herrlich. Wir bleiben bis kurz nach 18.00 und gehen dann die Esplanade entlang auf der Suche nach Nahrung. Nach kurzem Hin und Her entscheiden wir uns für den „Grill’d“ und essen leckere Burger mit Zucchini-Chips. Die Zucchini-Chips sind eigentlich für Lorena vorgesehen, aber ihr schmeckt nur die Panade – schade. Uns schmeckt alles total gut. Lorena benimmt sich insgesamt sehr daneben und schreit viel und laut. Weil sie danach aber ganz lieb und süß ist und sich sogar entschuldigt, bekommt sie von uns ein paar Löffel Eis, das wir im Devine Gelato essen. Der Zucker darin verpasst ihr wohl so einen Energieschub, dass sie von dort den kompletten Weg bis nach Hause (2,0 km) selber läuft, bzw. rennt bzw. joggt. Sie hat richtig gute Laune und scheinbar Energie ohne Ende. Um 22.00 sind wir in der Wohnung. Bis Lorena schläft ist es 22.45. Wir gehen eine gute Stunde später ins Bett.

Tag 34 – 29.12.2019 – Cairns (Great Barrier Reef)

Lorena und ich sind kurz vor dem Wecker um 6.10 wach. Wir wecken Cordula und dann machen wir uns fertig für den Schnorchel-Trip. Ein paar Minuten später als geplant verlassen wir den Camper und laufen flott zum Bus, der in ganz Australien nur so ungefähr nach Fahrplan fährt. Wir sind immer noch rechtzeitig und fahren in die Innenstadt, von wo aus wir zum Reef Fleet Terminal laufen. Dort legen alle Ausflugsboote ins Great Barrier Reef ab. Wir stellen uns in die lange Schlange bei Reef Magic, der Organisation, bei der wir den Trip gebucht hatten. Nach gut 10 Minuten Wartezeit geht  alles ganz fix. Tickets, ab zur Jetty No. 10, Fotos schießen, rauf auf’s Schiff, Sitzplatz einnehmen und 10 min später legen wir ab. Um 10.30 erreichen wir nach einer wilden Fahrt mit kurzen Sturmböen, Regenschauer und Wellengang die im Riff schwimmende Plattform Marine World. Wir verfrachten den Kinderwagen eine Etage tiefer und sind leider zu spät, um uns auf dem Ponton einen festen Sitzplatz zu sichern. Also bleiben Lorena, der schlafende Samuel und ich erstmal an Bord des Schiffes und Cordula geht schnorcheln. Sie stattet sich mit allem aus und geht eine Runde schnorcheln. Als Cordula begeistert zurückkommt schläft Samuel noch immer. Er wacht erst kurz darauf auf, als wir uns am Mittagsbuffet bedienen und essen wollen. Während wir ihn dann nach unserem Essen füttern, bekommt Lorena noch 20 min Schlaf im Kinderwagen. Dann muss es flott gehen, denn um 1.35 legt das Halb-U-Boot ab. Wir drehen damit eine gut 20-minütige Runde und kommen enttäuscht zurück. Wir haben hauptsächlich Quallen und Luftblasen gesehen. Große oder bunte Fische gab es nur ganz wenige zu bestaunen. Wieder zurück an der Plattform hole ich mir eine Schnorchelausrüstung und gehe bis kurz vor 15.00 ins Wasser. Ich bin fast alleine im abgetrennten Bereich und sehe etliche verschiedene Fische und Fischschwärme. Ich hätte noch einmal mit Cordula tauschen sollen, damit sie auch so ein Erlebnis hat, denn bei ihr waren viele andere Schnorchler im Wasser, die die zahlreichen Fische wohl vertrieben haben. Um 15.00 muss dann alles ganz schnell gehen. Umziehen, runter von der Plattform, ablegen. Ganz so schnell geht es dann doch nicht, weil eine amerikanische Familie nicht unterschrieben hat, dass sie wieder zurück aus dem Wasser ist. Wir haben zum Glück gerade noch einen guten Sitzplatz auf der Schwimmwestenbank ergattern können. Mit etwas Verspätung legen wir ab und fahren wieder durch unruhige See zurück nach Cairns. Kurz vor dem Hafen gibt es noch einen schönen Regenbogen über den bewaldeten, in Wolken gehüllten Hügeln der Küste zu bestaunen. Um kurz nach 17.00 legen wir an. Wir wollen uns noch ein bisschen Cairns anschauen, bevor wir wieder zum Campingplatz fahren, bleiben aber in einem Souvenirshop hängen. Blöderweise schauen Cordula und ich nicht auf die Uhr und so kommt es, dass wir zwei Busse verpassen und gut 20 min auf den nächsten warten müssen. Zurück am Campingplatz sind wir um kurz vor 19.00. Duschen, Brotzeit, Bett, 23.00.

Tag 33 – 28.12.2019 – Von Cardwell nach Cairns

In der Nacht hatte es ziemlich geregnet. Der halbe Campingplatz unter Wasser. Zumindest gibt es riesengroße Pfützen. Wir lassen uns ganz gemütlich Zeit und kommen erst los, nachdem ich noch ein paar „Flug-„Mangos vom Boden eingesammelt habe. Um 10.30 sind wir unterwegs zu unserer letzten Tagesetappe. Die Umgebung ist inzwischen komplett grün und nach kurzer Fahrt wird auch klar, weshalb: die Regenzeit ist hier im Norden schon voll angekommen und erwischt uns auch. Heftige Regenschauer und Sonnenschein wechseln sich ab und sorgen für eine tropische Luftfeuchtigkeit von fast 100%. So ein Regenschauer bringt nur kurzzeitig eine „Abkühlung“ auf 26-28 °C. Mit dem ersten Sonnenstrahl nach dem Schauer sind es wieder über 30 °C. Um 12.30 kommen wir in Cairns an und steuern zu unserem Einkauf einen Woolworths an. Nach dem Einkauf machen wir endlich, was wir uns schon seit Beginn der Reise vorgenommen haben: wir gehen in einen Red Rooster, ein auf Hähnchen spezialisiertes Fast-Food-Restaurant. Die Burger sind wirklich lecker und die Lunch-Combo aus halbem Burger, Pommes, Kartoffelpüree mit Soße und einem Drink war die 5 AUD echt wert. Leider war die Bedienung irgendwie mit unserer Bestellung überfordert und so bekam Lorena statt der bestellten Erbsen Pommes. Ihr hat’s natürlich geschmeckt und wir haben es zu spät bemerkt. Naja, egal. Anschließend fahren wir zum von unterwegs reservierten NRMA Holiday Park. Der Campingplatz ist schön eingewachsen und hat auch einen Pool, an dem sich Lorena noch eine gute halbe Stunde austoben kann. Nach duschen, kochen und essen wird es dann doch wieder später als erwartet, bis wir alle im Bett sind. Wir müssen morgen früh raus zum Schnorchel-Trip ins Great Barrier Reef.

Tag 32 – 27.12.2019 – Von Townsville nach Cardwell

Der Morgen beginnt schwülwarm. Es wird langsam richtig tropisch. Die Natur um uns herum sieht zwar noch mehr braun als grün aus, aber die Temperaturen liegen bereits bei der Abfahrt um 9.15 bei fast 30 °C und die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Während der Fahrt sehen wir westlich von uns wolkenverhangene Berge (Hügel) und im Osten über dem Meer blauen Himmel mit vereinzelten weißen Wolken. Nach 1.15 h Fahrt biegen wir vom Highway links ab zu den Jourama Falls. Nach einigen Kilometern wechselt der Fahrbahnbelag von Teer auf Schotterpiste, was uns aber nach wenigen Millisekunden Bedenkzeit egal ist. Die Schotterpiste lässt sich gut befahren und ist auch nur wenige Kilometer lang, bis wir kurz vor dem Ziel wieder auf Teer unterwegs sind. Zweimal durchqueren wir das Flussbett des Jourama Creek: beim ersten Mal komplett trocken, beim zweiten Mal fließt ein 1 cm tiefes Rinnsal über die Betonplatten. Allerdings können sich die Verhältnisse schnell ändern, wenn es in den Bergen regnet. Davon bekommt man im Tal nichts mit, außer dass innerhalb von Sekunden der Pegelstand ansteigen kann. Wir gehen mal davon aus, dass die dunkle Wolke über den Bergen nicht viel Regen gebracht hat und wir ohne Probleme wieder zurückkommen. Wir stellen das Wohnmobil ab und packen Lorena in die Kraxe und Samuel in die Trage. Dann geht es los über Stock und Stein bzw. die ersten 150-200 m über Asphalt. Der Weg führt durch größtenteils lichten Regenwald über große Steine im Flußbett und dann den Berg hinauf zu einem Lookout. Der Weg hat sich gelohnt, auch wenn nicht viel Wasser die Jourama Fälle herunterfällt. Der Blick erinnert uns an den Zion National Park und ist hier keineswegs schlechter, jedoch viel billiger, weil kostenlos. Beim Rückweg legen wir noch zwei Stopps bei den Rockpools ein, die bei Locals zum Baden beliebt zu sein scheinen. Beim zweiten Rockpool ist außer uns und einigen Schildkröten niemand da. Eine Schildkröte sonnt sich auf einem Stein und im Wasser entdecken wir immer mehr Schildkröten. Nach der Wanderung fahren wir mit dem Wohnmobil die paar hundert Meter zur Rest Area und machen dort Mittagessen. Dieser Abstecher vom Highway hat sich wirklich gelohnt. Nicht so wie die gut einstündige Weiterfahrt, die landschaftlich wieder Magerkost ist. Erfreulicherweise wird es langsam immer grüner. Um 15.45 erreichen wir den Beachcomber Holiday in Cardwell. Bereits bei der Fahrt zu unserem Stellplatz fallen uns die ganzen Mangobäume mit den herabgefallenen Früchten auf. Da fällt bestimmt auch was für uns ab… Wir stellen den Camper ab und machen uns schnell fertig für den Pool. Lorena braucht noch dringend Bewegung im wunderschön angelegten Pool. Nach dem Baden wird geduscht und dann gekocht. Beim Kochen begegnen wir einer Aga-Kröte (Plage, giftiger Schleim), die Lorena ganz interessant findet. Klar, für sie ist das ein Frosch. Nachdem wir die Kinder im Bett haben, setzen wir uns noch in die BBQ-Area um die beim Aldi gekaufte Schoko-Bombe zu verdrücken. Sehr lecker! Während wir da sitzen, knallen neben uns die Mangos auf den Boden. In den Bäumen gibt es immer wieder Zoff zwischen Flughunden und wenn sich einer von ihnen beim Abflug zu schwungvoll vom Ast abstößt, fällt meist eine Mango herunter. Zwei Mangos schlagen mit lautem Knall über uns auf dem Wellblechdach ein. Eine weitere Mango schnapp ich mir direkt nach ihrer Landung, schäle sie und wir genießen die frischeste („Flug-„)Mango, die wir je hatten. Nur selbstgepflückt wäre frischer. Es war nicht nur unsere frischeste sondern auch unsere beste Mango. Nebenbei recherchieren wir übrigens für unseren Ausflug ins Great Barrier Reef. Dann geht Cordula ins Bett und ich spüle noch ab. Dabei fühle ich mich allerdings beobachtet. Unter der Spüle sitzt ein Korallenfinger-Laubfrosch und schaut mir zu. Um kurz nach 23.00 ist Schicht im Schacht.

