Lorena schläft heute richtig lange. Sie wacht erst um 7.30 auf. Um 10.00 fahren wir los. Eintönig geht es weiter in Richtung Norden. Wir haben uns dafür entschieden heute noch einen großen Fahrtag mit 280 km zu absolvieren und hoffe, dass wir das in einem Rutsch – also ohne Spielplatzpause – schaffen. Wir hatten ja bereits Tage, an denen Samuel und Lorena drei Stunden im Auto ausgehalten haben. Heute aber nicht. Nach knapp zwei Stunden sind beide wach. Wir machen in Ayr eine Pause mit Mittagessen für Samuel und Spielplatz für Lorena. Da es bis Townsville nur noch 80 km sind, halten wir die Pause kurz. Der Spielplatz war ganz toll angelegt, hatte aber keine Rutsche und die Schaukeln waren zu heiß, weil sie in der prallen Sonne standen. Lorena hatte jedoch genügend Klettermöglichkeiten. Ich hatte auch noch etwas Tolles entdeckt: zwei Mangobäume direkt hinter dem Spielplatz. Die Bäume hingen voll mit Mangos und ich wollte welche pflücken. Die hingen zwar zu weit oben, aber am Boden lagen hunderte herum und ein paar wenige davon waren fast makellos. Zumindest schöner als die meisten, die man bei uns im Supermarkt bekommt. Wir sind gespannt, wie die fünf mitgenommenen Mangos schmecken. Nach nicht ganz zwei Stunden wären wir wieder abfahrbereit, aber Lorena kommt auf die brillante Idee, ihre sandgefüllten Schuhe in ihrem Kindersitz auszuziehen. Sie und der Sitz sind voll mit Sand. Also gibt es erst noch eine Reinigungsaktion bevor es um 14.00 weitergeht. Um kurz vor 15.00 erreichen wir Townsville und steuern dort einen Woolworths an. Eigentlich hatten wir für den Abend Nudeln mit Sauce vorgesehen, aber Cordula entdeckt reduzierte Känguru-Burger-Patties. Sofort wird umgeplant und am Abend gibt es Burger. Nach dem Shoppingstopp fahren wir durch die Innenstand und am Strand entlang zum Big4-Campingplatz Rowes Park mit einem Stellplatz mit Meerblick (nur eine Straße dazwisvhen). Nach dem Einchecken bleibt noch Zeit am Pool. Lorena schwimmt heute sogar selber ein paar Meter auf dem Bauch, aber nur im flachen Wasser. Im tiefen Wasser will sie von mir getragen werden. Anschließend wird sie geduscht und dann packen wir den Kinderwagen für die Grillaktion in der Camp Kitchen. Die Känguru-Burger schmecken echt superlecker. Danach bringen wir die Kinder ins Bett und recherchieren noch für die restlichen Tage. Viele sind es gar nicht mehr. Nur noch zwei Nächte und wir erreichen mit Cairns das Ziel unserer Reise. Leider konnten wir die Unterkunft dort nicht verlängern und müssen am 30.12. noch vom Campingplatz ins Hotel wechseln. Das klingt zwar blöd, ist aber auch nicht weiter schlimm. 22.30 – Gute Nacht!
Tag 30 – 25.12.2019 – Cannonvale (Airlie Beach)
Ausschlafen war angesagt. Aber wohl leider zu leise oder Lorena hat es nicht mitbekommen. Sie ist bereits um kurz vor 6.00 wach. Na prima. Immerhin ist sie gut drauf. Ich beschäftige mich fast eine Stunde mit ihr in unserer Kuschelhöhle im Alkoven, bis sie aufstehen will. Kurz danach wacht Samuel auch auf.
Cordula geht vor das Wohnmobil und spielt Christkind. Die Geschenke liegen unter unserem kleinen Weihnachtsbaum auf den Tisch vor dem Camper. Lorena ist ganz gespannt, was das Christkind gebracht hat und wir gehen alle zusammen raus. Es gibt Bescherung 🙂 Lorena bekommt Koala-Haarspängerle, ein Kuschelkänguru und ein Maiskolben-Gewürze-Set. Damit spielt sie die nächsten Stunden. Samuel bekommt ein Spiel zum Stapeln von Ringen.
