Tag 14 – 09.12.2019 – Von Melbourne nach Wodonga

Wieder wachen wir alle zusammen um kurz nach 8.00 auf. Obwohl wir uns danach beeilen, wird es wieder 10.45 bis wir loskommen. Lorena braucht wieder ewig mit ihrem Müsli. Nachdem Samuels Husten schlimmer klingt, steuern wir die Maple Leaf Arztpraxis an. Dort müssen wir nach ca. 20 min Wartezeit der Arzthelferin alles Mögliche über Samuel erzählen. Nach weiteren ca. 15 min sitzen wir dann im Behandlungszimmer. Der Arzt informiert sich eingehend, stellt etliche Fragen  und nimmt sich wirklich viel Zeit. Dann hört er Samuel ab, hört bei ihm aber zum Glück nichts. Er hört aber wie Lorena immer wieder hustet. Letzten Endes verschreibt er ihm Salbutamol mit einem Inhalator – exakt das Gleiche, was Lorena bei ihrem festsitzenden Husten mal bekommen hat. Cordula holt die Medikamente in der Apotheke, die Kinder werden noch „bearbeitet“ (Samuel wickeln und Lorena eine Kleinigkeit füttern) und dann geht es auf dem Freeway aus der Großstadt raus auf’s weite Land. Die weitere Fahrt verläuft sehr eintönig durch gelb-braunes Weideland. Man könnte wohl auch „Steppe“ dazu sagen. Alle 30-80 km kommt eine Kleinstadt. In einer dieser Kleinstädte, Euroa, machen wir den obligatorischen Spielplatzstopp. Lorena kann sich allerdings kaum austoben, weil alles total heiß ist. Samuels Mittagessen verläuft auch wenig erfolgreich. Er nimmt nur zwei, drei Löffel. Entweder ist es ihm zu heiß hier (wir haben inzwischen 36°C) oder ihm schmecken Kartoffeln nicht. Die zwei Stunden Fahrpause haben trotzdem allen gut getan. Lorena und Samuel schlafen auf der Weiterfahrt und wachen – wie so oft – ca. 15 min vor Ankunft in Wadonga auf. Dort tanken wir und fahren dann zum Big4-Campingplatz, der dummerweise bereits um 18.00 geschlossen hat: es ist 18.45. Glücklicherweise gibt es in dieser Kleinstadt noch einen weiteren Holiday Park, der bis 19.00 geöffnet hat. Hier ist alles etwas in Jahre gekommen, aber der Campingplatz erfüllt seinen Zweck und die Toiletten sind sauber. Angesichts der hohen Temperaturen bauen wir Tisch und Stühle draußen auf und essen unsere Nudeln mit Pilzsauce vor dem Camper. Die Camp Kitchen lädt nämlich weder zum kochen noch zum sitzen ein. Da wir heute insgesamt spät dran sind, wird es auch für Lorena und Samuel später. Samuel ist um 21.30 im Bett, Lorena schläft erst um 23.15. Wir müssen irgendwie wieder in einen anderen Rhythmus kommen…

