Nachdem wir nachts bereits von wildem Hundegebell aufgewacht sind, werden wir um kurz nach 6:00 vom lauten Geknatter der Bootsmotoren geweckt.
Wir relaxen noch eine ganze Weile, genießen das leckere Frühstück auf der Dachterrasse, packen die Rucksäcke und werden pünktlich um 10:00 vom Taxi abgeholt. Nach einer 45-minütigen Fahrt durch Reisfelder und über einen Pass, erreichen wir den „Flughafen“ Heho.
Die Kofferwaage ist aus dem 19. Jahrhundert, Sicherheit ist hier ein Fremdwort und das „Gepäckband“ ist ein großer Bollerwagen, auf das unsere Rucksäcke von Hand verladen werden. Dass die Bordkarten aus einem Drucker kommen, überrascht uns. Wir sind fast die Einzigen in der riesigen Wartehalle, da wir bereits gut eineinhalb Stunden vor Abflug am „Gate“ sitzen.
Dann geht aber alles ganz schnell: die Wartehalle füllt sich etwas, unsere Propellermaschine landet und ist innerhalb von 10 min geleert und wieder mit Passagieren bestückt. Im nagelneuen Flieger dürfen wir unsere Plätze frei wählen und freuen uns über den tollen Service. Während des 50-minütigen Fluges bekommen wir einen Snack, ein Getränk und ein Erfrischungstuch.
Nach der unsanften Landung in Tachileik müssen wir komischerweise an der Immigration (wir sind immer noch in Myanmar!) unsere Pässe zeigen, die der nette Grenzbeamte mit seinem Privathandy abfotografiert. Vor dem Flughafen werden wir wieder einmal von Taxifahrern „angegriffen“. Über sein erstes Angebot von 4000 Kyat p.P. lachen wir, satteln unsere Rucksäcke und laufen los. Beim Verlassen des Flughafengeländes bietet er uns 3000 Kyat p.P. und ein paar Meter weiter sind wir dann doch bei den von uns gebotenen 2000 Kyat p.P. angekommen und schlagen zu bzw. er schlägt zu. Ein mulmiges Gefühl bekommen wir, als wir kurz vor einer Grenzbrücke abbiegen und ein paar Ecken später an einem Marktstand anhalten. Dort begutachtet uns sein Kumpel (in einem Poloshirt mit der Stickerei „Team Glock“) mit erst kritischem und dann lächelndem Blick. Zum Glück geht alles gut und wir nehmen nur einen Käfig voller Hühner mit, die kurz davor aus zwei Kartoffelsäcken „umgesiedelt“ wurden. Artgerechte Käfighaltung direkt neben unseren Rucksäcken im Kofferraum. Bei der Ausreise aus Myanmar geht alles gut und wir laufen weiter über die Brücke Richtung Thailand.
Bei der Einreise dort wird jedoch rumgezickt, weil wir keine Adresse, wo wir übernachten werden angegeben haben. Wir bekommen einen Flyer, den wir bei unserem Hotel abgeben müssen. Kurz darauf sitzen wir in einem überdachten Pick-Up, der uns für 15 THB p.P. zum Busbahnhof bringt. Dort werden wir freundlich empfangen und zum Linienbus nach Chung Rai geführt. Nach den ersten Kilometern, die wir in Schrittgeschwindigkeit zurücklegen, bleiben wir stehen, ein Polizist betritt den Bus und nimmt einen Fahrgast mit sich. Wieder ein paar Kilometer weiter ein ähnliches Schauspiel: mehrere Polizisten kontrollieren einige Pässe und nehmen drei Fahrgäste mit, die jedoch – anders als beim Stop davor – wieder mitfahren dürfen. Nach ein paar weiteren Stopps ist der Bus so voll, dass einige stehen müssen. Noch zweimal hält uns die Polizei auf und wir wissen bis zum Ende nicht warum. Um kurz nach 16:30 erreichen wir den Busbahnhof und besorgen uns gleich die Tickets nach Chiang Mai für den nächsten Tag um 10:40 (1. Klasse für 166 THB p.P.). Danach laufen wir los und suchen die Hotels, die wir uns davor im Internet angesehen haben. Wir steuern zwei an (eins ist ganz ok, das andere ausgebucht) und nehmen das dritte: Baan Warabordee. Das Zimmer ist geräumig, sauber, hat eine total kuschlige Decke, eine kleine Terrasse als Zugang und kostet 600 THB (15€). Wir ziehen gleich los und essen bei einem Thai, der mit einer Deutschen verheiratet ist. Cordula bestellt etwas mit Galangal (auch Laoswurzel, Thai-Ingwer oder Galgant: schmeckt wie eine Mischung aus Ingwer und Erkältungsbad, in Kombination mit der Kokosmilch aber ganz gut) und ich Hähnchen mit Dry Chilis und Cashewkernen.
Anschließend schlendern wir über den Night Market und ärgern uns, dass wir nicht hier gegessen haben. Zurück im Hotel informieren wir uns noch über Chiang Mai, buchen einen Thai-Kochkurs und schlafen gegen 23:00.






