Lorena wacht das erste Mal um 6:50 auf und schläft nach kurzer Beruhigung bis 8:00 weiter. Das ist zwar viel zu wenig Schlaf – auch für uns – aber gut für den heutigen Tag. Bis wir alles fertig haben und losfahren ist es kurz vor 12:00 und der blaue Himmel inzwischen einer weiß-grauen Wolkendecke gewichen. Immerhin regnet es nicht. Auch nicht, als wir die kurvige Strecke der Trollstigen hochfahren. Oben angekommen ist Lorena nur schwer zu wecken. Umso überraschender, dass sie dann total gut drauf ist, als wir zur neu angelegten Aussichtsplattform laufen. Der Ausblick auf die Haarnadelkurven und das Tal ist echt toll. Wir verbringen hier eine ganze Weile und füttern Lorena dann im Restaurant. Weiter geht die Fahrt um 14:00. Vorbei an Schneefeldern und entlang eines Baches, der später zum Fluss wird, geht es talwärts, wo wir einige Kilometer später eine kurze Fähre nehmen. Für diese 10-minütige Überfahrt müssen wir 136 NOK zahlen. Dreist! Als wir von der Fähre fahren, nimmt der Wind stark zu und kurze Zeit später erwischt uns ein heftiger Gewitterregen, aber zum Glück kein herabfallender Ast. Der Regen wird dann schwächer, je näher wir dem Geirangerfjord kommen und hört nach kurzem Warten im Auto beim Aussichtspunkt auf den Fjord auf. Die Wartezeit überbrücken wir damit, dass Cordula vom flachgelegten Beifahrersitz aus Lorena den Nachmittagsbrei füttert. Dann steigen wir aus und haben einen tollen Blick hinunter auf die Ortschaft, die Kreuzfahrtschiffe und die Wasserfälle. Kurvig geht es weiter in den Ort, wo es nur so wimmelt von Kreuzfahrern. Wir fahren kurz auf den Campingplatz um ein Foto nachzustellen und schauen dann, dass wir weiterkommen. Es wird wieder kurvig. Oben angekommen überlegen wir, ob wir die 140 NOK für die Passstraße zum Dalsnibba zahlen sollen und entscheiden uns glücklicherweise dafür. Die Aussicht von 1500 m auf den Geirangerfjord ist grandios. Lorena verschläft sie. Nachdem es inzwischen 18:15 ist, ist der Plan, den nächsten Campingplatz anzusteuern. Doch das dauert eine ganze Weile, da wir durch einige Tunnel und eine Passstraße hinunter fahren. Dann kommen endlich Schilder, die Hütten ankündigen. Leider erhalten wir zwei Absagen und haben bereits die Sorge, wieder im Zelt schlafen zu müssen. Dann landen wir aber den Volltreffer in Oppstryn. Für 400 NOK bekommen wir die letzte Hütte, ausgestattet mit eigener Dusche/WC. Zugegeben, die Hütte ist sehr in die Jahre gekommen und der Boden nicht ganz sauber, aber hier ist es recht heimelig und es kommt echtes Hüttenfeeling auf. Wir richten uns ein, kochen, spielen mit Lorena und sind um 22:00 im Bett.