Tag 36 – 31.12.2019 – Cairns

Lorena ist bereits um 6.00 wach. Puh, das ist hart für Cordula und mich. Für mich mindestens genauso hart wie das Bettgestell der Klappcouch, das sich durch die durchgelegene Matratze wohl auf meinem Rücken abzeichnet. Knapp 20 min kann ich sie noch ruhig halten, aber als sie ihr Milch fordert, ist es mit der Ruhe vorbei. Samuel weckt sie damit ebenfalls. Na gut, dann haben wir halt mehr Zeit zum Koffer packen. Gemütlich leeren wir die im Wohnmobil am Vortag planlos gepackten Taschen und Rucksäcke aus, um sie anschließend geordnet wieder zu befüllen. Nebenbei machen wir die Mangos, die ich drei Tage vorher am Beachcomber Campingplatz vom Boden aufgesammelt habe. Während wir mit dem Gepäck beschäftigt sind, hat Lorena viel zu tun: Musik hören, tanzen, aufräumen, auf Kissen reiten, Sachen wegschmeißen,… Schön, wie sie sich alleine beschäftigen kann ohne uns zu stören. Mit ihren Schlafenszeiten wechseln sich Samuel und Lorena heute dummerweise ab. Als Lorena gegen 13.00 sehr müde wird, wacht Samuel gerade bei mir in der Trage auf. Cordula geht mit Lorena im Kinderwagen eine kurze Runde spazieren. Lorena schläft sofort ein. Währenddessen füttere ich Samuel. Lorena schläft bis nach 16.00 und lässt sich nur unsanft wecken. In der Zwischenzeit haben wir so gut wie fertig gepackt und hab ich mich rasiert und geduscht. Nachdem wir Lorena geweckt haben, ist sie 15 min lang ungenießbar, danach aber ganz süß. Wir packen den Kinderwagen und machen uns auf den Weg in die Innenstadt. An der Strandpromenade haben die ersten Familien jetzt schon ihre Base aufgebaut mit riesigen Kühlboxen und reichlich Tupperschüsseln. Die Atmosphäre ist jetzt schon toll, obwohl das Feuerwerk erst in vier Stunden ist. Vorbei an der Esplanade Lagoon und dem Weihnachtsbaum gehen wir in den Fogarty Park. Hier spielt auf einer Bühne eine Band, es gibt eine Sackrutsche, ein großes Schaukelschiff, eine Hüpfburg und ein paar Essensstände. Lorena will in die Hüpfburg und legt dort auf einer kleinen Rutsche einen unfreiwilligen Stunt hin, nachdem sie beobachtet hat, wie andere Kinder hier runter“rutschen“, oder besser: runterspringen. Anschließend schlendern wir essenssuchend die Esplanade entlang und landen wieder beim „Grill’d“ und essen wieder superleckere Burger (Cordula einen Summer Sunset, ich einen Chili Addict und für alle einen Chips-Mix aus Süßkartoffel Pommes, normalen Pommes und Zucchini-Chips). Am Ende sind wir etwas unter Zeitdruck, weil um 21.00 das Family-Feuerwerk stattfindet. Wir geben Gas und haben sogar noch Zeit für ein Eis. Das ist zwar lecker, aber angesichts der Temperaturen von immer noch knapp 30 °C fließt es uns die Waffel runter über die Finger. Schade um jeden Tropfen der auf dem Boden und nicht als Eis in unserem Mund landet. Dafür haben wir Glück mit dem Platz für das Feuerwerk. Wir stehen ziemlich mittig mit freier Sicht nach links und rechts. Um kurz nach 21.00 geht es los. Lorena schaut kurz raus aus dem Kinderwagen, ist aber genervt von der Lautstärke. Sie schreit nicht, versteckt sich aber im Kinderwagen und will auch nicht noch einmal rausschauen. Samuel hingegen bekommt gar nichts mit. Er verpennt das komplette Feuerwerk, das mit einem wirklich lauten Finale endet. Gemütlich schlendern wir zurück zur Wohnung, wo wir um 22.00 ankommen. Wir duschen die Kinder noch, machen sie bettfertig und bereiten uns für den Jahrzehntswechsel vor. Samuel schläft um 22.45, Lorena gut 20 min später. Cordula spült zwei Sektgläser und ich schreibe ein paar Zeilen Blog. Um 23.45 gehen wir die ca. 200 m bis zum Strand. Hier finden wir sofort einen Platz an einem Steg mit schönem Blick auf die langgezogene Bucht. Um 0.00 startet wieder das Feuerwerk, das wir dieses Mal aus einem ganz anderen Blickwinkel und natürlich viel größerer Entfernung sehen. Gutes neues Jahr euch und uns allen! Wir stoßen mit alkoholfreiem Sekt an und gehen wieder zurück in die Wohnung, wo Samuel und Lorena immer noch gut und tief schlafen. Wir machen die Flasche noch leer, Cordula schaut sich noch einmal die Luftqualität an und ich schreibe den vorletzten Blogbeitrag. So schnell sind fünf Wochen vorbei…

Tag 31 – 26.12.2019 – Von Cannonvale nach Townsville

Lorena schläft heute richtig lange. Sie wacht erst um 7.30 auf. Um 10.00 fahren wir los. Eintönig geht es weiter in Richtung Norden. Wir haben uns dafür entschieden heute noch einen großen Fahrtag mit 280 km zu absolvieren und hoffe, dass wir das in einem Rutsch – also ohne Spielplatzpause – schaffen. Wir hatten ja bereits Tage, an denen Samuel und Lorena drei Stunden im Auto ausgehalten haben. Heute aber nicht. Nach knapp zwei Stunden sind beide wach. Wir machen in Ayr eine Pause mit Mittagessen für Samuel und Spielplatz für Lorena. Da es bis Townsville nur noch 80 km sind, halten wir die Pause kurz. Der Spielplatz war ganz toll angelegt, hatte aber keine Rutsche und die Schaukeln waren zu heiß, weil sie in der prallen Sonne standen. Lorena hatte jedoch genügend Klettermöglichkeiten. Ich hatte auch noch etwas Tolles entdeckt: zwei Mangobäume direkt hinter dem Spielplatz. Die Bäume hingen voll mit Mangos und ich wollte welche pflücken. Die hingen zwar zu weit oben, aber am Boden lagen hunderte herum und ein paar wenige davon waren fast makellos. Zumindest schöner als die meisten, die man bei uns im Supermarkt bekommt. Wir sind gespannt, wie die fünf mitgenommenen Mangos schmecken. Nach nicht ganz zwei Stunden wären wir wieder abfahrbereit, aber Lorena kommt auf die brillante Idee, ihre sandgefüllten Schuhe in ihrem Kindersitz auszuziehen. Sie und der Sitz sind voll mit Sand. Also gibt es erst noch eine Reinigungsaktion bevor es um 14.00 weitergeht. Um kurz vor 15.00 erreichen wir Townsville und steuern dort einen Woolworths an. Eigentlich hatten wir für den Abend Nudeln mit Sauce vorgesehen, aber Cordula entdeckt reduzierte Känguru-Burger-Patties. Sofort wird umgeplant und am Abend gibt es Burger. Nach dem Shoppingstopp fahren wir durch die Innenstand und am Strand entlang zum Big4-Campingplatz Rowes Park mit einem Stellplatz mit Meerblick (nur eine Straße dazwisvhen). Nach dem Einchecken bleibt noch Zeit am Pool. Lorena schwimmt heute sogar selber ein paar Meter auf dem Bauch, aber nur im flachen Wasser. Im tiefen Wasser will sie von mir getragen werden. Anschließend wird sie geduscht und dann packen wir den Kinderwagen für die Grillaktion in der Camp Kitchen. Die Känguru-Burger schmecken echt superlecker. Danach bringen wir die Kinder ins Bett und recherchieren noch für die restlichen Tage. Viele sind es gar nicht mehr. Nur noch zwei Nächte und wir erreichen mit Cairns das Ziel unserer Reise. Leider konnten wir die Unterkunft dort nicht verlängern und müssen am 30.12. noch vom Campingplatz ins Hotel wechseln. Das klingt zwar blöd, ist aber auch nicht weiter schlimm. 22.30 – Gute Nacht!

Tag 30 – 25.12.2019 – Cannonvale (Airlie Beach)

Ausschlafen war angesagt. Aber wohl leider zu leise oder Lorena hat es nicht mitbekommen. Sie ist bereits um kurz vor 6.00 wach. Na prima. Immerhin ist sie gut drauf. Ich beschäftige mich fast eine Stunde mit ihr in unserer Kuschelhöhle im Alkoven, bis sie aufstehen will. Kurz danach wacht Samuel auch auf.

Cordula geht vor das Wohnmobil und spielt Christkind. Die Geschenke liegen unter unserem kleinen Weihnachtsbaum auf den Tisch vor dem Camper. Lorena ist ganz gespannt, was das Christkind gebracht hat und wir gehen alle zusammen raus. Es gibt Bescherung 🙂 Lorena bekommt Koala-Haarspängerle, ein Kuschelkänguru und ein Maiskolben-Gewürze-Set. Damit spielt sie die nächsten Stunden. Samuel bekommt ein Spiel zum Stapeln von Ringen.

Unser Weihnachtsfrühstück mit Rührei, Schinken, Toast und Marmelade gibt es auf der Sunshine-Terrace direkt vor unserem mobilen Bungalow. Nach diesem ausgedehnten Frühstück nutzen wir die Schlafenszeit der Kinder für einen Weihnachtsspaziergang ins Zentrum von Airlie Beach. Die fast 3 km bis dort verlaufen auf einem wunderschönen Wanderweg/-steg direkt am Meer. Irgendwie herrscht heute eine ganz seltsame Atmosphäre. Weil (fast) keine Autos und nur wenige Menschen unterwegs sind, kommt man sich vor wie in einem gespenstischen Geisterstadt oder wie in einem Ort mit Ausgangssperre. Das ändert sich erst als wir am öffentlichen Pool von Airlie Beach ankommen. Hier ist ganz schön was los. Vorbei an dieser Oase der Unruhe laufen wir ein paar Meter durch das Zentrum und genehmigen uns ein leckeres Eis an der Hauptstraße. Anschließend machen wir uns auf den Heimweg, damit es für den Pool nicht zu spät wird. Um 14.15 sind wir wieder zurück am Campingplatz. Samuel wird gefüttert und dann gehen wir zum Pool, wo Lorena immer mehr auftaut und sich immer mehr traut. Schade, dass wir beim Toskana-Urlaub gerade eine schwierige Phase bei ihr erwischt hatten, sonst hätte sie dort schon schön im Pool spielen können. Heute „schwimmt“ sie zum ersten Mal alleine und merkt, dass sie on den Schwimmflügeln getragen wird. Komisch kommt es ihr dennoch vor und sie bekommt ein bisschen Angst, weil sie nicht alleine aufstehen kann. Um kurz vor 18.00 gehen wir raus aus dem Pool, duschen und machen uns bereit für das Abendessen. Wir hatten Lamm gekauft und das kommt heute auf den Grill. Als Beilagen gibt es Süßkartoffeln und Mischgemüse – ein schönes, leckeres Weihnachtsessen. Die Nachspeise, eine Schoko-Bombe für die Mikrowelle, müssen wir leider verschieben, da es nur wenige Minuten nach einem ersten Blitz zu regnen beginnt. Ruckzuck rennt Cordula zur am Nachmittag aufgehängten Wäsche und ich packe die Kinder in den Kinderwagen und fahre zum Wohnmobil. Bis ich dort bin, hat der Regen aufgehört, aber es blitzt und donnert immer noch um uns herum. Nur blöd, dass unsere Mikrowelle nicht geht und es bis zur Camp Kitchen so weit ist. Naja, dann gibt es heute eben keine Schoko-Bombe. Wir machen die Kinder fertig für’s Bett (Lorena schläft sofort ein) und gehen selber auch relativ früh schlafen.

