Der „Wecker“ meckert schon um 4:30 und damit genau eine Stunde zu früh. Wir versuchen noch, Lorena einzuschläfern, entscheiden uns dann aber schon um 5:15 aufzustehen. Obwohl wir am Vorabend bereits alles vorbereitet hatten, dauert es bis 6:15 bis wir loskommen. Damit sollten wir die knapp 12km trotz Berufsverkehr bis 6:45 schaffen. Geht locker, den auf der Straße ist nichts los. Berufsverkehr? Ach ja, wir Deppen: es ist Sonntag. Um 6:35 sind wir beim Check-in und erhalten die schlechte Nachricht, dass das Schiff erst um 9:00 statt um 7:45 ablegt. Wir sind also viel zu früh aufgestanden und haben das Problem, dass Lorena nur kurz auf der Fahrt geschlafen hatte und ihr eigentlich noch ein paar Stunden Schlaf fehlen. Dementsprechend anstrengend ist es, sie bei Laune zu halten. Irgendwie vergeht die Zeit dann doch ganz schnell und wir stehen direkt neben dem Schiff, als es anlegt. Wahnsinn! Und das ohne eine Wolke am Himmel. Rein ins Schiff und ab zum Frühstück. Wir ergattern einen tollen Platz ganz vorne und sind begeistert vom tollen Buffet für 11€. Doch die Freude hält nicht lange, da um 9:30 etwas Hektik aufkommt und die Tische neu eingedeckt werden. Um 9:50 kommt eine Mitarbeiterin und weist und darauf hin, dass wir dich bitte gehen sollen, weil andere Gäste kommen. Eine Frechheit, denn Frühstück soll es bis um 10:00 geben und schließlich sind wir erst um kurz nach 9:00 losgefahren. Wir sind echt enttäuscht, schauen aber zum Glück ein Deck höher, wo der eigentliche Frühstücksraum ist. Dort gibt es noch alles und wir können uns hinsetzen und nochmal zuschlagen. Danach drehen wir eine Runde über’s Schiff, genießen die langsam (Tempo 30) vorbeiziehende, idyllische Schärenlandschaft und finden dann einen windgeschützten Platz auf dem Sonnendeck. Die letzten schwedischen Kronen werden in ein Glas Moët& Chandon investiert. Das große Glas Bier gibt’s für 5,50€ für mich dazu. Sehr chillig hier, was für ein Leben. Kurz vor 12:00 wird Lorena müde und gleichzeitig hungrig. Drinnen finden wir nach einer Tanzeinlage (bei der Lorena voll abgeht) in der Kinderdisco einen Platz in einem der zahlreichen Restaurants. Nach ihrem Mittagessen wird Lorena gewickelt und Cordula schläfert sie in der Trage ein. Als sie eingeschlafen ist, legen wir sie am Boden ab. Dort schläft sie dank Cordulas Hilfe nach 40 min insgesamt fast zweieinhalb Stunden. Danach ist die richtig gut drauf und krabbelt das erste Mal richtig. Auf der Fensterbank legt sie über einen Meter zurück und ist happy. Außerdem spielt sie wieder „Aufstehen-Hinsetzen“. Cordula schaut mal auf dem Shopping-Deck vorbei und ich geh wieder mal raus zum fotografieren.

Die Zeit vergeht wie im Flug und machen wir gesnackt (Polarbrød mit Minisalami bzw. Erdbeermarmelade) haben, ist schon wieder Zeit für Lorenas Abendessen. Danach dauert’s nicht mehr lange und es kommt die Durchsage, dass man sich langsam zu den Autos begeben soll. Wir finden zwar nicht den richtigen Abgang, aber unser Auto. Blöderweise reagiert es nicht auf den Schlüssel. Weder auf meinen noch auf Cordulas. Dann fällt es mir ein: ich hab vergessen die Kühlbox auszuschalten und die hat die Batterie leergezogen. Mit Hilfe eines freundlichen Dänen kommen wir zumindest ins Auto, aber nicht zum Überbrückungskabel im Kofferraum. Also lauf ich hoch zur Info und gebe bescheid, dass unsere Batterie leer ist und wir das Auto nicht starten können. Für Dame meinte, dass sie es weitergibt und jemand kommt und uns hilft. Wir warten noch mindestens 10 Minuten, die Ladeklappen sind schon offen, aber es ist noch niemand da. Also geht Cordula nochmal los. In der Zwischenzeit bekommen wir das Überbrückungskabel eines freundlichen Finnen geliehen, können es aber nicht benutzen, da es ca. 30cm zu kurz für das Nachbarauto ist. Wäre blöd, wenn jetzt niemand kommt, denn dann würden wir alles blockieren. Aber es kommt jemand vom Personal mit einer Energiestation und überbrückt uns. Zum Glück! Hätten wir gewusst, dass wir danach nochmal über fünf Minuten (mit laufendem Motor!) stehen, wäre alles etwas entspannter gewesen. Es ging ja alles gut. Runter von der Fähre gibt es einen kleinen Stau. Danach kommen wir um 22:10 an der Unterkunft (einer Jugendherberge) in Turku an. Es ist schon so spät, weil Finnland eine Stunde voraus ist. Lorena schläft zwar während der Autofahrt und wir haben Bedenken, dass sie dann im Zimmer nicht schläft, aber unsere Kleine ist so handsam, dass sie nach dem Stillen relativ schnell weiterschläft. Bis wir dann auch in der Kiste in unserem Ostblock-/60er-Jahre-Zimmer liegen, ist es 23:20.

