2025-08-17 – Tag 7 – Sonntag – Fahrt über den Vršič-Pass ins Soča-Tal

Morgenstimmung im Wohnwagen

Der Tag beginnt um 7:45 Uhr mit einem kleinen Familienchaos: Lorena und Samuel krabbeln zu uns ins Bett. Die Stimmung ist angespannt – Samuel ist zappelig wie ein Flummi, Lorena steht kurz davor, in schlechte Laune umzuschwenken. Doch wie durch ein Wunder bessert sich Lorenas Laune mit dem ersten Bissen Frühstück. Samuel hingegen bleibt eine kleine Herausforderung.

Nach unserer üblichen Morgenroutine brechen wir um 10:30 Uhr auf in Richtung Kranjska Gora, einem charmanten slowenischen Bergdorf nahe der österreichischen Grenze. Von dort aus nehmen wir die kurvige Straße hinauf zum Vršič-Pass, dem höchsten Gebirgspass Sloweniens mit einer Höhe von 1.611 Metern.

Kurven, Kurven, Kurven

Die Fahrt ist spektakulär – wie im Reiseführer beschrieben, schlängelt sich die Straße in engen Serpentinen den Berg hinauf. Doch die Zählweise der Kurven ist rätselhaft: Als wir bei Spitzkehre Nummer 1 ankommen, haben wir gefühlt schon 50 hinter uns. Laut Reiseführer soll es insgesamt 50 Kehren geben – wir sind sicher, es sind deutlich mehr!

Nach etwa 30 Kurven erreichen wir den Sattel. Leider verpassen wir einen Parkplatz mit traumhafter Aussicht, aber da wir dieselbe Strecke zurückfahren werden, ist das halb so schlimm. Auch auf der Abfahrt verpassen wir einen Aussichtspunkt – offenbar sind wir heute einfach zu flott unterwegs.

Kurve 50

Wanderung zur Soča-Quelle

Kurz nach der 50. Spitzkehre biegen wir auf eine Stichstraße zur Soča-Quelle ab. Die Soča, auch Isonzo genannt, ist einer der schönsten Flüsse Europas – bekannt für ihr kristallklares, türkisblaues Wasser. Die Straße windet sich erneut bergauf, und wir parken das Auto, schultern die Rucksäcke und starten unsere Wanderung.

Die ersten Meter führen entlang der Straße, dann zweigen wir am Gasthof ab und betreten den eigentlichen Wanderweg. Es geht steil bergauf, über Wurzeln, Steine und Stufen, begleitet vom Rauschen der Soča. Die Kinder sind sofort begeistert: Samuel wirft Steine ins Wasser, Lorena klettert die Felsen hoch. Die Umgebung ist märchenhaft – moosbewachsene Felsen, glitzerndes Wasser und Sonnenschein.

Abenteuer am Stahlseil

Nach etwa drei Viertel des Weges wird es richtig spannend: Der Pfad wird steiler, und ein Stahlseil hilft beim Aufstieg entlang einer schmalen Felskante. Jetzt ist volle Konzentration gefragt!

Lorena und Samuel meistern die Herausforderung großartig – wir sind stolz, aber auch angespannt. Am Ende stehen wir in einer engen Felsspalte, von der aus man zur Quelle hinabsteigen kann. Das Wasser ist glasklar und wunderschön.

Wir verbringen viel Zeit mit Fotografieren. Lorena wird ungeduldig – sie will weiterklettern. Nach einem Familienselfie geht es zurück.

Der Abstieg ist genauso anspruchsvoll wie der Aufstieg. Lorena ist konzentriert, Samuel macht an einer Stelle Quatsch – zum Glück hält er sich fest. Eigentlich wäre hier Kletterausrüstung angebracht. Wir sind erleichtert, als wir wieder sicher unten ankommen.

Weiterfahrt durchs Soča-Tal

Die Kinder sind erschöpft und hungrig. Nach einer kleinen Stärkung fahren wir weiter entlang der Soča. Die Straße bleibt kurvig und landschaftlich beeindruckend. In der Ortschaft Soča drehen wir um und starten den Rückweg.

Fotostopps und Schafe

Auf dem Rückweg holen wir die verpassten Stopps nach. Wir halten an einer Hängebrücke und machen Fotos vom türkisblauen Wasser.

Weiter geht’s bergauf zum Vršič-Pass. Diesmal stoppen wir an einem Aussichtspunkt mit Blick ins Soča-Tal – einfach traumhaft!

An der Passhöhe steigen wir aus, obwohl Lorena und Samuel zuerst keine Lust haben.

Auf dem Sattel des Vršič-Pass

Doch als ich ihnen von den Schafen erzähle, sind sie sofort dabei. Beide streicheln die Tiere – etwas zögerlich, aber neugierig. Der Himmel zieht sich zu, Regen liegt in der Luft. Kurz nach der Passhöhe machen wir noch einen letzten Fotostopp – dann beginnt es zu regnen, und wir flüchten ins Auto.

Gemütlicher Ausklang

In Kranjska Gora halten wir noch bei einem Bäcker und kaufen Brot sowie süße und herzhafte Teilchen fürs Abendessen. Um 16:45 Uhr sind wir zurück am Campingplatz. Der Abend verläuft ruhig: Wir spülen, spielen Karten und essen um 18 Uhr.

Das Zubettgehen beginnt harmonisch. Samuel ist beim Vorlesen ganz süß und ruhig. Doch dann tickt Lorena aus – die Bettabgrenzung passt ihr nicht. Sie stört Samuel beim Einschlafen. Cordula überredet sie schließlich, bei uns im Bett zu schlafen.

Ein stolzer Moment zum Schluss

Etwa 20 Minuten später hören wir Schritte im Wohnwagen. Lorena kommt heraus – strahlend und stolz: Ihr Zahn ist endlich rausgefallen! Darauf hat sie schon Tage gewartet. Vielleicht war das der Grund für ihre Unruhe.