2024-08-31 – Tag 28 – Arbois nach Hause

Cordula und ich werden vom Regen wach bzw. sie weckt mich. Es ist 6.15. Der Regen war überhaupt nicht vorhergesagt. Ich springe schnell und leise nach draußen und bringe Schuhe und Kühlbox ins Trockene. Die Kinder bekommen wohl auch ein bisschen was mit, denn sie sind total unruhig. Nach der Aktion brauche ich eine Weile bis ich wieder einschlafe. Ziemlich genau bis zu dem Moment, in dem uns Lorena weckt, weil Samuel angeblich die Abtrennung zu ihr geschoben hat. Wir kuscheln kurz zu viert, was schwierig ist, weil Samuel wieder einmal nicht interagiert sondern nur komische Presslaute von sich gibt und auf keine Frage normal antwortet. Cordula macht ihm seine Milch, ich gehe duschen und wie durch Zauberei sind die Kinder plötzlich umgezogen und haben bereits Zähne geputzt. Sie sind heiß darauf, mit den Rädern in die Stadt zu fahren und dort zu frühstücken.

Um kurz nach 9.00 radeln wir los.

Radtour in die Stadt Arbois

Kaum kommen wir an einer Bäckerei am bunt geschmückten Kreisverkehr an, muss Samuel aufs Klo.

Le Petit Déjeuner (=Frühstück)
In der Boulangerie

Wir suchen und finden eine Mauer, die er anstrahlt. Nach dem Frühstück (6,50€ für ein Heißgetränk, ein halbes Baguette mit Butter und Marmelade, ein süßes Stückchen und ein Becher Orangensaft) fahren wir über Umwege durch das nette Örtchen wieder zurück.

In Arbois

Am Wohnwagen werden noch die letzten kleinen Arbeiten erledigt und um 11.30 fahren wir los. Erster Stop ist eine Tankstelle (1,748 €/l), wo wir gerade so viel tanken, dass es „leicht“ bis Freiburg reicht. Die Fahrt verläuft reibungslos und auf der Autobahn ab Besancon auch recht flott. So flott, dass die Reichweitenanzeige meint, dass wir doch nicht bis Freiburg kommen. Also hänge ich mich in den Windschatten eines LKWs und schon kommen wir locker bis Freiburg. Dort tanken wir für 1,649 €/l. Es hat sich also gelohnt. Um eine abwechslungsreichere Fahrt zu haben, fahren wir durch den Schwarzwald und die B311 Richtung Ulm. Das geht anfangs echt gut, wird aber, je näher wir ans Ziel kommen, immer nerviger, da einige Ortsdurchfahrten gesperrt sind und wir drei Umleitungen fahren. Das kostet zwar Zeit, aber wir kommen um 18.45 daheim an. Die Kinder sind heute wieder einmal supertoll mitgefahren. Danke dafür!

2024-08-30 – Tag 27 – Pont du Gard nach Arbois

Samuel kommt um kurz nach 8.00 zu uns, Lorena meldet sich kurz darauf, dass sie gar nicht mehr schläft und wir nicht mehr flüstern müssen. Das Frühstück verläuft eher mäßig, weil kaum etwas gegessen wird, aber das Anziehen der Badeklamotten geht ruckzuck. Lorena steht um 9.45 umgezogen, eingecremt und mit geputzten Zähnen bereit: „Wann gehen wir endlich an den Pool?“ Samuel hingegen sitzt laut singend auf dem Klo. Die Aufforderung bitte leiser zu singen quittiert er mit noch lauterem „Gesang“. Die Androhung, dass er nicht an den Pool dürfe, wenn er jetzt nicht endlich leiser ist, scheint ihn nicht zu interessieren. Deshalb gehen Lorena und Cordula um 10.10 ohne Samuel und mich an den Pool. Das führt dazu, dass Samuel bitterlich weint – und zwar die ganze nächste Stunde. Ich räume noch ein paar Sachen und gehe dann zum Pool. Samuel folgt mir einfach. Er hat sich weder dafür entschuldigt, dass er nicht gehört hat, noch hat er eine Erklärung, weshalb er nicht auf uns hört. Sich zu entschuldigen wäre die letzte Möglichkeit für eine Eintrittskarte in den Pool gewesen, aber auch diese Chance lässt er verfliegen. Am Pool bekomme ich dann vom Poolboy aufgezeigt, dass es so nicht geht: Samuel und ich haben zu weite Badehosen. In Frankreich sind nur enge Badehosen erlaubt. Also hole ich meine aus dem Auto und springe kurz ins Wasser zur Abkühlung. Samuel schaut weinend zu. Danach duschen alle, die nicht weinen und um 11.45 verlassen wir den Campingplatz. Phasenweise herrscht dichter Verkehr und wir überlegen lange, wie wir fahren sollen. Ziemlich spontan entscheiden wir uns für den großen Bogen ostwärts fast über Grenoble. Wie sich herausstellt eine gute Wahl, denn es ist wenig los auf der Straße. Rund um Lyon ist etwas mehr los, aber weiter Richtung Norden läuft es sehr flüssig. Bei der Wahl zwischen zwei – laut Campingführer – ähnlichen Campingplätzen entscheiden wir uns für den nördlichen. Das bedeutet zwar ca. 30-40 min mehr Fahrt, aber somit weniger Fahrt am Folgetag. Bei der Anfahrt zum Campingplatz haben wir schon Sorge, dass wir keinen Platz bekommen könnten, denn am 2024-09-01 findet ein großes Weinfest in Arbois statt und wir sehen bereits bei der Ortseinfahrt etliche Wohnwagen und Wohnmobile auf einem Parkplatz stehen. Um 18.30 erreichen wir den Camping Les Vignes in Arbois und es ist zum Glück kein Problem einen Platz zu bekommen. Wir richten uns ein und machen das Essen. Auf dem angrenzenden Sportplatz findet ein Boules-Turnier statt, was für die Kinder kurze Zeit interessant ist. Nach dem Essen spielen wir noch eine Runde Uno und um 21.40 schlafen die Kinder. Eigentlich verwunderlich, denn der Sportplatz ist vom Flutlicht hell erleuchtet und regelmäßig kommen sehr laute Durchsagen mit den anstehenden Begegnungen. Untermalt wird alles von – zugegeben: guter – Musik. Wir gehen nach dem Abspülen auch ins Bett und werden immer wieder von den Durchsagen geweckt, geschätzt bis um 1:00.

Unser Stellplatz in Arbois
https://maps.app.goo.gl/1Qi7pJrrVU9dZfMR8