2025-08-13 – Tag 3 –  Mittwoch – Fahrradtour zu den Peričnik Wasserfällen

Ein Zeh-Wecker und die große Fahrradtour

Es war 7:45 Uhr, als Samuels kleines Spielchen Lorena unsanft aus dem Land der Träume riss. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, ihren Zeh zu traktieren. Lorena, noch völlig in den Kissen versunken und weit entfernt von jeglicher Morgenfrische, war darüber „stinkesauer“ und machte ihrem Ärger lautstark Luft. Das weckte in Samuel eine seltsame Schüchternheit, und die Stimmung am frühen Morgen war alles andere als sonnig.
Zum Frühstück gab es ein kleines Drama. Samuel schob erst nur lustlos zwei Löffel Müsli in sich hinein. Eine halbe Stunde später aber, fast wie ausgewechselt, verputzte er eine riesige Portion Fruity Loops mit Milch. Lorena aß auch brav auf, und so waren wir um kurz nach 11 Uhr endlich bereit für unser großes Abenteuer: eine Radtour zu den Peričnik-Wasserfällen, 14 Kilometer entfernt.

Der Weg ist das Ziel – und der Umweg

Wir starteten um 11:15 Uhr, aber der Anfang war holprig. Nach einer falschen Abzweigung radelten wir etwa 200 Meter in die falsche Richtung, bis wir unseren Irrtum bemerkten. Kurzerhand drehten wir um und waren wieder auf dem richtigen Weg. Von da an ging es nur noch bergab. Der Radweg war perfekt ausgebaut, sodass wir kaum treten mussten. Entsprechend voll war es aber auch. Die Kinder flogen regelrecht dahin und bemerkten nicht einmal den leichten Gegenwind, so sehr trug sie das Gefälle.
In Mojstrana bogen wir dann ab, und das gemütliche Vergnügen war vorbei. Die nächsten vier Kilometer ging es nur noch bergauf. Der erste Kilometer an der Straße war etwas chaotisch, weil wir von Autos überholt wurden, Fußgänger umkurven mussten und uns Radfahrer und Spaziergänger entgegenkamen. Nach einer Schranke wurde es nicht nur steiler, sondern auch deutlich ruhiger, da wir nun auf einem Privatweg waren.

Kleine Helden auf zwei Rädern

Die Kids waren einfach unglaublich! Bis auf ein paar kurze Verschnaufpausen, um den Weg zu checken, radelten beide kontinuierlich bergauf, ohne auch nur einmal abzusteigen. Samuel hatte kurz vor dem Ziel einen kleinen Durchhänger, aber er kämpfte sich tapfer weiter. Lorena bewältigte sogar den steilsten Abschnitt mit links und radelte ganz lässig im ersten Gang mit ordentlichem Tempo nach oben.
Als sie vom Rad sprang und den Wasserfall sah, war ihr erstes Wort: „Boah, Papi! Das sieht voll cool aus!“
Wir legten eine wohlverdiente Pause ein, stärkten uns und machten uns dann auf den Rundwanderweg zu den beiden Wasserfällen. Es ging steil bergauf durch den Wald, über Wurzeln, Stock und Stein und sogar über Treppen. Nach etwa zehn Minuten erreichten wir den ersten Aussichtspunkt und hatten einen fantastischen Blick auf den Wasserfall. Wir stellten uns in die Warteschlange für Fotos und liefen dann weiter nach oben.
Fünf Minuten später standen wir am nächsten Aussichtspunkt, der uns eine seitliche Ansicht des Wasserfalls bot und den Zugang zu einem ganz besonderen Weg freigab: einem Pfad hinter dem tosenden Wasservorhang!

Ein Spaziergang hinter dem Wasserfall

Die Kinder machten super bei den Fotos mit, was uns sehr freute. Wir liefen die wenigen Meter an der Felswand entlang, quasi durch einen Wasservorhang, und fanden uns auf dem Pfad hinter dem Wasserfall wieder. Von oben tropfte es unaufhörlich, aber das überwältigende Rauschen und die magische Atmosphäre ließen uns die Tropfen völlig vergessen. Total begeistert schossen wir Fotos, bevor wir auf der anderen Seite wieder herauskamen. Von hier aus sahen wir den Wasserfall in einem völlig anderen Licht – und entdeckten einen kleinen Regenbogen!


Nach einer kurzen Pause wollten wir noch den oberen Teil des Wasserfalls erkunden, der von unten nicht sichtbar war. Auch hier führte ein Weg hinter dem Wasserfall vorbei, den Lorena unbedingt gehen wollte. Cordula ließ sich schließlich überreden, mit ihr und Samuel loszulaufen. Aber nach etwa 20 Metern machte Lorena einen Rückzieher. Der Weg war einfach zu feucht.
Nachdem wir noch einige Fotos und Videos gemacht hatten, traten wir den Rückweg zu unseren Rädern an. Mit einer letzten Stärkung im Gepäck schwangen wir uns wieder auf die Sättel.

Mit Rückenwind und Eis als Belohnung

Die Kinder hatten auf der Rückfahrt einen Riesenspaß, denn es ging fast nur bergab, sodass sie die Räder einfach nur rollen lassen mussten. Im Tal angekommen orientierten wir uns kurz und fanden schnell wieder auf den Radweg zurück. Wir hatten auf dem Hinweg eine kleine Hütte am Wegesrand entdeckt, die wir als unser nächstes Ziel auserkoren hatten, denn dort wartete eine versprochene Eispause.
Wir hatten Glück und bekamen leichten Rückenwind. Die Kinder bemerkten so gar nicht, dass es die nächsten neun Kilometer wieder bergauf ging. Gerade als die Kräfte schwanden, tauchte endlich die Hütte auf. Zur Belohnung gab es für die Kinder ein Eis und eine Fanta, während Mami und Papi einen Radler und ein Bier genossen. Nach einer halbstündigen Pause ging es weiter. Die letzten zwei bis drei Kilometer zum Campingplatz schafften die Kids zwar langsam, aber ohne Murren.

Zurück am Wohnwagen mehr man ihnen dann am, dass sie völlig hinüber sind. Nach 15 min Pause ist Lorena aber wieder fit, um mit mir abspülen zu gehen. Währenddessen kocht Cordula bzw. bereitet das Müsli für Samuel vor.  Nach dem Essen gehen die Kinder auf den Spielplatz und wir planen die nächsten Tage. Wieder zurück vom Spielplatz steht Samuel auf. Er hört nicht, macht wieder nur komische Geräusche ärgert Lorena, schlägt mir mit der flachen Hand aufs Ohr, … Er steigert sich immer mehr rein und ich mich auch. Erst als ich den Wohnwagen verlasse um angeblich einen von der Security hole, entschuldigt er sich und bricht dann in Tränen aus. Der Rest läuft friedlich ab und er liegt im 21:15 ruhig im Bett. Lorena schaut wieder um 22:00 raus und erzählt uns, dass sie nicht schlafen kann. Schluss für heute.