Die Kinder sind wieder früh wach. Gut so, denn wir wollen früh los, weil wir gut vier Stunden Fahrt vor uns haben. Bis alles fertig gepackt, aufgeräumt, ausgeräumt, geputzt und gesaugt ist, vergeht aber eine ganze Weile. Außerdem dauert es, bis die Einfahrt von den frisch gefallenen 10 cm Schnee befreit sind.

Bis wir fahren, ist es 12:50. Die Straße ist zum Glück gut zu befahren und wir können die tolle verschneite Landschaft und das andauernde wechselnde Wetter genießen: mal Schneetreiben, mal Sonne. Es geht langsam aber stetig bergauf, bis wir erst den Polarkreis überqueren, dann in 740 m Höhe den Pass und kurz darauf die Grenze zu Norwegen erreichen.





In Norwegen geht es wieder bergab, vorbei an schroffen Bergen und Eisfällen neben der Straße. Bevor wir auf die Hauptstraße E6 Richtung abbiegen, fahren wir durch einen 2 km langen Tunnel und sind überrascht, als wir bei der Tunnel-Ausfahrt bemerken, dass praktisch kein Schnee mehr liegt. Auf der Weiterfahrt kommt immer häufiger die Sonne raus. Die Fahrt ist einfach traumhaft und hinter jeder Kurve, hinter jedem Tunnel, hinter jeder Anhöhe bieten sich neue, aufregende, wunderschöne Ausblicke auf die verschneite Landschaft, dunkelblaue Fjorde oder zugefrorene Seen.



Unsere Kinder sind heute wieder einmal tolle Mitfahrer und so erreichen wir um 17:30 unsere Hütte auf den Campingplatz Mørsvikbotn. Die Sonne geht langsam hinter den Bergen am Fjord unter und wir richten uns für eine Nacht in der kuscheligen Holzhütte mit Sofa, Kochzeile, Esstisch und zwei Stockbetten ein: total romantisch. Zum Abendessen gibt es leckere Reste: Pizzawraps, Elchsteak, Currygemüse mit Reis, Lammwürste,

Nudeln und Brotzeit. Für die Kinder ist „natürlich“ nichts dabei. Vermutlich haben sie aber auch fast keinen Hunger, weil sie kaum Bewegung hatten. Das merkt man auch. Bis dann beide schlafen ist es kurz nach 20:00. Da die Wettervorhersage gut ist für den kommenden Tag, bereiten wir alles vor für eine schnelle Abreise, damit wir frühzeitig in Narvik ankommen, um dort Ski zu fahren. Nachdem alles fertig ist, machen wir es uns auf dem Sofa bequem und lassen die Eindrücke der Fahrt noch einmal auf uns wirken. Gegen 22:30 schaue ich kurz nach draußen und sehe das Highlight des Tages: Polarlichter. Wir ziehen uns schnell an und gehen raus in die Kälte. Der Anblick der grünen Schleier ist atemberaubend.


Wir können uns kaum satt sehen und machen massenhaft Fotos. Komplett durchgefroren (-9°) gehen wir wieder in die Hütte und können kaum glauben, was das für ein geiler Tag war.