Tag 29 – 24.12.2019 – Cannonvale (Bootsauflug zu den Whitsunday Islands)

Wir wachen alle zusammen ohne Wecker gegen 6.00 auf. Lorena ist heute sehr verkuschelt und braucht viel Zuneigung. Das hält uns etwas auf, aber wir dennoch pünktlich um 7.20 am Parkplatz vor dem Campingplatz, wo wir vom Shuttlebus abgeholt werden. Der bringt uns und ein englisches Pärchen nach kurzer Fahrt zum Hafen. Dort laufen wir schier endlos an vielen Booten und Yachten vorbei zu unserem Schiff, das bereits fast voll belegt ist. Netterweise sortiert die Crew die Leute um und wir dürfen zusammen an einem Tisch sitzen. Um 8.00 geht die Fahrt los raus auf’s nie wirklich offene Meer, weil die Whitsunday Islands aus 74 Inseln bestehen. Das Meer ist ruhig und niemand hat Probleme mit Seekrankheit. 1.45 h später erreichen wir den ersten Stopp, wo wir ankern und mit einem motorisierten Schlauchboot auf die Whitsunday Island gebracht werden. Dort laden wir Samuel in die Trage, Lorena in die Kraxe und dann geht es los zu drei wunderschönen Lookouts. Wir schauen hier auf Whitehaven Beach (dem wohl weißesten S(tr)and der Welt mit 98% Quarzanteil) und ein Inlet, eine schmale, weit ins Inselinnere reichende Bucht, bei der Ebbe und Flut mit weißem Sand täglich andere Kurven ins türkisblaue Meer zeichnen. Leider ist gerade Flut und man sieht die Sandbänke leider nicht. Der Vorteil des Vortages am Kängurustrand ist hier unser Nachteil. Es ist trotzdem wunderschön. Nach den Lookouts haben wir noch eine Stunde Zeit am Strand. Lorena schläft noch etwas in der Kraxe und Samuel bekommt sein Mittagessen. Als Lorena wach ist, geht sie mit Cordula noch ein bisschen am Strand spazieren. Um 11.30 bringt uns das Schlauchboot wieder auf das Schiff zurück und wir fahren weiter zu einer Schnorchelbucht. Unterwegs gibt es Mittagessen: Hähnchenschenkel, Nudeln, Kartoffelsalat, grünen Salat und Semmeln. Leider läuft das etwas stressig ab und am Ende wird vieles einfach weggeschmissen. Es sind nämlich nur 1.30 h Fahrt und die Crew muss das Tauch- und Schnorchelzeug herrichten. In einer Bucht vor Hook Island ankern wir. Zuerst werden die Taucher mit dem Schlauchboot zu verschiedenen Spots gebracht und dann bekommen wir Schnorchler eine kurze Einweisung. Lorena will es zwar auch probieren, hat dann aber doch zu viel Angst und will wieder auf’s Schiff. Also gehe ich alleine raus, während Cordula sich um Lorena und Samuel kümmert. Ich bin ein wenig enttäuscht, denn die Sicht ist nicht übermäßig gut und es schweben viele kleine Teilchen (abgeknabberte Korallen) im Wasser. Auch Fische findet man nicht übermäßig viele. Eine Taucherin aus Deutschland bestätigt den Eindruck. Später tauschen wir und Cordula schnorchelt noch eine Weile. Nachdem alle wieder an Bord sind, fahren wir wieder zurück nach Airlie Beach. Unterwegs gibt es unser Heilig-Abend-Essen: Cracker mit Möhren, Wurst, Oliven, Käsewürfel und Obst. Um 17.00 sind wir wieder zurück im Hafen. Nachdem uns der Shttle-Bus zurück zum Campingplatz gebracht hat, überlegen wir, ob und wenn ja, wo wir noch etwas essen sollen. Wir entschließen uns, zum Hungry Jacks zu gehen, denn wann geht man schon einmal an Heiligabend in ein Fast-Food-Restaurant!? Kaum sind wir aus dem Campingplatz raus, sehen wir, dass das angrenzende Restaurant Harba Road geöffnet hat. Wir sehen uns kurz die Karte an und gehen rein. Dann gibt es heute doch keinen Whopper, sondern einen Beef-Brisket-Burger. Zumindest für mich und ich bin sehr froh über diese Wahl. Cordula nimmt Shrimps und für Lorena gibt es Nachos. Wir essen hier sehr lecker und sind froh über diese Entscheidung, auch wenn wir lange auf das Essen warten mussten. Eine Bedienung ist so nett und bringt Lorena etwas zum Malen. Bis die Kinder heute im Bett sind, ist es kurz vor 22.00. Zum Glück haben wir morgen nicht vor und können ausschlafen. Fazit: ein wunderschöner Heiliger Abend mit einem tollen Ausflug und leckerem Abschluss.

Tag 28 – 23.12.2019 – Von Cape Hillsborough nach Cannonvale (Airlie Beach)

Ich bin bereits kurz vor dem Wecker wach und mit mir wohl einige andere Leute, wie man an den schlagenden Türen hört. Cordula und ich ziehen uns an und gehen an den Strand. Hier sind schon einige Leute, die mit uns in der Morgendämmerung auf ein ganz besonderes Naturschauspiel warten. Keine 5 min nach uns kommen die ersten Hauptdarsteller: die Kängurus, die hier am Strand ihren Salzhaushalt auffüllen. Um kurz nach 5.00 sind über zehn Kängurus hier und wühlen im Sand. Zum Glück ist heute Ebbe und der Strand somit sehr breit. So haben die gut 100 Leute Platz, die sich mit uns das Schauspiel ansehen. Außerdem sind noch drei Parkranger damit beschäftigt, die Leute daran zu erinnern, wie man sich hier zu verhalten halt: kein Blitzlicht, nicht zu herangehen, nicht füttern,… Die Kängurus lassen sich durch die vielen Menschen nicht stören und hoppeln gegen kurz vor 6.00 wieder zurück in den Wald. Lorena und Samuel haben von diesen schönen Momenten nichts mitbekommen, da beide bis kurz nach 7.00 schlafen. Nach Frühstück und so ist es ca. 9.00 als wir den Campingplatz verlassen. Nach wenigen Kilometern legen wir bereits den ersten Stopp ein und machen eine kurze Wanderung durch die Mangroven. Der Weg ist ganz nett, aber nichts Besonderes. Dieser Meinung ist auch Lorena, denn sie schläft in der Kraxe ein. Kurz nach 10.00 machen wir uns dann auf den – wieder einmal – eintönigen Weg nach Norden. Um kurz nach 12.00 erreichen wir Cannonvale und steuern dort eine Arztpraxis an, da Samuels Husten einfach nicht wirklich besser wird und wir uns noch einmal absichern wollten, dass nichts auf den Lungen ist. Leider bekommen wir keinen Termin. Wir landen auf der Standby-Liste, bekommen aber keinen Anruf. Den Stopp hier nutzen wir gleich zum Mittagessen und zum Einkaufen im Woolworths und im BigW, dem Nonfood-Teil von Woolworths. Nachdem wir um 15.30 am Seabreeze-Campingplatz eingecheckt haben, schließen wir uns natürlich als erstes an den Strom an. Der Test, ob der Strom geht, misslingt jedoch. Als Cordula die Mikrowelle einschalten will, fliegt die Sicherung raus. Herd, Klimaanlage und Wasserkocher funktionieren jedoch. Also ist die Mikrowelle der Übeltäter. Wahrscheinlich ist sie kaputt. Hätten wir das also auch geklärt. Nun können wir uns auf den Weg zum Strand machen, wo wir unser Weihnachtsfoto mit Palmen, Meer, uns und einem schönen, kleinen Plastikweihnachtsbaum schießen. Zurück am Campingplatz geht Cordula noch mit Lorena in den Pool und ich räume mit Samuel etwas auf bzw. packe schon für den morgigen Bootsausflug. Nach dem Abendprogramm (kochen, essen, Kinder ins Bett) packen wir den Rest und gehen gegen 22.30 ins Bett. Lorena macht übrigens kaum noch Zicken, wenn wir sie hinlegen. Sie hat auch wieder mehr Bewegung und noch eine Schlafphase vormittags gehabt.

Tag 27 – 22.12.2019 – Von Clairview nach Cape Hillsborough

In der Früh lassen wir es gemütlich angehen, weil Lorena nachts eine Stunde wach war und deshalb länger schläft. Es ist bereits kurz vor 10.30 als wir losfahren. Die Fahrt hat auch heute wenig zu bieten: die Landschaft gleicht der des Vortages. Lediglich auf den letzten 20 km vor dem Ziel wird es interessanter, da es hier hügeliger und grüner wird. Das Highlight ist wieder einmal der Campingplatz im Cape Hillsborough National Park. Wir bekommen einen Stellplatz mit Meerblick durch die Bäume, „Partial Ocean View“ sozusagen. Wir sind früh genug dran, um noch etwas vom großen Pool mit Wasserrutschen zu haben. Was uns alelrdings etwas aufhält, sind Probleme mit der Stromversorgung. Die Klimaanlage sorgt dafür, dass die Sicherung rausfliegt. Ebenso der Wasserkocher und die Mikrowelle. Wenigstens können wir den Wasserkocher direkt draußen an der Stromsäule anschließen. Nachdem das geklärt war, gehen wir endlich zum Pool. Lorena will rutschen, traut sich dann aber nicht, als sie oben steht. Sie plantscht lieber im Wasser und spielt mit ihren Förmchen. Vor dem Abendessen haben wir sogar noch Zeit zu einem Lookout zu wandern. Die gut 20-minütige Wanderung führt durch Regenwald einen Berg hinauf, von wo aus wir einen schönen Blick auf die Bucht und eine Insel, die bei Ebbe zu Fuß zu erreichen ist, haben. Der Trail hier hinauf hat sich wirklich gelohnt. Wieder zurück beim Wohnmobil gibt es nur noch das übliche Abendprogramm: kochen, essen, Kinder ins Bett bringen. Wir gehen heute auch sofort ins Bett, weil morgen der Wecker sehr früh klingelt. Wir stellen ihn auf 4.30.