Unser Weihnachtsfrühstück mit Rührei, Schinken, Toast und Marmelade gibt es auf der Sunshine-Terrace direkt vor unserem mobilen Bungalow. Nach diesem ausgedehnten Frühstück nutzen wir die Schlafenszeit der Kinder für einen Weihnachtsspaziergang ins Zentrum von Airlie Beach. Die fast 3 km bis dort verlaufen auf einem wunderschönen Wanderweg/-steg direkt am Meer. Irgendwie herrscht heute eine ganz seltsame Atmosphäre. Weil (fast) keine Autos und nur wenige Menschen unterwegs sind, kommt man sich vor wie in einem gespenstischen Geisterstadt oder wie in einem Ort mit Ausgangssperre. Das ändert sich erst als wir am öffentlichen Pool von Airlie Beach ankommen. Hier ist ganz schön was los. Vorbei an dieser Oase der Unruhe laufen wir ein paar Meter durch das Zentrum und genehmigen uns ein leckeres Eis an der Hauptstraße. Anschließend machen wir uns auf den Heimweg, damit es für den Pool nicht zu spät wird. Um 14.15 sind wir wieder zurück am Campingplatz. Samuel wird gefüttert und dann gehen wir zum Pool, wo Lorena immer mehr auftaut und sich immer mehr traut. Schade, dass wir beim Toskana-Urlaub gerade eine schwierige Phase bei ihr erwischt hatten, sonst hätte sie dort schon schön im Pool spielen können. Heute „schwimmt“ sie zum ersten Mal alleine und merkt, dass sie on den Schwimmflügeln getragen wird. Komisch kommt es ihr dennoch vor und sie bekommt ein bisschen Angst, weil sie nicht alleine aufstehen kann. Um kurz vor 18.00 gehen wir raus aus dem Pool, duschen und machen uns bereit für das Abendessen. Wir hatten Lamm gekauft und das kommt heute auf den Grill. Als Beilagen gibt es Süßkartoffeln und Mischgemüse – ein schönes, leckeres Weihnachtsessen. Die Nachspeise, eine Schoko-Bombe für die Mikrowelle, müssen wir leider verschieben, da es nur wenige Minuten nach einem ersten Blitz zu regnen beginnt. Ruckzuck rennt Cordula zur am Nachmittag aufgehängten Wäsche und ich packe die Kinder in den Kinderwagen und fahre zum Wohnmobil. Bis ich dort bin, hat der Regen aufgehört, aber es blitzt und donnert immer noch um uns herum. Nur blöd, dass unsere Mikrowelle nicht geht und es bis zur Camp Kitchen so weit ist. Naja, dann gibt es heute eben keine Schoko-Bombe. Wir machen die Kinder fertig für’s Bett (Lorena schläft sofort ein) und gehen selber auch relativ früh schlafen.
Tag 29 – 24.12.2019 – Cannonvale (Bootsauflug zu den Whitsunday Islands)
Wir wachen alle zusammen ohne Wecker gegen 6.00 auf. Lorena ist heute sehr verkuschelt und braucht viel Zuneigung. Das hält uns etwas auf, aber wir dennoch pünktlich um 7.20 am Parkplatz vor dem Campingplatz, wo wir vom Shuttlebus abgeholt werden. Der bringt uns und ein englisches Pärchen nach kurzer Fahrt zum Hafen. Dort laufen wir schier endlos an vielen Booten und Yachten vorbei zu unserem Schiff, das bereits fast voll belegt ist. Netterweise sortiert die Crew die Leute um und wir dürfen zusammen an einem Tisch sitzen. Um 8.00 geht die Fahrt los raus auf’s nie wirklich offene Meer, weil die Whitsunday Islands aus 74 Inseln bestehen. Das Meer ist ruhig und niemand hat Probleme mit Seekrankheit. 