Lorena ist bereits vor 7.00 wach und ist trotz der nicht einmal neun Stunden Schlaf total gut drauf und sehr süß. Neben Abwasserentleerung, Toilettenentleerung und Kinder startklar machen suchen wir weiter nach Ausflügen zu den Whitsundays. Dummerweise sind einige bereits ausgebucht für den 24.12. und andere nicht für kleine Kinder geeignet. Cordula telefoniert mit der netten Dame unserer Unterkunft in Airlie Beach, die uns zum Glück noch einen Trip bucht. Juhu! Um 9.30 starten wir, um keine 500m später schon wieder beim Infocenter für den südlichen Wendekreis anzuhalten. Den überqueren wir nämlich genau hier. „Leider“ einen Tag zu früh: am 22.12. wäre Sonnenwende gewesen. Weiter geht es dann eintönig Richtung Norden. Phasenweise hat man hier das Gefühl im Outback zu sein. Weites, trockenes Land mit vereinzelten Bäumen. Da wir heute nur 200 km zurücklegen entfällt die Mittagspause und wir erreichen um 12.30 den BarraCrab-Campingplatz. Lorena und Samuel sind die letzten 40 min der Fahrt wach und beschäftigen sich selbst. Lorena liest ein Buch. Wahrscheinlich liest sie Samuel etwas vor. Hin und wieder singt sie auch etwas. Ihm gefällt alles was sie macht. Am Campingplatz angekommen sind trotzdem beide froh, dass sie aus ihren Sitzen raus können. Glücklicherweise hat Cordula uns einen Oceanfront-Platz reservieren können und wir stehen direkt am Strand. Sehr geil! Da Ebbe ist, kann man sogar noch ein wenig im Watt wandern oder in einem Tidepool planschen. Also: könnte man. Lorena beschäftigt sich lieber am Spielplatz. Nachdem sie die Geräte ausgetestet hat, hat sie riesigen Spaß in und mit einem Plastikhäuschen. Wie ein Puppenhaus in „groß“, also in kindergroß. Hier kann sie kochen, Sachen verkaufen und mit ihren Förmchen und dem Eimer spielen. Unterdessen füttert Cordula Samuel. Etwas später tauschen wir und Cordula ist mit Lorena auf dem Spielplatz, während ich Samuel in den Schlaf streichle. Jetzt ist Zeit für ein Eis bzw. ein Bier. So ein entspannter Tag tut wirklich gut. Außer duschen, kochen und essen passiert heute nichts mehr. Ach doch: die Flut kommt. Das war’s dann aber auch. Lorena zickt wieder ziemlich rum, obwohl sie eigentlich müde sein müsste, da sie keine zweite Schlafphase hatte, aber um 21.00 ist dann auch bei ihr Ruhe. Wir setzen uns noch an den Strand, genießen Cookies als Nachspeise und kümmern uns um die Dokumentation der Reise.
Tag 25 – 20.12.2019 – Von Moore Park Beach nach Rockhampton
Wir müssen in der Früh noch einiges erledigen (Unterkünfte für Weihnachten buchen, abspülen) und kommen deshalb erst um 9.30 los. Wie am Vortag geht es zwischen Feldern, Steppen und abgebrannten Wäldern in Richtung Norden. An einer Stelle sind wir ganz dicht dran an den Buschfeuern. Einige Krankenwagen und Feuerwehrautos sperren hier eine Seitenstraße ab und wir sehen die Rauchsäuen ganz in der Nähe aufsteigen. Um 11.30 erreichen wir den Aldi in Gladstone, wo wir für die nächsten drei Tage einkaufen. Danach geht’s zum obligatorischen Spielplatzstopp. Wir finden (wieder einmal in einem Lions Park) einen supertollen, superneuen Spielplatz, der günstigerweise direkt neben einem Supermarkt liegt. So kann Cordula mit Samuel Windeln kaufen gehen, während mich Lorena mit ihren Kletterkünsten an mein Limit bringt. Hoch klettert sie gut alleine, aber runter muss ich ihr in Flip-Flops Hilfestellung leisten und schauen, dass ich nicht selber abstürze. Um kurz nach 15.00 brechen wir auf und erreichen knapp 1.30 h später Rockhampton. Cordula hat von unterwegs den Campingplatz dort reserviert. Schön, dass wir heute so früh hier sind, denn dann haben wir endlich mal Zeit in den Pool zu gehen. Der Campingplatz liegt zwar zwischen Highway und Kohlen-Zug-Strecke, aber nachts hören wir zum Glück keinen Zug. Nur Abends pfeift der eine oder andere Zug und rattert gemächlich vorbei. Der Pool ist klein, aber schön eingebettet zwischen (sub)tropischen Pflanzen. Lorena spielt mit ihren Förmchen, Cordula schwimmt und Samuel schaut mit mir zusammen den beiden zu. Kurz nachdem wir Samuel mit ins Wasser genommen haben, kommt auch Lorena auf den Geschmack und lässt sich mit ihren Schwimmflügeln endlich mal von mir durch das warme Wasser ziehen. Zum Glück legt sie langsam ihre Angst vor dem Wasser (die sie vor allem in der Toskana noch hatte) ab. Allerdings nicht die Angst vor den Tieren: sogar die Enten vor dem Wohnmobil lassen sie schreiend erstarren. Nach der Poolsession stehen noch duschen bzw. baden, kochen und essen auf dem Programm. Anschließend führt sich Lorena wieder ein bisschen auf bis sie um 22.00 endlich einschläft. Bevor wir ins Bett gehen, recherchieren wir noch etwas zu den angebotenen Touren von Airlie Beach zu den Whitsundays.