Tag 26 – 21.12.2019 – Von Rockhampton nach Clairview

Lorena ist bereits vor 7.00 wach und ist trotz der nicht einmal neun Stunden Schlaf total gut drauf und sehr süß. Neben Abwasserentleerung, Toilettenentleerung und Kinder startklar machen suchen wir weiter nach Ausflügen zu den Whitsundays. Dummerweise sind einige bereits ausgebucht für den 24.12. und andere nicht für kleine Kinder geeignet. Cordula telefoniert mit der netten Dame unserer Unterkunft in Airlie Beach, die uns zum Glück noch einen Trip bucht. Juhu! Um 9.30 starten wir, um keine 500m später schon wieder beim Infocenter für den südlichen Wendekreis anzuhalten. Den überqueren wir nämlich genau hier. „Leider“ einen Tag zu früh: am 22.12. wäre Sonnenwende gewesen. Weiter geht es dann eintönig Richtung Norden. Phasenweise hat man hier das Gefühl im Outback zu sein. Weites, trockenes Land mit vereinzelten Bäumen. Da wir heute nur 200 km zurücklegen entfällt die Mittagspause und wir erreichen um 12.30 den BarraCrab-Campingplatz. Lorena und Samuel sind die letzten 40 min der Fahrt wach und beschäftigen sich selbst. Lorena liest ein Buch. Wahrscheinlich liest sie Samuel etwas vor. Hin und wieder singt sie auch etwas. Ihm gefällt alles was sie macht. Am Campingplatz angekommen sind trotzdem beide froh, dass sie aus ihren Sitzen raus können. Glücklicherweise hat Cordula uns einen Oceanfront-Platz reservieren können und wir stehen direkt am Strand. Sehr geil! Da Ebbe ist, kann man sogar noch ein wenig im Watt wandern oder in einem Tidepool planschen. Also: könnte man. Lorena beschäftigt sich lieber am Spielplatz. Nachdem sie die Geräte ausgetestet hat, hat sie riesigen Spaß in und mit einem Plastikhäuschen. Wie ein Puppenhaus in „groß“, also in kindergroß. Hier kann sie kochen, Sachen verkaufen und mit ihren Förmchen und dem Eimer spielen. Unterdessen füttert Cordula Samuel. Etwas später tauschen wir und Cordula ist mit Lorena auf dem Spielplatz, während ich Samuel in den Schlaf streichle. Jetzt ist Zeit für ein Eis bzw. ein Bier. So ein entspannter Tag tut wirklich gut. Außer duschen, kochen und essen passiert heute nichts mehr. Ach doch: die Flut kommt. Das war’s dann aber auch. Lorena zickt wieder ziemlich rum, obwohl sie eigentlich müde sein müsste, da sie keine zweite Schlafphase hatte, aber um 21.00 ist dann auch bei ihr Ruhe. Wir setzen uns noch an den Strand, genießen Cookies als Nachspeise und kümmern uns um die Dokumentation der Reise.

Tag 25 – 20.12.2019 – Von Moore Park Beach nach Rockhampton

Wir müssen in der Früh noch einiges erledigen (Unterkünfte für Weihnachten buchen, abspülen) und kommen deshalb erst um 9.30 los. Wie am Vortag geht es zwischen Feldern, Steppen und abgebrannten Wäldern in Richtung Norden. An einer Stelle sind wir ganz dicht dran an den Buschfeuern. Einige Krankenwagen und Feuerwehrautos sperren hier eine Seitenstraße ab und wir sehen die Rauchsäuen ganz in der Nähe aufsteigen. Um 11.30 erreichen wir den Aldi in Gladstone, wo wir für die nächsten drei Tage einkaufen. Danach geht’s zum obligatorischen Spielplatzstopp. Wir finden (wieder einmal in einem Lions Park) einen supertollen, superneuen Spielplatz, der günstigerweise direkt neben einem Supermarkt liegt. So kann Cordula mit Samuel Windeln kaufen gehen, während mich Lorena mit ihren Kletterkünsten an mein Limit bringt. Hoch klettert sie gut alleine, aber runter muss ich ihr in Flip-Flops Hilfestellung leisten und schauen, dass ich nicht selber abstürze. Um kurz nach 15.00 brechen wir auf und erreichen knapp 1.30 h später Rockhampton. Cordula hat von unterwegs den Campingplatz dort reserviert. Schön, dass wir heute so früh hier sind, denn dann haben wir endlich mal Zeit in den Pool zu gehen. Der Campingplatz liegt zwar zwischen Highway und Kohlen-Zug-Strecke, aber nachts hören wir zum Glück keinen Zug. Nur Abends pfeift der eine oder andere Zug und rattert gemächlich vorbei. Der Pool ist klein, aber schön eingebettet zwischen (sub)tropischen Pflanzen. Lorena spielt mit ihren Förmchen, Cordula schwimmt und Samuel schaut mit mir zusammen den beiden zu. Kurz nachdem wir Samuel mit ins Wasser genommen haben, kommt auch Lorena auf den Geschmack und lässt sich mit ihren Schwimmflügeln endlich mal von mir durch das warme Wasser ziehen. Zum Glück legt sie langsam ihre Angst vor dem Wasser (die sie vor allem in der Toskana noch hatte) ab. Allerdings nicht die Angst vor den Tieren: sogar die Enten vor dem Wohnmobil lassen sie schreiend erstarren. Nach der Poolsession stehen noch duschen bzw. baden, kochen und essen auf dem Programm. Anschließend führt sich Lorena wieder ein bisschen auf bis sie um 22.00 endlich einschläft. Bevor wir ins Bett gehen, recherchieren wir noch etwas zu den angebotenen Touren von Airlie Beach zu den Whitsundays.

Tag 24 – 19.12.2019 – Von Noosa Heads nach Moore Park Beach (Bundaberg)

Die Zeit, die Lorena abends früher ins Bett geht, lässt sie am nächsten Morgen doppelt weg. Sie ist bereits um 5.30 wach, macht aber einen ganz süßen und ausgeschlafenen Eindruck. Folglich kommen wir heute sehr früh los und sind schon um 8.40 wieder unterwegs. Die Fahrt bietet keine Höhepunkte, verläuft aber – zumindest ein bisschen – abwechslungsreich durch Wälder, durch Steppe und zwischen Feldern. In Maryborough machen wir den Mittagsstopp an einem rieseigen Spielplatz, der für Lorena einiges bietet; leider auch Vögel, vor denen sie total Angst hat und zu schreien und zu weinen beginnt. Die Weiterfahrt drei Stunden später bietet ebenfalls wenig. Das Interessanteste waren noch ein paar Rauchfahnen, die nach den Buschfeuern neben dem Highway aufsteigen. In Bundaberg angekommen checken wir beim Big4 Camingplatz ein, um keine 10 min später wieder auszuchecken. Hier ist nichts geboten. Der Pool ist für Lorena ungeeignet und Spielplatz gibt es auch keinen. Das hatte sich im Internet vielversprechender angehört. Nach kurzer Diskussion wird das Geld wieder zurückgebucht und wir suchen etwas Neues und das ist der Höhepunkt des Tages: ein Campingplatz, der direkt am Meer liegt. Einen Platz in der ersten Reihe bekommen wir zwar nicht mehr, aber wir hören den ganzen Abend das Rauschen der Wellen und sehen vom Wohnmobil aus zwischen den Caravans hindurch den Pazifik. Lorena will unbedingt noch zum Pool. Wir erfüllen ihr diesen Wunsch, aber weiter als bis zum Knie geht sie nicht ins Wasser. Nach 15 min gehen wir ans Meer. Dort spielt sie mit Eimer, Schaufel und Förmchen im Sand und ist happy. Wir sind mindestens ebenso happy hier am endlos langen, einsamen Strand. Nach dem Essen liegt Lorena heute ohne viel Gemotze um kurz nach 21.00 schlafend in ihrem Bett. Sie ist zwar noch ein bisschen „rumgelaufen“ (und hat das Fliegengitter am Fußende zerlegt), aber sie hat nicht mehr am Gitter gerüttelt und nach „Mama tuscheln!“ verlangt. Blöderweise können wir heute nicht mehr abspülen, weil die Camp Kitchen bereits um 21.00 geschlossen war. Während Cordula noch die WhatsApp-Gruppe mit Bildern versorgt, schieße ich Bilder vom Sternenhimmel.

Tag 23 – 18.12.2019 – Von Brisbane nach Noosa Heads

Dank der Zeitumstellung kommen wir um 9.00 los und lassen Brisbane hinter uns. Eigentlich wollten wir direkt nach Norden fahren, doch Cordula liest im Reiseführer, dass ein Abstecher zu den Glasshouse Mountains lohnenswert sein könnte. Und das ist er auch. Das kostet uns zwar ein paar Kilometer Umweg und ein bisschen Zeit, aber wir haben einen schönen Ausblick auf die Berge, die aus dem flachen bzw. nur hügeligen Land hoch aufragen. Lorena und Samuel verschlafen diesen Fotostopp zum Glück und wir können weiter nordwärts fahren. Kurz vor Noosa Heads wachen beide dann doch nach ihren üblichen zwei Stunden Schlaf auf. Der erste Campingplatz, den wir ansteuern, ist leider schon voll. Also Planänderung: Mittagspause am Strand, denn vor allem Lorena will raus aus ihrem Sitz. Leider finden wir keinen Platz, an dem wir unseren Camper abstellen können. Deshalb fahren wir zu einem anderen Campingplatz, wo es noch genügend Stellplätze gibt und checken dort ein. Lorena will auf den Spielplatz und in den Pool, aber da es kostenlose Busse nach Noosa Heads gibt, packen wir nach dem Mittagssnack Kraxe und Trage und machen uns auf den komplizierten Weg in die „Stadt“. Kompliziert, weil der Bus mit dem wir fahren wollen, nicht kommt und wir mit einer anderen Linie eine Ehrenrunde drehen, die uns wieder zum Campingplatz und dann nach Tewantin bringt, wo wir umsteigen müssen. Irgendwann sind wir dann doch in Noosa Heads und belohnen uns mit einem Eis bei Ben & Jerry’s, das wir am Strand genießen. Wir spazieren die Strandpromenade ein Stückchen weiter und gehen über die Ladenstraße zurück zum Bus, der laut Fahrplan um 17.05 fahren müsste. Zu dieser Zeit kommt jedoch eine andere Linie, in die praktisch alle Leute an der Haltestelle einsteigen. Hätten wir das vielleicht auch machen sollen? Wir warten und haben Glück: unser Bus kommt mit über 10 min Verspätung und bringt uns direkt zum Campingplatz. Während ich das Kochen mit Samuels Aufsicht übernehme, ist Cordula mit Lorena am Spielplatz. Nach dem Essen bringen wir die Kinder ins Bett. Lorena hat wieder eine unruhige halbe Stunde bis sie um 21.30 schläft. So langsam schaffen wir es, dass sie früher einschläft. Das verschafft uns abends noch gemeinsame Zeit. Dabei reden wir, dass sich der Ausflug heute nach Noosa Heads nicht wirklich gelohnt hat. Die Zeit hätten wir besser am Pool investiert.

