Der Morgen beginnt schwülwarm. Es wird langsam richtig tropisch. Die Natur um uns herum sieht zwar noch mehr braun als grün aus, aber die Temperaturen liegen bereits bei der Abfahrt um 9.15 bei fast 30 °C und die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Während der Fahrt sehen wir westlich von uns wolkenverhangene Berge (Hügel) und im Osten über dem Meer blauen Himmel mit vereinzelten weißen Wolken. Nach 1.15 h Fahrt biegen wir vom Highway links ab zu den Jourama Falls. Nach einigen Kilometern wechselt der Fahrbahnbelag von Teer auf Schotterpiste, was uns aber nach wenigen Millisekunden Bedenkzeit egal ist. Die Schotterpiste lässt sich gut befahren und ist auch nur wenige Kilometer lang, bis wir kurz vor dem Ziel wieder auf Teer unterwegs sind. Zweimal durchqueren wir das Flussbett des Jourama Creek: beim ersten Mal komplett trocken, beim zweiten Mal fließt ein 1 cm tiefes Rinnsal über die Betonplatten. Allerdings können sich die Verhältnisse schnell ändern, wenn es in den Bergen regnet. Davon bekommt man im Tal nichts mit, außer dass innerhalb von Sekunden der Pegelstand ansteigen kann. Wir gehen mal davon aus, dass die dunkle Wolke über den Bergen nicht viel Regen gebracht hat und wir ohne Probleme wieder zurückkommen. Wir stellen das Wohnmobil ab und packen Lorena in die Kraxe und Samuel in die Trage. Dann geht es los über Stock und Stein bzw. die ersten 150-200 m über Asphalt. Der Weg führt durch größtenteils lichten Regenwald über große Steine im Flußbett und dann den Berg hinauf zu einem Lookout. Der Weg hat sich gelohnt, auch wenn nicht viel Wasser die Jourama Fälle herunterfällt. Der Blick erinnert uns an den Zion National Park und ist hier keineswegs schlechter, jedoch viel billiger, weil kostenlos. Beim Rückweg legen wir noch zwei Stopps bei den Rockpools ein, die bei Locals zum Baden beliebt zu sein scheinen. Beim zweiten Rockpool ist außer uns und einigen Schildkröten niemand da. Eine Schildkröte sonnt sich auf einem Stein und im Wasser entdecken wir immer mehr Schildkröten. Nach der Wanderung fahren wir mit dem Wohnmobil die paar hundert Meter zur Rest Area und machen dort Mittagessen. Dieser Abstecher vom Highway hat sich wirklich gelohnt. Nicht so wie die gut einstündige Weiterfahrt, die landschaftlich wieder Magerkost ist. Erfreulicherweise wird es langsam immer grüner. Um 15.45 erreichen wir den Beachcomber Holiday in Cardwell. Bereits bei der Fahrt zu unserem Stellplatz fallen uns die ganzen Mangobäume mit den herabgefallenen Früchten auf. Da fällt bestimmt auch was für uns ab… Wir stellen den Camper ab und machen uns schnell fertig für den Pool. Lorena braucht noch dringend Bewegung im wunderschön angelegten Pool. Nach dem Baden wird geduscht und dann gekocht. Beim Kochen begegnen wir einer Aga-Kröte (Plage, giftiger Schleim), die Lorena ganz interessant findet. Klar, für sie ist das ein Frosch. Nachdem wir die Kinder im Bett haben, setzen wir uns noch in die BBQ-Area um die beim Aldi gekaufte Schoko-Bombe zu verdrücken. Sehr lecker! Während wir da sitzen, knallen neben uns die Mangos auf den Boden. In den Bäumen gibt es immer wieder Zoff zwischen Flughunden und wenn sich einer von ihnen beim Abflug zu schwungvoll vom Ast abstößt, fällt meist eine Mango herunter. Zwei Mangos schlagen mit lautem Knall über uns auf dem Wellblechdach ein. Eine weitere Mango schnapp ich mir direkt nach ihrer Landung, schäle sie und wir genießen die frischeste („Flug-„)Mango, die wir je hatten. Nur selbstgepflückt wäre frischer. Es war nicht nur unsere frischeste sondern auch unsere beste Mango. Nebenbei recherchieren wir übrigens für unseren Ausflug ins Great Barrier Reef. Dann geht Cordula ins Bett und ich spüle noch ab. Dabei fühle ich mich allerdings beobachtet. Unter der Spüle sitzt ein Korallenfinger-Laubfrosch und schaut mir zu. Um kurz nach 23.00 ist Schicht im Schacht.
