2025-08-16 – Tag 6 – Samstag – Wanderung zu den Martuljek-Wasserfällen

Heute war ein kleiner Sieg für die Eltern: Die Kinder haben bis kurz vor acht geschlafen! Man merkt sofort, wie gut ihnen diese paar Minuten mehr Schlaf getan haben – beide sind deutlich besser gelaunt. Auch wenn Samuel in der Nacht ausgelaufen ist, bleibt die Stimmung beim Frühstück erstaunlich gut. Es gibt gepufften Dinkel – ein kulinarisches Abenteuer, das zwar für Begeisterung sorgt, aber leider nicht für Sättigung. Und so kommt es, wie es kommen muss: Genau in dem Moment, als wir endlich loslaufen wollen, verkündet Samuel mit Nachdruck, dass er jetzt noch was essen muss. Also gibt’s einen Nachschlag, und es ist bereits kurz nach 11:30 Uhr, bis wir wirklich starten.

Eigentlich wollten wir früher los, denn für den Nachmittag sind Gewitter angesagt. Unser Ziel: die Martuljek-Wasserfälle – ein Name, der nach Abenteuer klingt! Der Wanderweg beginnt direkt am Campingplatz. Wir überqueren die Straße, laufen ein Stück am Radweg entlang und tauchen dann in den Wald ein. Die Sonne scheint, aber zwischen den Bäumen ist es angenehm kühl – perfektes Wanderwetter.

Schon nach kurzer Zeit erreichen wir den ersten kleinen Wasserfall. Und siehe da: Lorena, die zu Beginn noch klagte, dass ihre Füße weh tun und sie auf gar keinen Fall wandern könne, ist plötzlich Feuer und Flamme. Wir machen ein paar Fotos, stärken uns und die Kinder werfen begeistert Steine ins Wasser.

Ein paar Meter weiter entdecken sie übereinander geschichtete Steine – sogenannte Steintürme. Natürlich wollen sie auch einen bauen. Leider sind sich Samuel und Lorena nicht einig, wie ihr Turm aussehen soll. Ein Streit entbrennt, der sich aber schnell löst, als beide beschließen, einfach ihren eigenen Turm zu bauen. Und siehe da: Sie sind so vertieft ins Bauen, dass wir Mühe haben, sie wieder zum Weitergehen zu bewegen.

Der Weg schlängelt sich weiter am Fluss entlang, vorbei an Felswänden, über Wurzeln und Steine. Hinter jeder Kurve wartet ein neues kleines Naturwunder.

Über Brücken und Treppen geht es stetig bergauf, bis wir schließlich den großen Wasserfall erreichen: Über vier Stufen stürzt das Wasser über 60 Meter in die Tiefe – ein beeindruckendes Schauspiel! Die Kinder sind begeistert, wir machen Fotos und genießen den Moment.


Doch plötzlich merken wir, dass die Tropfen, die wir für Gischt hielten, tatsächlich Regen sind. Der Himmel verfinstert sich, und kurz darauf hören wir den ersten Donner. Zeit für den Rückweg! Cordula und Samuel laufen voraus, Lorena trödelt ein wenig und so verlieren wir den Anschluss. Schließlich laufen wir in Zweiergruppen zurück zum Campingplatz.

Als Lorena und ich am Wohnwagen ankommen, sind Cordula und Samuel schon da. Insgesamt waren wir über sechs Kilometer unterwegs – und haben dafür etwas mehr als drei Stunden gebraucht. Zurück am Campingplatz bleibt es trotz Donnergrollen trocken. Im „Privacy Room“ stärken wir uns mit Obst, bevor Lorena und ich zum Abspülen gehen.

Zurück vom Spülen treffen wir Cordula, die gerade joggen gehen will. Sie sagt, Samuel sei am Tablet und mache „Anton“. Doch als wir am Wohnwagen ankommen, zockt Samuel. Ich spreche ihn darauf an – und merke sofort, dass er weiß, dass das nicht abgesprochen war. Das Gespräch eskaliert, als ich ihm das Tablet wegnehme. Samuel hat einen heftigen Aussetzer, den Cordula glücklicherweise auffängt, als sie vom Joggen zurückkommt. Sie nimmt ihn mit zum Fluss, wo er Steine werfen und ein kleines Wehr bauen kann.

Lorena und ich spielen derweil „Bing Boing“. Als Cordula und Samuel zurückkommen, ist die Welt wieder in Ordnung. Samuel bringt mir sogar einen kleinen Stein in Herzform mit – ein versöhnliches Geschenk.

Das Abendessen beginnt ruhig, doch bald werden Samuel und Lorena unruhig. Lorena ist schnell fertig und lenkt Samuel ab. Beim Zubettgehen folgt die nächste Eskalation – Samuel lässt sich kaum beruhigen. Es dauert über eine Stunde, bis beide Kinder endlich schlafen. Aber: Zum ersten Mal seit Tagen schlafen sie vor 21 Uhr. Ein kleiner Triumph zum Abschluss eines turbulenten Tages.

