Heute war ein kleiner Sieg für die Eltern: Die Kinder haben bis kurz vor acht geschlafen! Man merkt sofort, wie gut ihnen diese paar Minuten mehr Schlaf getan haben – beide sind deutlich besser gelaunt. Auch wenn Samuel in der Nacht ausgelaufen ist, bleibt die Stimmung beim Frühstück erstaunlich gut. Es gibt gepufften Dinkel – ein kulinarisches Abenteuer, das zwar für Begeisterung sorgt, aber leider nicht für Sättigung. Und so kommt es, wie es kommen muss: Genau in dem Moment, als wir endlich loslaufen wollen, verkündet Samuel mit Nachdruck, dass er jetzt noch was essen muss. Also gibt’s einen Nachschlag, und es ist bereits kurz nach 11:30 Uhr, bis wir wirklich starten.
Eigentlich wollten wir früher los, denn für den Nachmittag sind Gewitter angesagt. Unser Ziel: die Martuljek-Wasserfälle – ein Name, der nach Abenteuer klingt! Der Wanderweg beginnt direkt am Campingplatz. Wir überqueren die Straße, laufen ein Stück am Radweg entlang und tauchen dann in den Wald ein. Die Sonne scheint, aber zwischen den Bäumen ist es angenehm kühl – perfektes Wanderwetter.


Schon nach kurzer Zeit erreichen wir den ersten kleinen Wasserfall. Und siehe da: Lorena, die zu Beginn noch klagte, dass ihre Füße weh tun und sie auf gar keinen Fall wandern könne, ist plötzlich Feuer und Flamme. Wir machen ein paar Fotos, stärken uns und die Kinder werfen begeistert Steine ins Wasser.
Ein paar Meter weiter entdecken sie übereinander geschichtete Steine – sogenannte Steintürme. Natürlich wollen sie auch einen bauen. Leider sind sich Samuel und Lorena nicht einig, wie ihr Turm aussehen soll. Ein Streit entbrennt, der sich aber schnell löst, als beide beschließen, einfach ihren eigenen Turm zu bauen. Und siehe da: Sie sind so vertieft ins Bauen, dass wir Mühe haben, sie wieder zum Weitergehen zu bewegen.

Der Weg schlängelt sich weiter am Fluss entlang, vorbei an Felswänden, über Wurzeln und Steine. Hinter jeder Kurve wartet ein neues kleines Naturwunder.




Über Brücken und Treppen geht es stetig bergauf, bis wir schließlich den großen Wasserfall erreichen: Über vier Stufen stürzt das Wasser über 60 Meter in die Tiefe – ein beeindruckendes Schauspiel! Die Kinder sind begeistert, wir machen Fotos und genießen den Moment.


Doch plötzlich merken wir, dass die Tropfen, die wir für Gischt hielten, tatsächlich Regen sind. Der Himmel verfinstert sich, und kurz darauf hören wir den ersten Donner. Zeit für den Rückweg! Cordula und Samuel laufen voraus, Lorena trödelt ein wenig und so verlieren wir den Anschluss. Schließlich laufen wir in Zweiergruppen zurück zum Campingplatz.

Als Lorena und ich am Wohnwagen ankommen, sind Cordula und Samuel schon da. Insgesamt waren wir über sechs Kilometer unterwegs – und haben dafür etwas mehr als drei Stunden gebraucht. Zurück am Campingplatz bleibt es trotz Donnergrollen trocken. Im „Privacy Room“ stärken wir uns mit Obst, bevor Lorena und ich zum Abspülen gehen.
Zurück vom Spülen treffen wir Cordula, die gerade joggen gehen will. Sie sagt, Samuel sei am Tablet und mache „Anton“. Doch als wir am Wohnwagen ankommen, zockt Samuel. Ich spreche ihn darauf an – und merke sofort, dass er weiß, dass das nicht abgesprochen war. Das Gespräch eskaliert, als ich ihm das Tablet wegnehme. Samuel hat einen heftigen Aussetzer, den Cordula glücklicherweise auffängt, als sie vom Joggen zurückkommt. Sie nimmt ihn mit zum Fluss, wo er Steine werfen und ein kleines Wehr bauen kann.
Lorena und ich spielen derweil „Bing Boing“. Als Cordula und Samuel zurückkommen, ist die Welt wieder in Ordnung. Samuel bringt mir sogar einen kleinen Stein in Herzform mit – ein versöhnliches Geschenk.
Das Abendessen beginnt ruhig, doch bald werden Samuel und Lorena unruhig. Lorena ist schnell fertig und lenkt Samuel ab. Beim Zubettgehen folgt die nächste Eskalation – Samuel lässt sich kaum beruhigen. Es dauert über eine Stunde, bis beide Kinder endlich schlafen. Aber: Zum ersten Mal seit Tagen schlafen sie vor 21 Uhr. Ein kleiner Triumph zum Abschluss eines turbulenten Tages.