Tag 22 – 17.12.2019 – Von Tweed Heads nach Brisbane

Um Punkt 10.00 verlassen wir den Park. Beim Übertritt ins Territorium Queensland springt die Uhr eine Stunde zurück, da es hier keine Sommerzeit gibt. Damit wir noch etwas vom Flair der touristischen Gold Coast mitbekommen, fahren wir erst noch einige Kilometer die Küstenstraße hoch. Die Hotels werden immer höher und so wie es im Reiseführer beschrieben steht, kommt man tatsächlich kaum vorwärts, da man an vielen Ampeln steht. Man fühlt sich hier wie in Miami Beach. Noch vor Surfers Paradise haben wir genug gesehen und schwenken ein auf den Motorway, der uns flott nach und durch Brisbane führt. So wird schon etwas Vorfreude auf die Stadt geweckt. Um 12.00 checken wir beim Campingplatz ein. Dieser Vorgang dauert – anders als sonst – sehr lange. Erst muss der Kreditkarteninhaber (also ich) zum Unterschreiben kommen, dann hat er die Kreditkarte nicht unterschrieben und muss eine ID (also den Pass) holen. Vor der „netten“ Dame zuerst die Kreditkarte unterschreiben darf ich nicht. Nachdem dieser Prozess geschafft ist, erklärt sie mir alles dreimal wie einem Schuljungen. Das liegt wohl daran, dass viele hier ihren Australientrip starten und keine Ahnung haben, wie das hier läuft. Egal, wir haben es trotzdem geschafft, auch wenn sie den Betrag zweimal abgebucht hat (sie hat ihn aber wieder zurückgebucht). Um 13.30 machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt: 5 min Fußweg, 20min Busfahrt und schon sind wir in Southbank, einem neu angelegten, schicken Stadtviertel. Hier spazieren wir mit einigen Fotostopps die Uferpromenade bis zur Fährhaltestelle und fahren über den Fluss ans östliche Ende des Stadtzentrums. Nach einer kurzen Still-und-Wickel-Pause geht es weiter die Uferpromenade entlang zum Botanischen Garten, der wie in Sydney eine grüne Oase der Ruhe ist. Am House of Parliament vorbei gehen wir in die Fußgängerzone und erledigen ein paar Weihnachtseinkäufe. Außerdem sehen wir, dass täglich um 19.00 eine Christmas-Parade stattfindet, die wir uns anschauen wollen. Die Zeit bis dahin reicht genau für ein Abendessen in einem Burgerrestaurant. Sehr lecker. Anschließend sind wir um kurz vor 19.00 wieder in der Fußgängerzone zur Parade. Hier ist die Hölle los und die Plätze in der ersten Reihe sind natürlich längst belegt. Wir finden einen Platz in der zweiten Reihe, von dem aus wir den 15-minütigen Weihnachts-Faschings-Umzug anschauen können. Eine völlig andere Welt, aber sehr unterhaltsam. Lorena gefällt es auch. Danach fahren wir mit dem Bus wieder zum Campingplatz, den wir um kurz vor 20.00 erreichen. Jetzt zahlt sich die heute Vormittag gewonnene Stunde aus: Lorena ist viel früher im Bett und schläft um kurz vor 21.45.

Tag 21 – 16.12.2019 – Von Grafton nach Tweed Heads

10.00 und wir fahren los – immer weiter die A1 in Richtung Norden. Die Fahrt verläuft unspektakulär. Um kurz nach 12.00 erreichen wir Byron Bay, wo wir Strandpause machen wollen. Doch bevor wir an den Strand gehen, muss erst einmal ein Sonnenschirm her, damit wir Samuel im Schatten ablegen können. Wir gehen zu Woolworths, werden aber nicht fündig. Immerhin kaufen wir dort einen Wasserkocher und Cookies. Bei der Suche nach den Toiletten entdecken wir zufällig einen Ramschladen, in dem es sogar einen pinkfarbenen Sonnenschirm gibt. Juhu! Jetzt sind wir gerüstet für den Strand. Allerdings sind die Parkplätze in diesem Ex-Hippie-Dorf (, das jetzt an einen typisch thailändischen Backpackerort erinnert,) nicht für unser Wohnmobil gerüstet. Nach langer Parkplatzsuche stellen wir die Kiste etwas außerhalb ab. Der Platz ist ideal: kurzer Strandzugang, Duschen, feinen Sand, wenig los, schöne Wellen – was will man? Meer! Nach dem Snacken gehen wir an den Strand, wo sich Lorena völlig selbstständig mit Eimerchen, Förmchen, Schaufel und natürlich dem Sand beschäftigt. Sie backt einen Sandkuchen nach dem anderen. Cordula und ich gehen abwechselnd ins Wasser und Samuel schaut sich das ganze Schauspiel aus seinem Zelt an. Bis wir wieder loskommen, ist es bereits 16.00. Viel Strecke legen wir also nicht mehr zurück. Wir checken eine gute Stunde später in einem Big4-Campingplatz in Tweed Heads ein. So teuer haben wir noch nirgendwo geschlafen: 59,20€. Aber es ist schön hier und es ist einiges geboten. Lorena genießt die beiden Spielplätze, Cordula und ich die Aussicht von der Terrasse am See beim Abendessen. Lorena liegt zwar um kurz nach 21.00 im Bett, strapaziert aber noch  fast eine Stunde unsere Nerven bis sie einschläft. Bevor wir ins Bett gehen, informieren wir uns noch kurz über die Campingplätze in und um Brisbane.

Tag 20 – 15.12.2019 – Von Port Macquarie nach Grafton

In der Früh läuft alle wie gehabt. Vor der Abfahrt will ich mir noch „schnell“ einen Cappuccino im Cafe neben dem Campingplatz holen, allerdings ist hier die Hölle los. Es ist Sonntag und es kommen einige Familien zum Frühstücken. Hier sieht es auch wirklich einladend aus und die Lage direkt am Fluss ist auch toll. Lorena wartet mit mir und hat ihre Zahnbürste dabei. Das erfreut hier alle. Um kurz nach 10.00 starten wir den Motor um kurz danach beim Aldi einzukaufen. Eine Stunde später fahren wir weiter Richtung Norden. Nachdem Samuel und Lorena ihre üblichen zwei Stunden geschlafen haben, steuern wir heute einen Strand anstatt einen Spielplatz an: Corindi Beach. Samuel wird gefüttert, Lorena eingecremt und umgezogen und dann geht es ab an den feinsandigen, einsamen Strand – traumhaft. Lorena rennt Cordula direkt hinterher ins Wasser und geht sogar bis zu den Knien rein. Ihr gefällt es richtig gut. Samuel ist in seinem „Einmannzelt“ auch ganz happy. Während ich auch noch im Wasser bin, hat Lorena Spaß daran, sich und Cordula mit Sand zu „panieren“. Sie lässt auch ihr eigenes Gesicht nicht aus. Dementsprechend ist es eine sehr sandige und langwierige Angelegenheit, bis wir alle wieder halbwegs sauber im Camper sitzen. Da es mittlerweile schon kurz vor 17.00 ist, wollen wir nicht, dass Lorena noch einmal schläft. Wir steuern deshalb einen Campingplatz in Grafton – und nicht wie geplant in Yamba – an. Hier kann Lorena zum ersten Mal in einem Pool baden und hat dabei wieder richtig Spaß. Samuel ebenso, wenn Lorena im Wasser plantscht und spritzt. Er lacht richtig laut. Er darf auch noch mit Cordula ins Wasser und freut sich, auch wenn es etwas kühl ist. Dafür werden beide danach schön warm gebadet. Anschließend gibt es Macaroni Bolognese und dann geht es ab ins Bett. Bei Lorena wird es wieder 22.00 und ich schlafe wieder neben ihr ein. Ich wache erst um 23.00 wieder auf.

Tag 19 – 14.12.2019 – Von Hawks Nest nach Port Macquarie

Samuel schläft wieder etwas länger als wir. Lorena ist wieder unausstehlich bis sie ein paar Bissen von der Banane bekommen hat. Wenn sie hungrig ist, ist sie meist mehr als schwierig. Heute dauert alles etwas länger und so ist es 10.30 bis wir unterwegs sind. Lorena und Samuel schlafen wie immer die ersten zwei Stunden der Fahrt. Kurz nachdem Lorena aufwacht erreichen wir den Billabong Zoo in der Nähe von Port Macquarie. Lorena hatte sich darauf gefreut, als wir ihr in der Früh davon erzählt hatten. Bevor wir reingehen, sehe ich noch in einem Plan, dass um 13.30 Koala-Präsentation ist. Es ist 13.00 und wir wollten eigentlich Samuel noch füttern. Also: Planänderung. Schnell alles packen, zahlen, rein und ab zur Koala-Präsentation. Dabei wird kurz etwas über Koalas erzählt und dann darf man einen streicheln und sich daneben fotografieren lassen. Die sind echt ganz knuffig, die Bärchen. Lorena hat Angst und dreht sich in der Nähe des Koalas weg. Schade, denn sie hat heute extra ihren Koala-Rock an. Danach bekommt Samuel endlich sein Mittagessen, das heute wieder gut reinläuft. Viel besser als Lorenas Müsli. Sie lässt sich wieder endlos viel Zeit und wird nicht fertig. Wir nehmen ihr den Rest weg und gehen weiter zur Fütterung der Kleinen Pandas ans Ende des Zoos, der zwar nicht so groß ist, wie die Rezensionen vermuten ließen, aber genau unsere Erwartungen erfüllt. Die Kleinen Pandas sind auch ganz drollig. Anschlie0end dürfen wir selber füttern und zwar alle Arten von Kängurus und Wallabies. Lorena hat ziemlich Angst, die wir ihr auch nicht nehmen können. Sie findet die „Tendaruhs“ zwar ganz witzig, aber wehe eines nähert sich auf weniger als einem Meter. Dann schreit sie, weint und will flüchten. Samuel ist da anders: er schreit erst, als ein Känguru sich unbemerkt an ihm „festkrallt“ und an seinem Bein leckt. Nachdem wir den Beutel Mais verfüttert haben, gehen wir weiter zu den Löwen, wo wir eine Privatvorstellung bekommen. Echt toll. Die Pfleger hier nehmen sich wirklich viel Zeit, beantworten Fragen und erzählen auch von sich aus viel. Besonders schön finden wir, dass wir wirklich nah ran kommen an die Tiere und dass sie nicht hinter dickem Panzerglas sondern nur hinter Zäunen gehalten werden. Der weitere Rundgang führt uns noch zu verschiedenen Vögeln, den schläfrigen Wombats, Schlangen, Echsen und einem Krokodil. Die Zeit vergeht wie im Flug und auf dem Weg nach draußen gehen wir auch noch bei den Affen vorbei. Diese 34 AUD pro Person haben sich wirklich gelohnt. Lorena hat es gefallen, auch wenn sie ein bisschen sehr ängstlich war – aber das kennen wir ja von ihr. Wir sind wohl die Letzten, die den Park verlassen, als er um 17.00 schließt. Bei der Campingplatzsuche sind wir heute erst im dritten Anlauf erfolgreich: beim ersten Campingplatz findet ein Festival statt und der zweite hat um 17.45 bereits geschlossen (obwohl er bis 18.00 geöffnet sein müsste). So landen wir am Stadtrand von Port Macquarie am Riverside Holiday Park. Während Cordula kocht, bin ich mit Samuel und Lorena am kleinen Spielplatz, der Lorena aber dennoch sehr viel Spaß bereitet, weil sie hier alles selber machen kann. Da die beiden heute keine zweite Schlafphase hatten, schaffen wir es tatsächlich, dass sie bereits 21.30 schlafen. Das ist auch eine Erleichterung für uns und bietet uns etwas Zeit zu zweit, nachdem wir den „Digitalkram“ erledigt haben.

