Ausgerechnet am Tag der Abreise schlafen die Kinder länger als sonst. Erst um 7:45 Uhr wachen sie auf – immerhin ist die Stimmung gut. Sie hatten sich am Vortag mit ihren Spielkameraden für den Morgen verabredet. Also ziehen sie sich schnell an und stürmen nach draußen, um noch ein letztes Mal gemeinsam zu spielen.
Cordula und ich beginnen währenddessen mit dem Packen. Die Abfahrt steht bevor. Doch nach nur zehn Minuten kommt Samuel zurück – er will unbedingt noch Fahrrad fahren. Leider müssen wir ihm sagen, dass das heute nicht mehr möglich ist. Diese Antwort gefällt ihm gar nicht.
Samuel rastet komplett aus. Mit einem Hammer will er alles Mögliche zerstören, tritt gegen den Mülleimer und schreit. Wir versuchen, ihn zu beruhigen, aber er lässt sich nicht bändigen. Die Eskalation kostet uns mindestens 20 Minuten. Er schlägt mir mehrmals mit der flachen Hand auf den Rücken. Als Cordula vom Waschen zurückkommt und meinen Rücken sieht, spricht sie ihn direkt darauf an. Das scheint endlich zu wirken – Samuel wird ruhiger.
Wir packen weiter, füllen Frischwasser auf, entsorgen das Abwasser und bezahlen. Um kurz vor 11 Uhr verlassen wir den Campingplatz. Die knapp 90 Kilometer bis Ljubljana schaffen wir in etwas über einer Stunde. Gegen 12 Uhr kommen wir am neuen Campingplatz an.

Cordula übernimmt den Check-in, wir parken den Wohnwagen – gerade rechtzeitig, denn jetzt beginnt es zu regnen. Zum Glück schaffen wir es noch, die wichtigsten Dinge zu erledigen, bevor es richtig schüttet. Eigentlich wollten wir direkt in die Stadt fahren, aber wir ändern unseren Plan. Stattdessen stärken wir uns im Wohnwagen und fahren später noch zu Lidl, um einzukaufen.
Als wir zurückkommen, hat der Regen aufgehört. Die Kinder packen ihre Rucksäcke, wir unsere – und um kurz nach 15:00 brechen wir endlich auf in die Stadt. Die Bushaltestelle liegt direkt vor dem Campingplatz. Mit dem Bus geht es ins Zentrum.
Ljubljana empfängt uns mit Charme.

Vom Zentrum aus laufen wir Richtung Fluss. Dort entdecken wir eines der Ausflugsboote, das halb besetzt am Anleger liegt. Glücklicherweise können wir es mit unserer Ljubljana Card nutzen. Wir hüpfen an Bord – und los geht die Fahrt!

Nach etwa zehn Minuten halten wir an einer kleinen Bar unter einer Brücke. Die Kinder bekommen ein Eis, Cordula und ich einen Cappuccino. Dann geht es weiter den Fluss hinunter. Kurz nachdem zwei Flussarme zusammenfließen, dreht das Boot um und fährt wieder flussaufwärts – vorbei an Brücken und durch die malerische Altstadt. Nach rund 50 Minuten endet die Fahrt am Anleger.
Nächster Programmpunkt: die Burg. Wir laufen zur Standseilbahn und fahren hinauf.

Oben angekommen, geht es zuerst zum Aussichtsturm. Der Rundumblick ist fantastisch – man sieht die ganze Stadt und sogar bis zu den Alpen!


Wir steigen wieder hinab, besichtigen die Kapelle und das alte Gefängnis.

Eigentlich wollten die Kinder in die Drachenhöhle, doch die hat leider geschlossen. Wir überlegen, mit der Bahn wieder hinunterzufahren. Doch dann entdecken die Kinder eine Ausstellung, die sie interessiert. Und siehe da – der Eingang führt uns doch noch in einen Bereich, der wie die Drachenhöhle wirkt. Wir verkaufen es den Kindern einfach als solche. Die Stimmung dort unten ist großartig, auch dank der stimmungsvollen Lichtinstallation.


Wir bleiben eine ganze Weile – auch, weil Samuel sich endlich dazu durchringen kann, aufs Klo zu gehen. Danach machen wir uns auf den Rückweg.

Unten angekommen, überqueren wir den Fluss und steuern das erstbeste Restaurant an. Abendessen! Für Cordula und mich gibt es leckere Burger, für die Kinder Chicken Wings.

Als wir fertig sind, ist es bereits kurz vor 21 Uhr. Es beginnt wieder zu regnen, also laufen wir zur Bushaltestelle.




Nach kurzer Wartezeit bringt uns der Bus zurück zum Campingplatz. Im Wohnwagen gibt es leider noch ordentlich Gezeter. Es dauert bis weit nach 22 Uhr, bis endlich beide Kinder schlafen. Ein langer, turbulenter, aber auch schöner Tag geht zu Ende.