Tag 24 – 19.12.2019 – Von Noosa Heads nach Moore Park Beach (Bundaberg)
Die Zeit, die Lorena abends früher ins Bett geht, lässt sie am nächsten Morgen doppelt weg. Sie ist bereits um 5.30 wach, macht aber einen ganz süßen und ausgeschlafenen Eindruck. Folglich kommen wir heute sehr früh los und sind schon um 8.40 wieder unterwegs. Die Fahrt bietet keine Höhepunkte, verläuft aber – zumindest ein bisschen – abwechslungsreich durch Wälder, durch Steppe und zwischen Feldern. In Maryborough machen wir den Mittagsstopp an einem rieseigen Spielplatz, der für Lorena einiges bietet; leider auch Vögel, vor denen sie total Angst hat und zu schreien und zu weinen beginnt. Die Weiterfahrt drei Stunden später bietet ebenfalls wenig. Das Interessanteste waren noch ein paar Rauchfahnen, die nach den Buschfeuern neben dem Highway aufsteigen. In Bundaberg angekommen checken wir beim Big4 Camingplatz ein, um keine 10 min später wieder auszuchecken. Hier ist nichts geboten. Der Pool ist für Lorena ungeeignet und Spielplatz gibt es auch keinen. Das hatte sich im Internet vielversprechender angehört. Nach kurzer Diskussion wird das Geld wieder zurückgebucht und wir suchen etwas Neues und das ist der Höhepunkt des Tages: ein Campingplatz, der direkt am Meer liegt. Einen Platz in der ersten Reihe bekommen wir zwar nicht mehr, aber wir hören den ganzen Abend das Rauschen der Wellen und sehen vom Wohnmobil aus zwischen den Caravans hindurch den Pazifik. Lorena will unbedingt noch zum Pool. Wir erfüllen ihr diesen Wunsch, aber weiter als bis zum Knie geht sie nicht ins Wasser. Nach 15 min gehen wir ans Meer. Dort spielt sie mit Eimer, Schaufel und Förmchen im Sand und ist happy. Wir sind mindestens ebenso happy hier am endlos langen, einsamen Strand. Nach dem Essen liegt Lorena heute ohne viel Gemotze um kurz nach 21.00 schlafend in ihrem Bett. Sie ist zwar noch ein bisschen „rumgelaufen“ (und hat das Fliegengitter am Fußende zerlegt), aber sie hat nicht mehr am Gitter gerüttelt und nach „Mama tuscheln!“ verlangt. Blöderweise können wir heute nicht mehr abspülen, weil die Camp Kitchen bereits um 21.00 geschlossen war. Während Cordula noch die WhatsApp-Gruppe mit Bildern versorgt, schieße ich Bilder vom Sternenhimmel.