Tag 18 – 13.12.2019 – Von Sydney nach Hawks Nest

Lorena ist überraschenderweise wieder um kurz 8.00 wach. Ihr Tagesrhythmus sieht wohl eher zwei Tagschlafphasen vor als einen langen Nachtschlaf. Samuel hustet wieder viel in der Früh. Wir checken pünktlich um 10.00 aus und machen auf Lorenas Wunsch hin doch kein Frühstück direkt vor dem Campingplatz, sondern fahren erstmal, damit sie jetzt den Nachtschlaf nachholen kann. Etwa zwei Stunden später machen wir den obligatorischen Spielplatzstopp in Raymond Terrace. Am Boomerang Park ist leider gerade eine Schulklasse, weshalb wir zum Riverside Park, direkt am Hunter River fahren. Der reicht für Lorena allemal. Samuel wird gefüttert, wir holen unser Frühstück nach und Lorena könnte sich austoben, hat aber nur bedingt Interesse an der Rutsche oder der Schaukel. Erst als wir weiterfahren wollen will sie plötzlich hierbleiben und schaukeln. Sie ist offensichtlich immer noch müde und schläft auch kurz nach dem Start wieder ein. Samuel macht sowieso alles anstandslos mit. Nach einigen Überlegungen steuern wir bereits um 15.30 den Campingplatz Jimmy’s Beach in Hawks Nest an. Während Cordula die Waschmaschinen füttert, gehe ich mit den Kindern zum Strand. Lorena läuft selber durch den weichen, feinen Sand und freut sich total auf’s Meer. Sie geht sogar bis zum Schienbein ins Wasser. Samuel chillt währenddessen im Kinderwagenaufsatz. Cordula kommt etwas später nach und geht mit Lorena auf Muschelsuche an der ausgedehnten, einsamen Bucht. Kurz bevor wir zusammenpacken, kommt sogar noch die Sonne raus. Danach werden Samuel und Lorena geduscht, Cordula kocht und dann wird gegessen. Lorena braucht zwar wieder bis kurz nach 22.00, bis sie einschläft, aber sie ist heute wirklich ganz süß. So süß, dass ich neben ihr einschlafe und erst eine gute Stunde später wieder aufwache. Da hat Cordula bereits abgespült und sich im Bad fertig gemacht. Das erledige auch noch schnell und dann ab ins Bett.

Tag 17 – 12.12.2019 – Sydney

Cordula ist schon etwas früher wach, weil Samuel sehr unruhig ist. Lorena und ich wachen um kurz nach 8.00 auf. Heute packen wir Lorena und Samuel in den Kinderwagen. Bis wir loskommen ist es schon kurz nach 11.30. Über Umstiege fahren wir zum Martins Place, einer Fußgängerzone. Hier sind wir etwas orientierungslos, weil Lorena völlig übermüdet ist, aber nicht schläft und so unsere Pläne von einem gemütlichen Mittagessen durchkreuzt. Da Samuel demnächst gefüttert werden muss, laufen wir den Martins Place runter bis wir über den Umweg The Strand Arcade (einem edlen Shopping Centre) das Queen Victoria Building, ein weiteres Shopping Centre erreichen. Hier gibt es wie erwartet einen Wickelraum, in dem wir Samuels Essen aufwärmen können. Lorena hat einen 30-minütigen Power-Nap hingelegt und ist plötzlich wieder hellwach. Eigentlich fehlt ihr noch sehr viel Schlaf. Dann geht sie bestimmt abends früher ins Bett – hoffen wir. Raus aus dem Queen Victoria Building treffen wir zufällig zwei ehemalige Schülerinnen. Ich hab zwar gewusst, dass beide in Sydney sind, aber wir haben uns nicht verabredet und laufen uns einfach so über den Weg.  Nach einem kurzen Plausch gehen wir zum Hungry Jack’s, dem australischen Burger King. Zum nächsten Ziel, Ms Macquaries Point, nach dieser Stärkung fahren wir mit dem Bus. Vor hier hat man tatsächlich einen tollen Blick auf die Harbour Bridge, das Opera House, die Skyline und die umliegenden Stadtviertel. Nach einem Fotoshooting hier geht es weiter durch den Botanischen Garten vorbei am Opera House zum Circular Quay, dem Fährterminal. Anstatt einer Hafenrundfahrt nehmen wir eine Linienfähre, mit der wir zur Endhaltestelle und zurück fahren. Das ist ei wirklich lohnenswerter Trip. Weil es so schön war, fahren wir gleich noch mit einer anderen Linie unter der Harbour Bridge hindurch, vorbei am Luna Park nach Barangaroo, einem neu entstandenen/angelegten Geschäftsviertel, mit etlichen Rastaurants, Pubs und Clubs direkt am Ufer. Da es mittlerweile kurz vor 20.00 ist, wollen wir noch etwas essen. Hier an der Seafront ist es jedoch zu laut für die Kinder. Wir nehmen den ruhigeren Subway in der zweiten Reihe. Danach laufen wir zur Wynyard Station, von wo aus wir wieder zurück zum Campingplatz fahren. Dort kommen wir heute erst nach 21.30 an. Über uns kreisen Flughunde, während wir den Kinderwagen aus- und die Kinder in den Camper einladen. Samuel bringen wir wieder relativ flott ins Bett, aber Lorena hält trotz des wenigen Schlafes der letzten Nacht und des Tages bis 23.30 durch und ist sehr anstrengend. Dafür hatte sie den ganzen Tag super mitgemacht und war super drauf. Bis wir dann auch endlich im Bett sind, ist es 0.30.

Tag 16 – 11.12.2019 – Von Goulburn nach Sydney

Wieder ist es kurz vor 10.00 als wir auf den Motorway einbiegen. Unsere Hoffnung, ohne Pause bis zum Campingplatz in Sydney zu kommen, erfüllt sich. Lorena und Samuel sind zwar schon eine ganze Weile vor Ankunft wach, sind aber total süß und friedlich. Sie erzählt/singt und brabbelt vor sich hin. Um 12.45 stellen wir den Camper ein paar hundert Meter vor dem Lane Cove Holiday Park ab, essen etwas und packen unsere Sachen, damit wir heute noch nach Sydney fahren können. Kurz nach 14.00 checken wir ein und stellen den Camper ab. Um 14.45 marschieren wir mit Samuel in der Trage und Lorena in der Kraxe los zur Metro. Um 15.30 steigen wir an Milsons Point aus, um von dort aus über die Harbour Bridge nach Downtown zu laufen. Mit der Luft haben wir übrigens Glück. Am Campingplatz dachten wir, dass es verbrannt riecht, aber das kam wohl vom Krematorium nebenan. Von der Harbour Bridge haben wir einen tollen Blick auf das Opera House. Am Ende der Harbour Bridge fahren wir mit dem Aufzug runter und landen im Party-Pub-Viertel The Rocks. Hier zahlt es sich aus, dass wir auf den Kinderwagen verzichtet haben, weil wir über etliche Treppen zum Fährterminal Circular Quay und dann zum Opera House weiterlaufen. Hier verbringen wir eine ganze Weile. Den Weg weiter durch den Botanischen Garten zum Ms Macquarie Point, von wo aus man einen tollen Blick auf Opera House und Harbour Bridge haben soll, heben wir uns für den nächsten Tag auf. Bevor wir zurück zum Campingplatz fahren, essen wir noch im CBD (Central Business District) bei Guzman y Gomez. Im Camper sind wir um 20.30. Bei Samuel geht es dann relativ schnell, bis er im Bett ist, aber bei Lorena zieht es sich wieder. Sie ist wirklich anstrengend, weil sie einerseits müde ist, andererseits aber viele Eindrücke zu verarbeiten hat. So wird es wieder kurz vor 23.00 bis sie die Augen endlich zumacht.

Tag 14 – 09.12.2019 – Von Melbourne nach Wodonga

Wieder wachen wir alle zusammen um kurz nach 8.00 auf. Obwohl wir uns danach beeilen, wird es wieder 10.45 bis wir loskommen. Lorena braucht wieder ewig mit ihrem Müsli. Nachdem Samuels Husten schlimmer klingt, steuern wir die Maple Leaf Arztpraxis an. Dort müssen wir nach ca. 20 min Wartezeit der Arzthelferin alles Mögliche über Samuel erzählen. Nach weiteren ca. 15 min sitzen wir dann im Behandlungszimmer. Der Arzt informiert sich eingehend, stellt etliche Fragen  und nimmt sich wirklich viel Zeit. Dann hört er Samuel ab, hört bei ihm aber zum Glück nichts. Er hört aber wie Lorena immer wieder hustet. Letzten Endes verschreibt er ihm Salbutamol mit einem Inhalator – exakt das Gleiche, was Lorena bei ihrem festsitzenden Husten mal bekommen hat. Cordula holt die Medikamente in der Apotheke, die Kinder werden noch „bearbeitet“ (Samuel wickeln und Lorena eine Kleinigkeit füttern) und dann geht es auf dem Freeway aus der Großstadt raus auf’s weite Land. Die weitere Fahrt verläuft sehr eintönig durch gelb-braunes Weideland. Man könnte wohl auch „Steppe“ dazu sagen. Alle 30-80 km kommt eine Kleinstadt. In einer dieser Kleinstädte, Euroa, machen wir den obligatorischen Spielplatzstopp. Lorena kann sich allerdings kaum austoben, weil alles total heiß ist. Samuels Mittagessen verläuft auch wenig erfolgreich. Er nimmt nur zwei, drei Löffel. Entweder ist es ihm zu heiß hier (wir haben inzwischen 36°C) oder ihm schmecken Kartoffeln nicht. Die zwei Stunden Fahrpause haben trotzdem allen gut getan. Lorena und Samuel schlafen auf der Weiterfahrt und wachen – wie so oft – ca. 15 min vor Ankunft in Wadonga auf. Dort tanken wir und fahren dann zum Big4-Campingplatz, der dummerweise bereits um 18.00 geschlossen hat: es ist 18.45. Glücklicherweise gibt es in dieser Kleinstadt noch einen weiteren Holiday Park, der bis 19.00 geöffnet hat. Hier ist alles etwas in Jahre gekommen, aber der Campingplatz erfüllt seinen Zweck und die Toiletten sind sauber. Angesichts der hohen Temperaturen bauen wir Tisch und Stühle draußen auf und essen unsere Nudeln mit Pilzsauce vor dem Camper. Die Camp Kitchen lädt nämlich weder zum kochen noch zum sitzen ein. Da wir heute insgesamt spät dran sind, wird es auch für Lorena und Samuel später. Samuel ist um 21.30 im Bett, Lorena schläft erst um 23.15. Wir müssen irgendwie wieder in einen anderen Rhythmus kommen…