Tag 15 – 10.12.2019 – Von Wodonga nach Goulburn

Wieder wachen wir um kurz nach 8.00 auf. Nur Samuel schläft noch und würde wohl gerne noch weiterschlafen. Nachdem wir jedoch heute eine größere Etappe vor uns haben, soll er später während der Fahrt schlafen. Wir machen also die Rollläden hoch und lassen ihn von der Sonne wecken. Lorena ist wieder ganz süß zu ihm. Sie bekommt heute kein Frühstück, damit wir eher loskommen. Eine Banane muss reichen. Um 9.45 sind wir „on the road again“ und merken, dass Wodonga gar nicht so klein und wirklich neu und nett hergerichtet ist. Beide Kinder schlafen kurz nach der Abfahrt ein. Wie am Vortag ist die Landschaft sehr eintönig. Den Spielplatzstopp machen wir in Gundagai, wo wir über zwei Stunden verbringen. Lorena ist zwar begeistert, macht aber wenig auf dem Spielplatz. Samuel nimmt wieder kaum etwas von seinem Mittagessen, dem Kürbis-Kartoffel-Brei. Also probieren wir es mit Pastinake. Die verschlingt er regelrecht. Nach einem kurzen Plausch mit einem abgewrackten Pärchen, das vor der schlechten Luft weiter im Norden „geflüchtet“ ist, geht es weiter. Wir peilen Yass an, merken aber schnell, dass Samuel – wie erhofft – gut und viel schläft und wir bis Goulburn fahren können. Damit haben wir schon viel auf dem Weg nach Sydney geschafft, sodass wir morgen hoffentlich entspannt dorthin fahren können. Die Luft ist übrigens unterwegs besser als erwartet. Rauch riecht man keinen. In Goulburn angekommen, tanken wir und kaufen beim Aldi ein (Nudeln, Quetschies, Bananen, Zupftücher und Wasser. Um 17.15 checken wir beim Big4 Campingplatz Governer’s Hill ein und stellen den Camper ab. Es hat immer noch 36°. Also schnell den Strom ranhängen und Klimaanlage einschalten. Doch die geht nicht. Sie macht keinen Muckser. Alle anderen Geräte haben Strom. Cordula meinte, sie hatte in der Früh schon ein komisches Gefühl, als ich den Strom weggenommen habe, während die Klimaanlage noch lief. Ich denke, dass dabei wahrscheinlich eine Sicherung rausgeflogen ist und baue die Kindersitze wieder ab, damit ich die Elektrik unter der Kindersitzbank erreichen kann. Doch hier passt alles. Wir schalten alles aus, warten kurz und dann der Reihe nach wieder ein – so wie wir es vor fast zwei Wochen auf Kangaroo Island schon einmal machten, als der Strom komplett weg war. Erfolglos. Also ruft Cordula wieder beim Britz-Service an. Sie bekommt die Info, dass wir, wenn wir in Sydney angekommen sind, zum Britz-Sitz fahren sollen, wo die Klimaanlage gecheckt wird. Dort wäre dann bereits jemand informiert, damit wir nicht so lange warten müssten. Trotzdem blöd, wenn es uns wertvolle Zeit kostet. Cordula handelt wenigstens raus, dass wir hier auf dem Campingplatz in einer Cabin schlafen können, weil es im Wohnmobil sonst zu heiß werden würde. Während der ganzen Aktion will Lorena auf den Spielplatz, muss sich aber gedulden. Als ich die Sitze wieder zusammenbaue und wir Lorena und Samuel für den Spielplatz fertigmachen wollen, bekommt Cordula einen Anruf von Britz. Sie soll mal nach draußen gehen, auf der linken – also der Beifahrerseite – die Stauraumklappe öffnen und dort in der linken oberen Ecke den Schalter (Wer bitte hat den hier versteckt???) aus- und wieder einschalten. Ich gehe raus, helfe ihr, weil erst die Wasserflaschen entladen werden müssen und bemerke, dass der Schalter halb umgelegt ist. Klick, klick – die Klimaanlage geht wieder. Ich hatte sie selbst lahmgelegt, als ich das Wasser dort unten eingelagert hatte. Wie bescheuert! Wir sind jedenfalls froh, dass sich das Problem so leicht erledigt hat. Endlich kann Lorena auf den Spielplatz, der nicht gerade groß und auch nicht der neueste ist. Cordula kocht währenddessen. Wir sind heute mit allem deutlich früher dran (auch wenn uns die Klimaanlagenaktion 40 min gekostet hat) und bringen Lorena kurz nach Samuel um 21.00 ins Bett. Bis sie schläft ist es 21.45. Das ist zwar immer noch spät, aber immerhin über eine Stunde eher als die letzten Tage. Danach gehe ich noch rasieren und duschen. Die Sanitäranlagen haben einen Charme wie das Sportheim vom TuS 1821 Gouldburn, das von seinen Gründungsvätern erbaut wurde. Hier ist alles sehr in die Jahre gekommen. Bevor wir um 23.30 ins Bett gehen, haben wir noch geplant, wie wir den morgigen Tag in Sydney gestalten.