1.45 h später erreichen wir den ersten Stopp, wo wir ankern und mit einem motorisierten Schlauchboot auf die Whitsunday Island gebracht werden. Dort laden wir Samuel in die Trage, Lorena in die Kraxe und dann geht es los zu drei wunderschönen Lookouts. Wir schauen hier auf Whitehaven Beach (dem wohl weißesten S(tr)and der Welt mit 98% Quarzanteil) und ein Inlet, eine schmale, weit ins Inselinnere reichende Bucht, bei der Ebbe und Flut mit weißem Sand täglich andere Kurven ins türkisblaue Meer zeichnen. Leider ist gerade Flut und man sieht die Sandbänke leider nicht. Der Vorteil des Vortages am Kängurustrand ist hier unser Nachteil. Es ist trotzdem wunderschön. Nach den Lookouts haben wir noch eine Stunde Zeit am Strand. Lorena schläft noch etwas in der Kraxe und Samuel bekommt sein Mittagessen. Als Lorena wach ist, geht sie mit Cordula noch ein bisschen am Strand spazieren. Um 11.30 bringt uns das Schlauchboot wieder auf das Schiff zurück und wir fahren weiter zu einer Schnorchelbucht. Unterwegs gibt es Mittagessen: Hähnchenschenkel, Nudeln, Kartoffelsalat, grünen Salat und Semmeln. Leider läuft das etwas stressig ab und am Ende wird vieles einfach weggeschmissen. Es sind nämlich nur 1.30 h Fahrt und die Crew muss das Tauch- und Schnorchelzeug herrichten. In einer Bucht vor Hook Island ankern wir. Zuerst werden die Taucher mit dem Schlauchboot zu verschiedenen Spots gebracht und dann bekommen wir Schnorchler eine kurze Einweisung. Lorena will es zwar auch probieren, hat dann aber doch zu viel Angst und will wieder auf’s Schiff. Also gehe ich alleine raus, während Cordula sich um Lorena und Samuel kümmert. Ich bin ein wenig enttäuscht, denn die Sicht ist nicht übermäßig gut und es schweben viele kleine Teilchen (abgeknabberte Korallen) im Wasser. Auch Fische findet man nicht übermäßig viele. Eine Taucherin aus Deutschland bestätigt den Eindruck. Später tauschen wir und Cordula schnorchelt noch eine Weile. Nachdem alle wieder an Bord sind, fahren wir wieder zurück nach Airlie Beach. Unterwegs gibt es unser Heilig-Abend-Essen: Cracker mit Möhren, Wurst, Oliven, Käsewürfel und Obst. Um 17.00 sind wir wieder zurück im Hafen. Nachdem uns der Shttle-Bus zurück zum Campingplatz gebracht hat, überlegen wir, ob und wenn ja, wo wir noch etwas essen sollen. Wir entschließen uns, zum Hungry Jacks zu gehen, denn wann geht man schon einmal an Heiligabend in ein Fast-Food-Restaurant!? Kaum sind wir aus dem Campingplatz raus, sehen wir, dass das angrenzende Restaurant Harba Road geöffnet hat. Wir sehen uns kurz die Karte an und gehen rein. Dann gibt es heute doch keinen Whopper, sondern einen Beef-Brisket-Burger. Zumindest für mich und ich bin sehr froh über diese Wahl. Cordula nimmt Shrimps und für Lorena gibt es Nachos. Wir essen hier sehr lecker und sind froh über diese Entscheidung, auch wenn wir lange auf das Essen warten mussten. Eine Bedienung ist so nett und bringt Lorena etwas zum Malen. Bis die Kinder heute im Bett sind, ist es kurz vor 22.00. Zum Glück haben wir morgen nicht vor und können ausschlafen. Fazit: ein wunderschöner Heiliger Abend mit einem tollen Ausflug und leckerem Abschluss.
