Tag 27, 18.07.2018, von Oppstryn nach Viksdalen (Vallestadfossen)

Abgesehen von einem Hustenanfall schläft Lorena gut durch und kniet um 8:10 wach in ihrem Bett. Wir holen sie noch kurz zu uns zum Spielen und stehen dann auf. Das übliche Prozedere dauert wieder bis kurz nach 12:30 und dann geht es bei bestem Wetter den Fjord entlang Richtung Stryn. Dort sehen wie zwar dunkle Wolken in der Ferne, drehen dann aber ab und fahren wieder Richtung Sonne. Im Innvikfjord sehen wir zwei Kreuzfahrtschiffe liegen. Eine Aussichtsplattform, die man in Loen mit dem Skylift (einer Gondel) erreichen kann, lassen wir angesichts des gesalzenen Preises (505 NOK p.P.) aus. Von Olden, am Ende des Innvikfjords gelegen, hat man einen mindestens ebenso guten Blick auf die Schiffe und das interessante Geschehen: Rentner werden vom Schiff und auf’s Schiff verschifft, schippern in Kayaks durch die Gegend, fahren mit Bussen zum Jostedalsbreen. Hier geht es ähnlich zu wie in Geiranger, nur eine Nummer kleiner. In Olden finden wir einen einfachen Spielplatz, wo wir Lorena mit ihrem Ikea-Stuhl in eine Reifenschaukel setzen. Den herannahenden Regen entdecken wir gerade noch rechtzeitig und kommen ins Auto bevor es zu schütten beginnt. Kurze Zeit später hört es wieder auf zu regnen und als wir in Uttvik vom Fjord wegfahren, kommt sogar kurz die Sonne durch. Der Licht-Schatten-Wechsel und die Farben sind echt toll. Zumindest am Anfang der Passstraße. Mit jedem Höhenmeter kommen wir den Wolken näher. Oben auf dem Pass (wo es auch ein kleines Skigebiet gibt) machen wir kurz Pinkelpause und fahren dann wieder kurvig dem besseren Wetter entgegen nach unten zu einem See. Dort finden wir einen Parkplatz mit Bänken, wo Lorena vor idyllischer Bergkulisse ihren Nachmittagsbrei bekommt. Rechtzeitig vor dem nächsten Schauer werden wir fertig und fahren die letzten Kilometer zu unserem Ziel Dragsvik. Doch das erreichen wir nicht, da wir uns spontan überlegen den nächstbesten Campingplatz anzusteuern. Wir folgen einem Schild am Straßenrand und kommen über einen kurzen Feldweg zu einem Campingplatz, von dem wir zuerst denken, dass er seit mindestens fünf Jahren geschlossen ist: kein Mensch, kein Auto, der Rasen nicht gemäht, Moos auf den Hüttendächern. Am Rezeptionshäuschen stehen handgeschrieben Preise und die Info, dass man sich eine der sechs Hütte suchen und später zahlen soll: „Open ca. 20:30“. Wir schauen uns die Hütten an, suchen uns Nummer 5 raus und sind froh, dass wir ausnahmsweise schon um 17:30 an einer Unterkunft sind. Wir schmeißen schnell die nötigsten Sachen in die geräumige Hütte (bis auf WiFi und Dusche/WC haben wir Vollausstattung und sogar ein eigenes Schlafzimmer) und wandern dann die ca. 400 m zum rauschenden Wasserfall. Lorena hat natürlich noch keinen Sinn für die raue Schönheit der Natur und wundert sich auch, als wir Johannisbeeren pflücken und essen. Wieder zurück bei der Hütte kommt gerade ein deutsches Pärchen mit dem Wohnmobil an und kurz darauf noch zwei deutsche Motorradfahrer. Wir kochen heute Ravioli all’arrabiata und Lorena kann fleißig auf dem Boden spielen und krabbeln. Das tut ihr auch mal wieder gut und bringt uns hoffentlich eine sehr ruhige Nacht. Punkt 20:30 kommt wie angekündigt die Besitzerin und sperrt ihre Rezeption auf. Natürlich kann man nicht mit Karte zahlen. Aber die nette Dame spricht Deutsch und nimmt auch Euro zu einem fairen Kurs (380 NOK = 42 €). Unser Plan mit Lorena scheint aufzugehen, denn um 21:00 wird sie müde. Bis sie dann im Bett ist, ist es zwar schon 21:30, aber immer noch früher als sonst. Wir gehen eine gute Stunde nach ihr ins Bett.

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