Tag 13 – 08.12.2019 – Melbourne

Wir wachen alle zusammen kurz nach 8.00 auf. Lorena müsste also noch ziemlich müder sein. Zum Glück ist sie dennoch gut drauf. Samuel hat zwischenzeitlich wieder ziemlich gehustet. Cordula hat deshalb einen Arzt rausgesucht, bei dem wir morgen, also bei der Weiterfahrt nach Sydney, vorbeischauen. Bis wir in die Stadt aufbrechen ist es 11.15. Lorena hat wieder mal ewig, aber dafür fast gar nichts gegessen. Da es Sonntag ist und keine Busse fahren, müssen wir ca. 15 min bis zur Tram laufen. Für die Fahrt damit haben wir uns die „myki“-Fahrkarten noch in die Google Pay App ziehen und mit 10 AUD aufladen müssen. Um kurz nach 12.30 sind wir in Downtown. Wir laufen Richtung Flinders Central Station und St. Paul’s Cathedral. Dann nehmen wir die Straßenbahn, die in einem großen Innenstadtbereich übrigens komplett kostenlos ist, zum Queen Victoria Market, wo wir uns etwas zu essen holen. Während Lorena schläft ist Samuel ganz wild auf unser leckeres Essen (Cordula indisch, ich chinesisch), das wir in lockerer Atmosphäre mit Musikuntermalung genießen. Samuel braucht also auch etwas. Deshalb gehen wir ins Melbourne Central, einem großen Shopping Centre, in dem es ein „Parents Retreat“, einen Still-Fütter-Elternchill-Bereich, gibt. Dort können wir sein Essen in einer Mikrowelle aufwärmen und ihn füttern. Lorena isst ihr Frühstücksmüsli. Anschließend bekommt sie das versprochene Eis, weil sie – bis auf kurze Aussetzer – ganz lieb war. Mittlerweile ist es 16.30 und wir überlegen, noch eine Runde mit der kostenlosen Roundtrip-Tram zu fahren. Dann kommt es aber anders, weil wir noch ein Buch für Lorena kaufen wollen und dabei entdecken, dass das Shopping Centre viel größer ist als gedacht. So wird es immer später und letzten Endes ist es kurz nach 20.00 bis wir wieder am Campingplatz sind. Wir müssen allerdings noch Samuel und Lorena duschen. Müsste ja schnell gehen. Falsch gedacht. Samuel macht nach fünf Tagen sein erstes großes Geschäft. Durch die Beikost ist es nicht mehr flüssig, weshalb sich dieser Prozess über eine halbe Stunde erstreckt. Lorena wird langsam ungeduldig. Klar, sie hatte weniger Nachtschlaf und nur 1,5 Stunden Mittagschlaf. Irgendwann ist sie dann dran mit Baden. Danach sollte sie eigentlich gut schlafen. Schon wieder falsch gedacht. Sie ist wieder bis 22.40 wach und macht den Kasper oben im Alkoven. Dabei muss ich mich noch rasieren, wir müssen

Tag 12 – 07.12.2019 – Von Apollo Bay nach Melbourne

Blöderweise schläft Lorena heute länger. Wir haben nämlich eine längere Strecke vor uns. Um 11.00 starten wir am Campingplatz in Apollo Bay und folgen weiter der Great Ocean Road, die ab hier nicht mehr so spektakulär, aber dennoch wunderschön ist, da sie jetzt direkt am Wasser verläuft. Den ersten Lookout vor Kennett River verpassen wir zwar, aber wir bleiben kurz danach stehen und knipsen kurz, während die Kinder schlafen. Der nächste sehenswerte Lookout laut Reiseführer ist bei bzw. hoch über Lorne. Cordula navigiert mich den kürzesten Weg und der führt so steil den Berg nach oben, dass das Wohnmobil wirklich Schwierigkeiten hat hochzukommen. Oben angekommen werden wir mit einem tollen Ausblick auf den Pazifik und die Great Ocean Road belohnt. Lorena und Samuel sind inzwischen wach. Nach diesem Fotostopp halten sie zum Glück noch knapp 30 min bis Geelong durch und beschäftigen sich schön selber: Lorena zeigt Samuel Seiten in ihrem Flughafenbuch. In Geelong gehen wir erst einkaufen und danach darf sich Lorena auf einem Spielplatz austoben, während Samuel Bauchzeit hat und ein Großteil des guten Kürbisbreis leider wieder loswird. Nach dieser ausgedehnten Pause geht es weiter nach Melbourne. Schon weit vor Melbourne merkt man, dass wir uns der Großstadt (ca. 4 Mio. Einwohner) nähern, da wir auf einer 4-spurigen Autobahn unterwegs sind und die Bebauung zunimmt. Gefühlt fahren wir über eine Stunde durch Stadtgebiet. Am Campingplatz sind wir um Punkt 18.00. Hier läuft wieder alles glatt, da Cordula in der Früh telefonisch reserviert hat. Wir wissen jetzt auch, dass wir ein „Motorhome“ sind und kein „Campervan“. Während Cordula dann Nudeln mit Bolognese-Sauce kocht, bin ich mit Lorena am Spielplatz. Sie hat richtig Spaß beim Klettern, Rutschen, Schaukeln und Eis verkaufen. Nach dem Essen machen wir beide bettfertig, aber Lorena denkt wieder nicht an Schlaf sondern hängt lieber oben am Fangnetz und schaut auf uns runter. Bis sie schläft ist es kurz vor 23.00. Das kann ja was werden morgen in Melbourne.