Tag 23 – 18.12.2019 – Von Brisbane nach Noosa Heads
Dank der Zeitumstellung kommen wir um 9.00 los und lassen Brisbane hinter uns. Eigentlich wollten wir direkt nach Norden fahren, doch Cordula liest im Reiseführer, dass ein Abstecher zu den Glasshouse Mountains lohnenswert sein könnte. Und das ist er auch. Das kostet uns zwar ein paar Kilometer Umweg und ein bisschen Zeit, aber wir haben einen schönen Ausblick auf die Berge, die aus dem flachen bzw. nur hügeligen Land hoch aufragen. Lorena und Samuel verschlafen diesen Fotostopp zum Glück und wir können weiter nordwärts fahren. Kurz vor Noosa Heads wachen beide dann doch nach ihren üblichen zwei Stunden Schlaf auf. Der erste Campingplatz, den wir ansteuern, ist leider schon voll. Also Planänderung: Mittagspause am Strand, denn vor allem Lorena will raus aus ihrem Sitz. Leider finden wir keinen Platz, an dem wir unseren Camper abstellen können. Deshalb fahren wir zu einem anderen Campingplatz, wo es noch genügend Stellplätze gibt und checken dort ein. Lorena will auf den Spielplatz und in den Pool, aber da es kostenlose Busse nach Noosa Heads gibt, packen wir nach dem Mittagssnack Kraxe und Trage und machen uns auf den komplizierten Weg in die „Stadt“. Kompliziert, weil der Bus mit dem wir fahren wollen, nicht kommt und wir mit einer anderen Linie eine Ehrenrunde drehen, die uns wieder zum Campingplatz und dann nach Tewantin bringt, wo wir umsteigen müssen. Irgendwann sind wir dann doch in Noosa Heads und belohnen uns mit einem Eis bei Ben & Jerry’s, das wir am Strand genießen. Wir spazieren die Strandpromenade ein Stückchen weiter und gehen über die Ladenstraße zurück zum Bus, der laut Fahrplan um 17.05 fahren müsste. Zu dieser Zeit kommt jedoch eine andere Linie, in die praktisch alle Leute an der Haltestelle einsteigen. Hätten wir das vielleicht auch machen sollen? Wir warten und haben Glück: unser Bus kommt mit über 10 min Verspätung und bringt uns direkt zum Campingplatz. Während ich das Kochen mit Samuels Aufsicht übernehme, ist Cordula mit Lorena am Spielplatz. Nach dem Essen bringen wir die Kinder ins Bett. Lorena hat wieder eine unruhige halbe Stunde bis sie um 21.30 schläft. So langsam schaffen wir es, dass sie früher einschläft. Das verschafft uns abends noch gemeinsame Zeit. Dabei reden wir, dass sich der Ausflug heute nach Noosa Heads nicht wirklich gelohnt hat. Die Zeit hätten wir besser am Pool investiert.
Tag 22 – 17.12.2019 – Von Tweed Heads nach Brisbane
Um Punkt 10.00 verlassen wir den Park. Beim Übertritt ins Territorium Queensland springt die Uhr eine Stunde zurück, da es hier keine Sommerzeit gibt. Damit wir noch etwas vom Flair der touristischen Gold Coast mitbekommen, fahren wir erst noch einige Kilometer die Küstenstraße hoch. Die Hotels werden immer höher und so wie es im Reiseführer beschrieben steht, kommt man tatsächlich kaum vorwärts, da man an vielen Ampeln steht. Man fühlt sich hier wie in Miami Beach. Noch vor Surfers Paradise haben wir genug gesehen und schwenken ein auf den Motorway, der uns flott nach und durch Brisbane führt. So wird schon etwas Vorfreude auf die Stadt geweckt. Um 12.00 checken wir beim Campingplatz ein. Dieser Vorgang dauert – anders als sonst – sehr lange. Erst muss der Kreditkarteninhaber (also ich) zum Unterschreiben kommen, dann hat er die Kreditkarte nicht unterschrieben und muss eine ID (also den Pass) holen. Vor der „netten“ Dame zuerst die Kreditkarte unterschreiben darf ich nicht. Nachdem dieser Prozess geschafft ist, erklärt sie mir alles dreimal wie einem Schuljungen. Das liegt wohl daran, dass viele hier ihren Australientrip starten und keine Ahnung haben, wie das hier läuft. Egal, wir haben es trotzdem geschafft, auch wenn sie den Betrag zweimal abgebucht hat (sie hat ihn aber wieder zurückgebucht). Um 13.30 machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt: 5 min Fußweg, 20min Busfahrt und schon sind wir in Southbank, einem neu angelegten, schicken Stadtviertel. Hier spazieren wir mit einigen Fotostopps die Uferpromenade bis zur Fährhaltestelle und fahren über den Fluss ans östliche Ende des Stadtzentrums. Nach einer kurzen Still-und-Wickel-Pause geht es weiter die Uferpromenade entlang zum Botanischen Garten, der wie in Sydney eine grüne Oase der Ruhe ist. Am House of Parliament vorbei gehen wir in die Fußgängerzone und erledigen ein paar Weihnachtseinkäufe. Außerdem sehen wir, dass täglich um 19.00 eine Christmas-Parade stattfindet, die wir uns anschauen wollen. Die Zeit bis dahin reicht genau für ein Abendessen in einem Burgerrestaurant. Sehr lecker. Anschließend sind wir um kurz vor 19.00 wieder in der Fußgängerzone zur Parade. Hier ist die Hölle los und die Plätze in der ersten Reihe sind natürlich längst belegt. Wir finden einen Platz in der zweiten Reihe, von dem aus wir den 15-minütigen Weihnachts-Faschings-Umzug anschauen können. Eine völlig andere Welt, aber sehr unterhaltsam. Lorena gefällt es auch. Danach fahren wir mit dem Bus wieder zum Campingplatz, den wir um kurz vor 20.00 erreichen. Jetzt zahlt sich die heute Vormittag gewonnene Stunde aus: Lorena ist viel früher im Bett und schläft um kurz vor 21.45.
