Das Zimmer ist zwar ganz gut, aber das Metallbett mit Gitterrost quietscht bei jeder Bewegung. Dementsprechend war die Nacht eher mittelmäßig für mich. Lorena hat auch ein bisschen zu kurz geschlafen und wacht um kurz vor 8:00 endgültig auf. Nachdem wir uns alle hergerichtet haben, gehen wir um 9:00 zum Frühstück und haben ein bisschen Stress, weil es dieses nur bis 9:30 gibt. Zum Glück „flirtet“ Lorena wieder einmal und die Frühstücksdame lässt uns länger sitzen. Danach packen wir unser Zeug für den Tag zusammen und laufen 10 Minuten zur Metro, die wir um kurz vor 11:30 in die Innenstadt nehmen (24h-Ticket für 105 NOK p.P.). Am Jernbanetorget steigen wir aus und folgen den Vorschlägen des Google Trip-Planner. Erster Halt ist die Domkirche, die wir aufgrund eines Orgelkonzerts aber nur von außen sehen können. Durch die Fußgängerzone laufen wir in Richtung königliches Schloss. Auf dem Weg, der eher eine breite, blühende Allee ist, dorthin kommen wir noch am Stortinget (?) und dem Nationaltheater vorbei. Nach ein paar Fotos vor dem Schloss suchen wir uns einen Platz im Park davor, breiten unsere Picknickdecke aus und füttern Lorena. Anschließend lassen wir sie noch rumkrabbeln, damit sie etwas Bewegung hat. Dann geht es über das Friedensnobelmuseum weiter zur Aker Brygge. Hier reiht sich ein Restaurant ans nächste und wir sind aber auf der Suche nach einem Café. Pause machen und den Flair genießen wollen wir auch. Der „Kompromis“ sieht dann so aus, das wir uns je einen Iced Coffee beim Starbucks holen und uns damit auf eine Holzliege mit Blick auf’s Rathaus und das Pier legen. Chillen deluxe. Lorena chillt ebenso. Irgendwann wacht sie auf, aber ohne einen Ton von sich zu geben. Sie schaut einfach nur. Bevor es ihr zu langweilig wird, gehen wir weiter zur Festung Akershus. Dort drehen wir eine kurze Runde mit Aussicht auf Oslo und laufen dann zur Oper. Erst gehen wir nach oben und haben wieder eine tolle Aussicht dann gehen wir rein und sehen uns diesen imposanten Bau von innen am. Zum Glück hat Cordula gesagt, dass wir noch reinschauen sollten, sonst wäre uns dieses architektonische Meisterwerk und Lorena ihr Nachmittagsbrei entgangen. Alleine wegen der Toiletten hätte es sich gelohnt, das Opernhaus zu betreten. Dann machen wir uns auf die lange „Reise“ zum Holmenkollen. Es hatte so schön laufen können, wäre nicht ein Teilstück der Metro gesperrt. Wir warten also zuerst auf eine Tram, gondeln mit dieser gefühlt durch halb Oslo zu einer anderen Metrohaltestelle und fahren dann mit der Linie 1 in nicht viel höheren Tempo kurvig und quietschend bergauf zum Holmenkollen. Die letzten Höhenmeter müssen wir zu Fuß machen. Der Ausblick ist dann umso schöner. Es ist mittlerweile 18:20, aber zum Glück haben Schanze und Skimuseum bis zum 20:00 geöffnet. Wir kaufen zwei Tickets (je 140 NOK) und schauen uns das Skimuseum an, während Cordula ihr Handy an einer Steckdose lädt. Wir sind uns übrigens immer noch nicht einig, ob es mehr Akku- als Speicherkapazität hat. Die Schlange für den Aufzug nach oben auf die Schanze ist zum Glück so lang, dass es der Akku bis auf über 40% schafft. Der Speicher ist besser: der ist zu über 99% voll. Jedenfalls hat sich der Eintritt voll gelohnt, denn der Ausblick ist gigantisch. Die Zeit vergeht wie im Flug und als Letzte verlassen wir um kurz nach 20:00 das Museum. Wir sehen uns noch den Landehügel und das Langlauf-/Biathlonstadion an und laufen dann wieder hinunter zur Metro. Blöderweise verpassen wir beim Umsteigen in die andere Metro den direkten Anschlusszug und müssen 15 Minuten warten. In der Jugendherberge kommen wir erst um 22:15 an. Lorena braucht noch etwas Bewegung bevor sie ins Bett kommt und wir haben noch nichts gegessen. Beides passiert erst nach 23:00. Um 23:30 fällt mir ein, dass der morgige Tag ein Sonntag ist und wir es deshalb schwer haben könnten, Pampers zu kaufen. Wir googlen einen Rema 1000 in 10 Fahrminuten Entfernung, der bis um 0:00 geöffnet hat. Ich spring ins Auto, fahr los und kauf um 23:55 sieben Packungen Pampers und vier Packungen Wasa-Knäckebrot. Ganz schön bescheuert, aber auch ganz schön günstig. Ziemlich kaputt fallen wir um 0:30 ins Bett.