Tag 28 – 23.12.2019 – Von Cape Hillsborough nach Cannonvale (Airlie Beach)
Ich bin bereits kurz vor dem Wecker wach und mit mir wohl einige andere Leute, wie man an den schlagenden Türen hört. Cordula und ich ziehen uns an und gehen an den Strand. Hier sind schon einige Leute, die mit uns in der Morgendämmerung auf ein ganz besonderes Naturschauspiel warten. Keine 5 min nach uns kommen die ersten Hauptdarsteller: die Kängurus, die hier am Strand ihren Salzhaushalt auffüllen. Um kurz nach 5.00 sind über zehn Kängurus hier und wühlen im Sand. Zum Glück ist heute Ebbe und der Strand somit sehr breit. So haben die gut 100 Leute Platz, die sich mit uns das Schauspiel ansehen. Außerdem sind noch drei Parkranger damit beschäftigt, die Leute daran zu erinnern, wie man sich hier zu verhalten halt: kein Blitzlicht, nicht zu herangehen, nicht füttern,… Die Kängurus lassen sich durch die vielen Menschen nicht stören und hoppeln gegen kurz vor 6.00 wieder zurück in den Wald. Lorena und Samuel haben von diesen schönen Momenten nichts mitbekommen, da beide bis kurz nach 7.00 schlafen. Nach Frühstück und so ist es ca. 9.00 als wir den Campingplatz verlassen. Nach wenigen Kilometern legen wir bereits den ersten Stopp ein und machen eine kurze Wanderung durch die Mangroven. Der Weg ist ganz nett, aber nichts Besonderes. Dieser Meinung ist auch Lorena, denn sie schläft in der Kraxe ein. Kurz nach 10.00 machen wir uns dann auf den – wieder einmal – eintönigen Weg nach Norden. Um kurz nach 12.00 erreichen wir Cannonvale und steuern dort eine Arztpraxis an, da Samuels Husten einfach nicht wirklich besser wird und wir uns noch einmal absichern wollten, dass nichts auf den Lungen ist. Leider bekommen wir keinen Termin. Wir landen auf der Standby-Liste, bekommen aber keinen Anruf. Den Stopp hier nutzen wir gleich zum Mittagessen und zum Einkaufen im Woolworths und im BigW, dem Nonfood-Teil von Woolworths. Nachdem wir um 15.30 am Seabreeze-Campingplatz eingecheckt haben, schließen wir uns natürlich als erstes an den Strom an. Der Test, ob der Strom geht, misslingt jedoch. Als Cordula die Mikrowelle einschalten will, fliegt die Sicherung raus. Herd, Klimaanlage und Wasserkocher funktionieren jedoch. Also ist die Mikrowelle der Übeltäter. Wahrscheinlich ist sie kaputt. Hätten wir das also auch geklärt. Nun können wir uns auf den Weg zum Strand machen, wo wir unser Weihnachtsfoto mit Palmen, Meer, uns und einem schönen, kleinen Plastikweihnachtsbaum schießen. Zurück am Campingplatz geht Cordula noch mit Lorena in den Pool und ich räume mit Samuel etwas auf bzw. packe schon für den morgigen Bootsausflug. Nach dem Abendprogramm (kochen, essen, Kinder ins Bett) packen wir den Rest und gehen gegen 22.30 ins Bett. Lorena macht übrigens kaum noch Zicken, wenn wir sie hinlegen. Sie hat auch wieder mehr Bewegung und noch eine Schlafphase vormittags gehabt.
Tag 27 – 22.12.2019 – Von Clairview nach Cape Hillsborough
In der Früh lassen wir es gemütlich angehen, weil Lorena nachts eine Stunde wach war und deshalb länger schläft. Es ist bereits kurz vor 10.30 als wir losfahren. Die Fahrt hat auch heute wenig zu bieten: die Landschaft gleicht der des Vortages. Lediglich auf den letzten 20 km vor dem Ziel wird es interessanter, da es hier hügeliger und grüner wird. Das Highlight ist wieder einmal der Campingplatz im Cape Hillsborough National Park. Wir bekommen einen Stellplatz mit Meerblick durch die Bäume, „Partial Ocean View“ sozusagen. Wir sind früh genug dran, um noch etwas vom großen Pool mit Wasserrutschen zu haben. Was uns alelrdings etwas aufhält, sind Probleme mit der Stromversorgung. Die Klimaanlage sorgt dafür, dass die Sicherung rausfliegt. Ebenso der Wasserkocher und die Mikrowelle. Wenigstens können wir den Wasserkocher direkt draußen an der Stromsäule anschließen. Nachdem das geklärt war, gehen wir endlich zum Pool. Lorena will rutschen, traut sich dann aber nicht, als sie oben steht. Sie plantscht lieber im Wasser und spielt mit ihren Förmchen. Vor dem Abendessen haben wir sogar noch Zeit zu einem Lookout zu wandern. Die gut 20-minütige Wanderung führt durch Regenwald einen Berg hinauf, von wo aus wir einen schönen Blick auf die Bucht und eine Insel, die bei Ebbe zu Fuß zu erreichen ist, haben. Der Trail hier hinauf hat sich wirklich gelohnt. Wieder zurück beim Wohnmobil gibt es nur noch das übliche Abendprogramm: kochen, essen, Kinder ins Bett bringen. Wir gehen heute auch sofort ins Bett, weil morgen der Wecker sehr früh klingelt. Wir stellen ihn auf 4.30.