Tag 21 – 16.12.2019 – Von Grafton nach Tweed Heads
10.00 und wir fahren los – immer weiter die A1 in Richtung Norden. Die Fahrt verläuft unspektakulär. Um kurz nach 12.00 erreichen wir Byron Bay, wo wir Strandpause machen wollen. Doch bevor wir an den Strand gehen, muss erst einmal ein Sonnenschirm her, damit wir Samuel im Schatten ablegen können. Wir gehen zu Woolworths, werden aber nicht fündig. Immerhin kaufen wir dort einen Wasserkocher und Cookies. Bei der Suche nach den Toiletten entdecken wir zufällig einen Ramschladen, in dem es sogar einen pinkfarbenen Sonnenschirm gibt. Juhu! Jetzt sind wir gerüstet für den Strand. Allerdings sind die Parkplätze in diesem Ex-Hippie-Dorf (, das jetzt an einen typisch thailändischen Backpackerort erinnert,) nicht für unser Wohnmobil gerüstet. Nach langer Parkplatzsuche stellen wir die Kiste etwas außerhalb ab. Der Platz ist ideal: kurzer Strandzugang, Duschen, feinen Sand, wenig los, schöne Wellen – was will man? Meer! Nach dem Snacken gehen wir an den Strand, wo sich Lorena völlig selbstständig mit Eimerchen, Förmchen, Schaufel und natürlich dem Sand beschäftigt. Sie backt einen Sandkuchen nach dem anderen. Cordula und ich gehen abwechselnd ins Wasser und Samuel schaut sich das ganze Schauspiel aus seinem Zelt an. Bis wir wieder loskommen, ist es bereits 16.00. Viel Strecke legen wir also nicht mehr zurück. Wir checken eine gute Stunde später in einem Big4-Campingplatz in Tweed Heads ein. So teuer haben wir noch nirgendwo geschlafen: 59,20€. Aber es ist schön hier und es ist einiges geboten. Lorena genießt die beiden Spielplätze, Cordula und ich die Aussicht von der Terrasse am See beim Abendessen. Lorena liegt zwar um kurz nach 21.00 im Bett, strapaziert aber noch fast eine Stunde unsere Nerven bis sie einschläft. Bevor wir ins Bett gehen, informieren wir uns noch kurz über die Campingplätze in und um Brisbane.
Tag 20 – 15.12.2019 – Von Port Macquarie nach Grafton
In der Früh läuft alle wie gehabt. Vor der Abfahrt will ich mir noch „schnell“ einen Cappuccino im Cafe neben dem Campingplatz holen, allerdings ist hier die Hölle los. Es ist Sonntag und es kommen einige Familien zum Frühstücken. Hier sieht es auch wirklich einladend aus und die Lage direkt am Fluss ist auch toll. Lorena wartet mit mir und hat ihre Zahnbürste dabei. Das erfreut hier alle. Um kurz nach 10.00 starten wir den Motor um kurz danach beim Aldi einzukaufen. Eine Stunde später fahren wir weiter Richtung Norden. Nachdem Samuel und Lorena ihre üblichen zwei Stunden geschlafen haben, steuern wir heute einen Strand anstatt einen Spielplatz an: Corindi Beach. Samuel wird gefüttert, Lorena eingecremt und umgezogen und dann geht es ab an den feinsandigen, einsamen Strand – traumhaft. Lorena rennt Cordula direkt hinterher ins Wasser und geht sogar bis zu den Knien rein. Ihr gefällt es richtig gut. Samuel ist in seinem „Einmannzelt“ auch ganz happy. Während ich auch noch im Wasser bin, hat Lorena Spaß daran, sich und Cordula mit Sand zu „panieren“. Sie lässt auch ihr eigenes Gesicht nicht aus. Dementsprechend ist es eine sehr sandige und langwierige Angelegenheit, bis wir alle wieder halbwegs sauber im Camper sitzen. Da es mittlerweile schon kurz vor 17.00 ist, wollen wir nicht, dass Lorena noch einmal schläft. Wir steuern deshalb einen Campingplatz in Grafton – und nicht wie geplant in Yamba – an. Hier kann Lorena zum ersten Mal in einem Pool baden und hat dabei wieder richtig Spaß. Samuel ebenso, wenn Lorena im Wasser plantscht und spritzt. Er lacht richtig laut. Er darf auch noch mit Cordula ins Wasser und freut sich, auch wenn es etwas kühl ist. Dafür werden beide danach schön warm gebadet. Anschließend gibt es Macaroni Bolognese und dann geht es ab ins Bett. Bei Lorena wird es wieder 22.00 und ich schlafe wieder neben ihr ein. Ich wache erst um 23.00 wieder auf.
