Das Frühstück für Lorena und Samuel findet erst im Auto statt. Wir essen, während wir packen und die Kinder fertig machen. Bis wir loskommen ist es dann doch 9:20. In La Spezia kommen wir um 10:40 an und entscheiden uns nach kurzer, erfolgloser Parkplatzsuche für einen relativ teuren Parkplatz (2€/h). Von dort laufen wir knapp 500 m zur Ablegestelle und bekommen einen Schreck, wie lang die Schlange an der Kasse ist. Aber wir haben Glück und kommen noch aufs Schiff. Wir ergattern sogar noch einen Platz, zwar nicht am Fenster, aber für uns alle Vier. Mit fast 15 min Verspätung legen wir ab, steuern aber pünktlich den ersten Stopp Ponte Venere an. Wir überlegen lange, ob wir aussteigen sollen, bleiben aber (wie der Rest des Tages zeigen wird) glücklicherweise sitzen. Bei der Weiterfahrt passieren wir die schön gelegene, alte Festungsanlage.
Beim nächsten Halt, Riomaggiore, steigen wir aus. Samuel hätte eine Weiterfahrt gut getan, denn er ist müde und es wäre gerade seine Schlafenszeit. Aber der Hunger ist auch groß und so spazieren wir erst an Fischerbooten vorbei, dann durch einen Tunnel, zur „Hauptstraße“ durch Riomaggiore. Hier reihen sich Bars, Cafés, Restaurants und Frittier-Fast-Food-Läden aneinander. In einem Restaurant bekommen wir einen Platz in einem ungemütlichen Keller angeboten. Das lassen wir dann lieber und setzen uns stattdessen auf eine Bank, wo die Kinder Pommes mit Ketchup essen und Cordula und ich einen Cappuccino trinken. Samuel und Lorena ziehen die ganze Tüte weg – das war also die passende Stärkung. Jetzt haben beide genügend Energie für den Rückweg zur Anlegestelle. Wir sind dort 20 min vor der Abfahrtszeit und die Schlange führt schon für ganze Treppe hinauf. Kurze Zeit später ist die Schlange hinter uns gut doppelt so lang. Wir kommen aber ohne Probleme mit aufs Schiff und haben sogar einen Fensterplatz bzw. einen Sitzplatz am Heck. Nach einigem Hin und Her (Klobesuch) kommt Samuel zur Ruhe und schläft mit dem Kopf auf meinem Oberschenkel ein. Blöderweise erreichen wir 15 min später (beim Zwischenstopp in Manorola bleiben wir sitzen) Vernazza, den angeblich schönsten Ort der Cinque Terre. Ich trage Samuel, noch schlafend, von Bord und wir versuchen ihn am – völlig überfüllten – Strand auf ein Handtuch zu legen, aber der Versuch scheitert und er wacht auf. Also stiefeln wir hoch durch verwinkelte Gassen zum Castello, von wo wir einen schönen Ausblick über die Bucht von Vernazza und das Meer haben. 2€ pro Erwachsenem sind trotzdem viel. Weiter geht es zur Eisdiele. Das hebt die Stimmung bei den Kids, stillt aber nicht ihren Hunger. Lorena weil einen ganzen Apfel und Samuel eine Banane. Für 1,50€ können wir beide Wünsche in einem Tante-Emma-Laden erfüllen und laufen dann zurück zur Anlegestelle. Dort stellen wir uns in die völlig ungeordnete Schlange, die noch ungeordneter wird, nachdem zwei Schiffe mit anderen Zielen an- und wieder ablegen. Irgendwann regelt sich dann doch alles, unser Schiff kommt und ich besorge uns einen Platz auf dem Sonnendeck. Die Rückfahrt biete traumhaft schöne Aussichten auf die Liste und die Orte, bei denen man sich wundern muss, wie sie in die steilen Hänge gebaut wurden.
Um kurz vor 19:00 erreichen wir wieder La Spezia und machen uns auf die Suche nach einem Restaurant. Nach kurzer Suche werden wir fündig: das Kairos ist ein Volltreffer. Die Kinder essen zusammen eine Portion Nudeln mit Pesto, Cordula ein großes, lecker belegtes Weißbrot und ich einen Burger. Der Chef des Hauses ist superfreundlich und wir haben einen tollen Ausklang für diesen wunderbaren Tag. Danach laufen wir zurück zum Auto, machen die Kinder bettfertig und fahren zurück zum Campingplatz. Um kurz nach 22:00 legen wir Samuel und Lorena ins Bett und machen uns selbst auch fertig fürs Bett. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende.