Tag 15 – 10.12.2019 – Von Wodonga nach Goulburn

Wieder wachen wir um kurz nach 8.00 auf. Nur Samuel schläft noch und würde wohl gerne noch weiterschlafen. Nachdem wir jedoch heute eine größere Etappe vor uns haben, soll er später während der Fahrt schlafen. Wir machen also die Rollläden hoch und lassen ihn von der Sonne wecken. Lorena ist wieder ganz süß zu ihm. Sie bekommt heute kein Frühstück, damit wir eher loskommen. Eine Banane muss reichen. Um 9.45 sind wir „on the road again“ und merken, dass Wodonga gar nicht so klein und wirklich neu und nett hergerichtet ist. Beide Kinder schlafen kurz nach der Abfahrt ein. Wie am Vortag ist die Landschaft sehr eintönig. Den Spielplatzstopp machen wir in Gundagai, wo wir über zwei Stunden verbringen. Lorena ist zwar begeistert, macht aber wenig auf dem Spielplatz. Samuel nimmt wieder kaum etwas von seinem Mittagessen, dem Kürbis-Kartoffel-Brei. Also probieren wir es mit Pastinake. Die verschlingt er regelrecht. Nach einem kurzen Plausch mit einem abgewrackten Pärchen, das vor der schlechten Luft weiter im Norden „geflüchtet“ ist, geht es weiter. Wir peilen Yass an, merken aber schnell, dass Samuel – wie erhofft – gut und viel schläft und wir bis Goulburn fahren können. Damit haben wir schon viel auf dem Weg nach Sydney geschafft, sodass wir morgen hoffentlich entspannt dorthin fahren können. Die Luft ist übrigens unterwegs besser als erwartet. Rauch riecht man keinen. In Goulburn angekommen, tanken wir und kaufen beim Aldi ein (Nudeln, Quetschies, Bananen, Zupftücher und Wasser. Um 17.15 checken wir beim Big4 Campingplatz Governer’s Hill ein und stellen den Camper ab. Es hat immer noch 36°. Also schnell den Strom ranhängen und Klimaanlage einschalten. Doch die geht nicht. Sie macht keinen Muckser. Alle anderen Geräte haben Strom. Cordula meinte, sie hatte in der Früh schon ein komisches Gefühl, als ich den Strom weggenommen habe, während die Klimaanlage noch lief. Ich denke, dass dabei wahrscheinlich eine Sicherung rausgeflogen ist und baue die Kindersitze wieder ab, damit ich die Elektrik unter der Kindersitzbank erreichen kann. Doch hier passt alles. Wir schalten alles aus, warten kurz und dann der Reihe nach wieder ein – so wie wir es vor fast zwei Wochen auf Kangaroo Island schon einmal machten, als der Strom komplett weg war. Erfolglos. Also ruft Cordula wieder beim Britz-Service an. Sie bekommt die Info, dass wir, wenn wir in Sydney angekommen sind, zum Britz-Sitz fahren sollen, wo die Klimaanlage gecheckt wird. Dort wäre dann bereits jemand informiert, damit wir nicht so lange warten müssten. Trotzdem blöd, wenn es uns wertvolle Zeit kostet. Cordula handelt wenigstens raus, dass wir hier auf dem Campingplatz in einer Cabin schlafen können, weil es im Wohnmobil sonst zu heiß werden würde. Während der ganzen Aktion will Lorena auf den Spielplatz, muss sich aber gedulden. Als ich die Sitze wieder zusammenbaue und wir Lorena und Samuel für den Spielplatz fertigmachen wollen, bekommt Cordula einen Anruf von Britz. Sie soll mal nach draußen gehen, auf der linken – also der Beifahrerseite – die Stauraumklappe öffnen und dort in der linken oberen Ecke den Schalter (Wer bitte hat den hier versteckt???) aus- und wieder einschalten. Ich gehe raus, helfe ihr, weil erst die Wasserflaschen entladen werden müssen und bemerke, dass der Schalter halb umgelegt ist. Klick, klick – die Klimaanlage geht wieder. Ich hatte sie selbst lahmgelegt, als ich das Wasser dort unten eingelagert hatte. Wie bescheuert! Wir sind jedenfalls froh, dass sich das Problem so leicht erledigt hat. Endlich kann Lorena auf den Spielplatz, der nicht gerade groß und auch nicht der neueste ist. Cordula kocht währenddessen. Wir sind heute mit allem deutlich früher dran (auch wenn uns die Klimaanlagenaktion 40 min gekostet hat) und bringen Lorena kurz nach Samuel um 21.00 ins Bett. Bis sie schläft ist es 21.45. Das ist zwar immer noch spät, aber immerhin über eine Stunde eher als die letzten Tage. Danach gehe ich noch rasieren und duschen. Die Sanitäranlagen haben einen Charme wie das Sportheim vom TuS 1821 Gouldburn, das von seinen Gründungsvätern erbaut wurde. Hier ist alles sehr in die Jahre gekommen. Bevor wir um 23.30 ins Bett gehen, haben wir noch geplant, wie wir den morgigen Tag in Sydney gestalten.

Tag 13 – 08.12.2019 – Melbourne

Wir wachen alle zusammen kurz nach 8.00 auf. Lorena müsste also noch ziemlich müder sein. Zum Glück ist sie dennoch gut drauf. Samuel hat zwischenzeitlich wieder ziemlich gehustet. Cordula hat deshalb einen Arzt rausgesucht, bei dem wir morgen, also bei der Weiterfahrt nach Sydney, vorbeischauen. Bis wir in die Stadt aufbrechen ist es 11.15. Lorena hat wieder mal ewig, aber dafür fast gar nichts gegessen. Da es Sonntag ist und keine Busse fahren, müssen wir ca. 15 min bis zur Tram laufen. Für die Fahrt damit haben wir uns die „myki“-Fahrkarten noch in die Google Pay App ziehen und mit 10 AUD aufladen müssen. Um kurz nach 12.30 sind wir in Downtown. Wir laufen Richtung Flinders Central Station und St. Paul’s Cathedral. Dann nehmen wir die Straßenbahn, die in einem großen Innenstadtbereich übrigens komplett kostenlos ist, zum Queen Victoria Market, wo wir uns etwas zu essen holen. Während Lorena schläft ist Samuel ganz wild auf unser leckeres Essen (Cordula indisch, ich chinesisch), das wir in lockerer Atmosphäre mit Musikuntermalung genießen. Samuel braucht also auch etwas. Deshalb gehen wir ins Melbourne Central, einem großen Shopping Centre, in dem es ein „Parents Retreat“, einen Still-Fütter-Elternchill-Bereich, gibt. Dort können wir sein Essen in einer Mikrowelle aufwärmen und ihn füttern. Lorena isst ihr Frühstücksmüsli. Anschließend bekommt sie das versprochene Eis, weil sie – bis auf kurze Aussetzer – ganz lieb war. Mittlerweile ist es 16.30 und wir überlegen, noch eine Runde mit der kostenlosen Roundtrip-Tram zu fahren. Dann kommt es aber anders, weil wir noch ein Buch für Lorena kaufen wollen und dabei entdecken, dass das Shopping Centre viel größer ist als gedacht. So wird es immer später und letzten Endes ist es kurz nach 20.00 bis wir wieder am Campingplatz sind. Wir müssen allerdings noch Samuel und Lorena duschen. Müsste ja schnell gehen. Falsch gedacht. Samuel macht nach fünf Tagen sein erstes großes Geschäft. Durch die Beikost ist es nicht mehr flüssig, weshalb sich dieser Prozess über eine halbe Stunde erstreckt. Lorena wird langsam ungeduldig. Klar, sie hatte weniger Nachtschlaf und nur 1,5 Stunden Mittagschlaf. Irgendwann ist sie dann dran mit Baden. Danach sollte sie eigentlich gut schlafen. Schon wieder falsch gedacht. Sie ist wieder bis 22.40 wach und macht den Kasper oben im Alkoven. Dabei muss ich mich noch rasieren, wir müssen

Tag 12 – 07.12.2019 – Von Apollo Bay nach Melbourne

Blöderweise schläft Lorena heute länger. Wir haben nämlich eine längere Strecke vor uns. Um 11.00 starten wir am Campingplatz in Apollo Bay und folgen weiter der Great Ocean Road, die ab hier nicht mehr so spektakulär, aber dennoch wunderschön ist, da sie jetzt direkt am Wasser verläuft. Den ersten Lookout vor Kennett River verpassen wir zwar, aber wir bleiben kurz danach stehen und knipsen kurz, während die Kinder schlafen. Der nächste sehenswerte Lookout laut Reiseführer ist bei bzw. hoch über Lorne. Cordula navigiert mich den kürzesten Weg und der führt so steil den Berg nach oben, dass das Wohnmobil wirklich Schwierigkeiten hat hochzukommen. Oben angekommen werden wir mit einem tollen Ausblick auf den Pazifik und die Great Ocean Road belohnt. Lorena und Samuel sind inzwischen wach. Nach diesem Fotostopp halten sie zum Glück noch knapp 30 min bis Geelong durch und beschäftigen sich schön selber: Lorena zeigt Samuel Seiten in ihrem Flughafenbuch. In Geelong gehen wir erst einkaufen und danach darf sich Lorena auf einem Spielplatz austoben, während Samuel Bauchzeit hat und ein Großteil des guten Kürbisbreis leider wieder loswird. Nach dieser ausgedehnten Pause geht es weiter nach Melbourne. Schon weit vor Melbourne merkt man, dass wir uns der Großstadt (ca. 4 Mio. Einwohner) nähern, da wir auf einer 4-spurigen Autobahn unterwegs sind und die Bebauung zunimmt. Gefühlt fahren wir über eine Stunde durch Stadtgebiet. Am Campingplatz sind wir um Punkt 18.00. Hier läuft wieder alles glatt, da Cordula in der Früh telefonisch reserviert hat. Wir wissen jetzt auch, dass wir ein „Motorhome“ sind und kein „Campervan“. Während Cordula dann Nudeln mit Bolognese-Sauce kocht, bin ich mit Lorena am Spielplatz. Sie hat richtig Spaß beim Klettern, Rutschen, Schaukeln und Eis verkaufen. Nach dem Essen machen wir beide bettfertig, aber Lorena denkt wieder nicht an Schlaf sondern hängt lieber oben am Fangnetz und schaut auf uns runter. Bis sie schläft ist es kurz vor 23.00. Das kann ja was werden morgen in Melbourne.

