Tag 06 – 01.12.2019 – Von Flinders Chase NP nach Vivonne Bay

Wir haben wieder eine eisige Nacht hinter uns. Samuel scheint das nichts auszumachen. Sein Husten wird zum Glück langsam besser und klingt nicht mehr so röchelnd. Lorena wacht um 4.00 und macht fast zwei Stunden lang die Nacht zum Tag. Wenigstens ist sie dabei ganz süß. Sie flüstert nur, erzählt lustige Sachen oder will komische Dinge (Ghettofaust) machen. Um 7.00 meldet sie sich noch einmal kurz und ist mit der Deckensituation unzufrieden. Das Probleme konnte zum Glück schnell gelöst werden und wir schlafen beide bis kurz nach 9.00 weiter. Cordula ist bereits wach. Nach dem Morgenprogramm ist es 11.30 bis wir losfahren in Richtung Süden. Auf der schönen, kurvigen Straße erreichen wir nach 20 min das südliche Ende. Diese Zeit hat Lorena natürlich nicht gereicht, um den fehlenden Nachtschlaf nachzuholen. Ihre Laune steigt erst, als sie am Parkplatz zum ersten Mal in die Kraxe steigen darf. Sie freut sich sichtlich da oben zu thronen. Die gute Laune hält allerdings nur bis zur ersten starken Windböe, bei der sie zu schreien anfängt. Sie hat wohl Angst bei diesem starken Wind. Da muss sie jetzt aber durch. Wir laufen den Holzsteg hinunter zum Admiral’s Arch. Auf dem Weg dorthin sehen wir Seelöwen und solange wir windgeschützt stehen hat Lorena wirklich Spaß. Samuel sitzt in der Trage zum ersten Mal bei Cordula auf dem Rücken und ist total selig und entspannt. Der Arch selbst ist auch beeindruckend. Beim Weg zurück zum Camper kreischt Lorena wieder das eine oder andere Mal. In ihren Kindersitz im Wohnmobil will sie aber auch nicht so recht. Eigentlich wären jetzt zwei Stunden Mittagschlaf ganz gut, aber wir fahren nur 15 min bis zum Parkplatz der Remarkable Rocks. Auch hier packen wir Lorena und Samuel auf den Rücken und laufen über den Holzsteg zu den wirklich bemerkenswerten Steinen, die hier stehen, als hätte sie jemand dort abgeladen. Wieso ausgerechnet hier und wieso nur hier? Die Natur ist schon spannend. Und kreativ. Denn was Wind und Wetter hier form(t)en ist wirklich schön und aufregend. Wir machen etliche Fotos und Cordula den Selfiestick kaputt. Blöderweise fällt dabei ihr Handy runter. Das Display zeigt nur sehr schwach etwas an und der Akku ist plötzlich bei nur 2%. Kurz danach ist es aus. Wieder am Camper angekommen, hängen wir es zum Laden an den externen Akku. Lorenas Laune ist immer noch im Keller. Auch ein Riegel sorgt nur kurzzeitig für Besserung. Bei der Weiterfahrt schlafen beide sofort ein und wir merken, wie viel Glück wir mit dem Wetter hatten: es fängt heftig zu regnen an. So kommen doch noch Weihnachtsgefühle in Australien auf: 11° und Regen kennen wir aus der Adventszeit in Deutschland. Nachdem wir den Flinders Chase NP verlassen haben, wird das Wetter etwas besser. Unterwegs hüpft uns noch ein Känguru vor den Camper. Zum Glück habe ich es rechtzeitig gesehen, denn das dumm Ding wartete am Straßenrand bis ein Fahrzeug kommt und hüpft dann erst los. Unsere Dashcam sollte bei ca. 5:21 das Känguru gefilmt haben. Um 16:45 kommen wir am Campingplatz in Vivonne Bay an. Es ist fast nichts los. Wir wollen zahlen haben aber die nötigen 27$ nicht in bar parat, denn die müssten wir in einem Kuvert in den „Iron Ranger“ schmeißen. Glücklicherweise helfen uns die Franzosen, die kurz nach uns eintreffen, mit Wechselgeld. Nachdem wir bereits wissen, wie lange alles dauert, fangen wir gleich an zu kochen, damit wir die Kinder heute noch früher ins Bett bekommen. Doch daraus wird nichts: wir haben keinen Strom. Schon wieder nicht. Wir checken die Sicherung und alle Schalter und nach einigem Suchen finde ich den Fehler beim Verlängerungskabel. Das scheint einen Wackelkontakt zu haben. Richtig eingesteckt funktioniert endlich alles und wir haben einen schönen Abend mit einem Chicken Curry mit Reis. Lorena ist um kurz nach 20.00 im Bett und schläft sofort ein. Samuels legen wir erst hin, nachdem wir seine Wunde gespült haben. Die sieht mittlerweile echt gut aus und die Spülung scheint ihm nicht mehr weh zu tun. Er schreit nicht mehr, wenn wir die Kanüle ansetzen und abdrücken. Jetzt ist es Punkt 23.00 und ich habe endlich alle Blogeinträge der letzten Tage nachgeholt. So langsam läuft alles, wie wir uns das vorgestellt haben und wir kommen vielleicht in einen halbwegs normalen Rhythmus.

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