2025-08-15 – Tag 5 – Freitag – Zipline Planica

Ein Tag voller Zipline, Pizza und ein bisschen Zickerei

Lorena ist offensichtlich immer noch sauer auf uns – und das zeigt sie gleich am frühen Morgen: Punkt sieben Uhr weckt sie uns mit einem trockenen „Tja. Hättet ihr halt früher ins Bett gehen müssen. Dann wärt ihr jetzt nicht müde und ausgeschlafen. Pech gehabt.“ Charmant wie immer.

Doch die Stimmung bessert sich zum Glück bald ein wenig. Samuel weigert sich wie gewohnt, sich morgens umzuziehen, und so dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich am Frühstückstisch sitzen. Auch nach dem Frühstück vergeht viel Zeit – Trödelei deluxe – bis wir endlich bereit sind, Richtung Planica aufzubrechen. Nach ein bisschen Rumgezicke und viel Herumgetrödel ist es kurz vor 11 Uhr, als wir losfahren.

Um 11:30 Uhr stellen wir unser Auto direkt vor den Skisprungschanzen in Planica ab. Wir schauen uns kurz um und spazieren dann zur Station der gebuchten Zipline. Dort merken wir schnell: Es reicht völlig, wenn wir kurz vor 13 Uhr wieder da sind. Die Zwischenzeit verbringen wir im Landebereich der Skiflugschanze.

Wir laufen zur Statue von Domen Prevc – ja, genau da, wo er am 30. März 2025 seinen Weltrekord mit sagenhaften 254,5 Metern aufgestellt hat. Natürlich machen wir ein paar Fotos. Die Kinder haben ihren Spaß daran, den Aufsprunghügel hinunterzurennen – und so vergeht die Zeit bis zum Zipline-Start um 13 Uhr wie im Flug.

Kurz vor dem Start müssen Cordula und Lorena noch ein Formular ausfüllen, dann bekommen sie ihre Ausrüstung. Nach einer kurzen Einweisung geht’s zum Sessellift, der sie hoch zum Absprungbereich der Skiflugschanze bringt. Samuel und ich bleiben unten und bereiten uns darauf vor, das Spektakel zu filmen.

Die Wartezeit vertreiben wir uns mit einer Besichtigung der Sommerloipe: In einer Halle herrschen Minusgrade und echter Schnee – hier kann ganzjährig trainiert werden.

Cordula gibt mir von oben Bescheid, wann sie dran ist. Samuel ist ganz aufgeregt, als Cordula und Lorena im Tandem die Zipline runterrauschen. Auf den Fotos und Videos sieht man deutlich, dass Lorena Spaß hatte – auch wenn sie das natürlich nicht zugeben will. Ihr Kommentar: „War nicht so toll.“ Klar, Lorena.

Am Ziel der Zipline

Direkt nach ihrer Ankunft bin ich an der Reihe. Ich bekomme meine Ausrüstung, werde eingewiesen und fahre ebenfalls mit dem Sessellift nach oben. Von dort gebe ich Cordula Bescheid, damit sie mich filmen kann. Die Aussicht ist wirklich beeindruckend – und das Runtersausen am Seil ist einfach großartig! Cordula und ich sind uns einig: Das war ein supertolles Erlebnis. Und wir sind ziemlich sicher, dass es auch Lorena gefallen hat – auch wenn sie das nicht so recht zugeben will.

Nachdem ich die Ausrüstung abgegeben habe, gehen wir noch zum Spielplatz. Die Kinder halten sich dort allerdings nur kurz auf – sie haben ein Ziel: Eis! Das bekommen sie natürlich, und Cordula und ich gönnen uns einen Cappuccino mit traumhafter Aussicht auf die umliegenden Berge.

Nach dem Eis bzw. Cappuccino laufen wir zurück zum Auto, zahlen die fairen 4 € Parkgebühr und treten die Heimreise an. Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stopp bei der Quelle des Flusses Sava ein. Wir parken und spazieren durch den Wald zu einem idyllisch gelegenen See – der in Wirklichkeit die Quelle der Sava ist. Ein paar Fotos später machen wir uns wieder auf den Rückweg.

Der Weg zur …
… Quelle der Sava.

Am Campingplatz kommen wir kurz nach 17 Uhr an. Fürs Abendessen entscheiden wir uns für die Express-Variante: Pizza im Campingplatz-Restaurant. Doch bevor es soweit ist, spielen Lorena, Samuel und ich noch eine Runde Tischtennis, während Cordula den Abwasch erledigt. Danach haben wir uns die leckere Pizza wirklich verdient – besonders Samuel, der fast eine dreiviertel Pizza verdrückt.

Nach dem Essen machen wir uns bettfertig. Samuel hat – wie so oft – eine schwierige Phase vor dem Zubettgehen. Aber irgendwann wird’s besser, und das Lesen und Kuscheln verläuft größtenteils harmonisch. Auch Lorena ist heute etwas früher dran, und beide Kinder schlafen gegen 21:30 Uhr.

Cordula und ich nutzen die Ruhe, um Pläne für die kommenden Tage zu schmieden. Wir haben unseren Aufenthalt im Camp Špik um drei Nächte verlängert und können nun die Nächte in Ljubljana und bei den Höhlen von Postojna buchen. Abenteuer voraus!