Tag 11 – 06.12.2019 – Von Port Campbell nach Apollo Bay

Um kurz nach 8.00 ist die Nacht vorbei und alle haben gut geschlafen. Wir kommen um kurz vor 10.30 los und legen bereits nach ein paar Kilometern den ersten Stopp bei Loch Ard Gorge ein. Hier ist mal ein britisches Segelschiff Ende des 18. Jahrhunderts gestrandet. Davon sieht man natürlich nichts mehr. Was man sieht sind wieder tolle Felsformationen in der tosenden Brandung. Am Ende des einen Trails hat man einen wunderbaren Blick auf einen Felsen, der wie ein Schiff in den Wellen steht. Beim anderen Trail kann man über eine Treppe zu einem Sandstrand in einer Bucht laufen. Von hier unten bekommt man einen ganz anderen Eindruck als zuvor immer nur von oben. Die hohen Felswände neben einem und der wilde Pazifik vor einem wirken fast etwas bedrohlich. Aber gefährlich kann es hier gar nicht sein, denn es wimmelt von Asiaten, die busseweise (von Melbourne) hierher gekarrt werden. Noch mehr davon gibt es am wohl bekanntesten Lookout, den Twelve Apostels. Allerdings ist nach den ganzen Eindrücken der vorangegangenen Stopps dieser her am wenigsten spektakulär. Erstens sind es gar nicht (mehr!?) zwölf Felsen, die dem Meer trotzen, zweitens ist hier viel mehr los, drittens waren die Stopps bei „The Grotto“ und „The Islands“ aufregender, weil man irgendwie näher dran war. Folglich sind wir hier relativ flott fertig, machen aber anschließend noch Brotzeit im Camper. Samuel isst heute locker ein halbes Glas Kürbisbrei und Lorena isst Käse, Brot mit Frischkäse und einen Frucht-Getreide-Riegel bei bester Laune. Um kurz vor 14.30 geht es weiter. Gleich 2 km nach der Abfahrt erreichen wir den finalen Lookout der Great Ocean Road, den wir uns hätten schenken können. Die weitere Fahrt geht kurvenreich durch abwechslungsreiche Landschaften: Weideland, Eukalyptusbäume, Regenwald und noch einmal der Pazifik. Obwohl kein Warnschild am Straßenrand stand, haben wir das Glück, dass ein Koalabär tapsig über die Straße läuft und direkt neben unserem Camper vorbeitorkelt. Sehr süß! Um 16.00 erreichen wir Apollo Bay, eine charmante Klein(st)stadt, die aus einem Supermarkt, zahlreichen Bars, Cafes und Restaurants sowie etlichen Unterkünften besteht. Angesichts der Tatsache, dass Samuel wach und unzufrieden ist, werfen wir unsere Planung, weiterzufahren über den Haufen und checken im Big4-Campingplatz ein, der mit 44$ der bisher teuerste ist. Hier zahlt man halt die Lage mit. Wir stellen aber den Camper gar nicht ab, sondern fahren gleich wieder in die Stadt, wo wir das nötigste im Supermarkt kaufen und anschließend Essen gehen bei George’s. Die Seafood-Platte für 2 ist zwar groß, besteht aber leider ausschließlich aus Frittiertem: Flake (?), Calamari, Jakobsmuschel, Shrimps, Surimi – alles paniert und frittiert. Dazu: Pommes und Salat (der nicht frittiert war). Mit 40$ waren wir dabei. Nicht gerade ein Schnäppchen. Um 18.15 sind wir zurück am Campingplatz, stellen das Wohnmobil ab, verbinden uns mit Strom und miserablem Internet und gönnen Lorena noch eine Stunde auf dem Spielplatz. Dieser ist zwar echt schön angelegt allerdings eher für Kinder ab vier Jahren geeignet. Die Wasserspielzeuge laden bei kaltem Wind und 15° auch nicht gerade zum planschen ein. Samuel ist um 20.00 hundemüde und schläft kurz danach ein. Lorena müsste eigentlich auch total am Ende sein, hat heute aber schier endlose Energie und ist bis zum Schluss gut drauf. Wann Schluss war, kann ich allerdings nicht sagen, da ich um 21.00 zum spülen, rasieren und duschen gegangen bin, während Cordula sich zu ihr gelegt hat und um 21.45 immer noch bei ihr liegt und schläft. Sehr süß, die beiden!

Tag 10 – 05.12.2019 – Von Port Fairy nach Port Campbell

Lorena ist in dieser Nacht zweimal völlig ausgeflippt und war nicht mehr zu beruhigen. Ich vermute, dass das mehr oder weniger im Halbschlaf passiert ist und sie gar nicht mitbekommen hat, wie sie da drauf war. Sie hat schrill geschrien und wusste nicht was sie wollte. „Kuscheln. Nein Kuscheln.“ „Zudecken. Nein Zudecken.“ … Die Aktion dauert etwa 20 min, bis sie wieder eingeschlafen ist war es insgesamt eine Stunde. Und das Ganze nachts um 1.00. Gegen 5.00 noch einmal die gleiche Aktion, nur kürzer. Nach 10-15 min war der Spuk vorbei. Um kurz nach 8.00 hat mich Lorena dann endgültig geweckt. Samuel hat wieder ganz gut geschlafen, aber beide schleppen immer noch ihren Husten mit. Lästig. Nach dem Frühprogramm kommen wir um 11.30 los. Lorena und Samuel schlafen kurz nach der Abfahrt ein. Bereits nach knapp 10 min kommen wir zum ersten Highlight des Tages, das Cordula gerade noch rechtzeitig im Reiseführer entdeckt hat: Tower Hill Game Reserve. Auf einem One Way-Loop durchfahren wir ein Naturreservat in einem Krater mit See. An einem Parkplatz steigen wir direkt neben ein paar Emus aus, die sich von uns nicht stören lassen. Außer Enten und schwarzen Schwänen auf dem See sehen wir leider keine weiteren Tiere, aber die Durchfahrt war echt lohnenswert. Kurz danach erreichen wir Warnambool, wo wir richtig billig tanken (1,497 $/l). Da Lorena und Samuel immer noch schlafen, fahren wir weiter und lassen den Einkauf im Woolworth’s neben der Tankstelle aus. Weiter geht es Richtung Great Ocean Road, dem zweiten Highlight des Tages. Nach einer 30 km langen eintönigen Fahrt durch Weideland führt die Straße zum Pazifik und kurz danach zu „The Islands“, einer Felsformation im Wasser. Wir laden Samuel und Lorena in die Trage bzw. die Kraxe und schauen uns dieses grandiose Stück Natur an. Wir haben Glück, dass gerade jetzt die Sonne kurz rauskommt. Wir hatten auf der Fahrt heute auch schon Regen. Weiter geht die Fahrt zu „The Grotto“, einem ausgespülten Felsbogen. Wahnsinn! Nach diesen beiden Stopps machen wir Brotzeit. Samuel isst heute richtig viel Brei und sperrt richtig den Mund auf, wenn er den Löffel vor sich sieht. Kürbis scheint ihm zu schmecken. Wir fahren um kurz vor 16.00 weiter und merken, dass wir heute wohl nicht so weit kommen wie geplant. Gut, dass wir am Vorabend die Route umgeplant und somit etwas Luft haben. Wir legen noch zwei weitere Fotostopps ein, jedoch ohne Kinder, da die nach dem Brotzeitstopp eingeschlafen sind. Um 17.30 erreichen wir den NRMA Port Campbell Holiday Park und ergattern gerade noch einen Platz. Lorena ist richtig schlecht drauf, weil wir sie wecken. Cordula schafft es aber ihre Laune zu heben. Zu essen gibt es heute Nudeln mit Sauce und Lorena dehnt das Abendessen wieder zu einem einstündigen Mahl aus. Wir legen sie zwar um 20.30 ins Bett, aber sie schläft erst einige Zeit später in meinem Arm ein. Und ich mit ihr. Um 22.00 wache ich auf. Cordula hat bereits abgespült und liegt im Bett. Ich mache auch bettfertig, schreibe diese Zeilen und höre immer wieder, wie Lorena sich meldet und Sachen sagt wie „Hahmehl“ (=Samuel) oder „Oh Tannenbaum“. Wieder mal ganz süß, aber tiefer Schlaf wäre wichtiger. Ich geh mal hoch in den Alkoven und schau, ob ich heute Nacht mehr Zentimeter von ihr zugestanden bekomme.

Tag 09 – 04.12.2019 – Von Kingston S.E. nach Port Fairy

Lorena schläft durch, ist aber schon um 6.00 wach. Naja, dann stehen wir halt heute früher auf und komme nauch früher los. Noch in Kingston machen wir einen Tankstopp und sind um 10.00 „on the road again“. Den ersten Stopp legen wir um kurz nach 11.30 in Millicent ein, wo sich Lorena auf einem riesigen Spielplatz austoben kann. Samuel hat auch ein paar Minuten auf dem Bauch. Wir essen dort noch im Camper und fahren um kurz vor 14.00 weiter. In Mt Gambier machen wir einen kurzen, lohnenden Fotostopp am Blue Lake während die Kinder schlafen. Sie schlafen noch eine Weile weiter und verpassen die zwei Koalas, die gemütlich über die Straße trotten. Total süß, aber auch völlig bescheuert. Von den Quarantänebestimmungen an der Grenze zu Victoria merken wir gar nichts. Wir bemerken lediglich die neue Zeitzone: plötzlich ist es eine halbe Stunde später. Um kurz nach 17.00 erreichen wir den Big4-Campingplatz in Port Fairy. Zum Abendessen gibt es gegrillte Hähnchenschenkel mit Gemüse und Nudeln. Leider hinterlasse ich eine ziemlich Sauerei auf dem Elektrogrill, weil ich nicht – wie in Australien üblich – eine Silikongrillmatte verwende. Das Essen schmeckt trotzdem. Wir bringen die Kinder zwar halbwegs pünktlich ins Bett, aber Lorena schläft erst um kurz vor 22.00, da sie tagsüber viel im Auto geschlafen hat. Wir überdenken noch einmal unsere Routenplanung, weil wir solche wie die letzten zwei Fahrtage nicht mehrmals den Kindern zumuten können und wir schon einen Tag hinter unserer ursprünglichen Planung hinterherhinken. Wir entscheiden uns dafür, von Melbourne nach Sydney den direkten Weg zu nehmen und die südöstlichste Ecke von Australien wegzulassen. Auch angesichts der anhaltenden Feuer und des immer noch vorhandenen Hustens bei beiden Kindern brauchen wir vielleicht noch den einen oder anderen Puffertag. Um 0.00 sind wir dann auch endlich im Bett.