21 Monate Lorena

– trotzig

– wählerisch beim Essen. Würde am liebsten nur Wurst und Käse essen.

– Frühstück: Müsli mit Banane und reingeriebenem Apfel (dann isst sie ihn). Mittag/Abendessen: Gemüse, das sie mag: Erbsen, Spinat, Möhren manchmal, Gurke manchmal. Spätzle, Gemüsemaultaschen, Nudeln, Milchreis

– super süß zu „Mauing“ (Samuel): „Eia, Hand, Bussi“: sie streicht ihm über den Kopf, nimmt seine Hände, gibt ihm Bussi auf den Kopf

– steigt alleine in ihren Autositz

– 2 bis 3 Wort Sätze

– erinnert sich an Ereignisse, die Wochen zurückliegen und erzählt davon (z.B. „Haus, Bett, Mauing, Mama, Oma, Julia“ = Mama lag in Krankenhaus im Bett mit dem Samuel. Wir waren mit Oma zu Besuch und Julia war auch zu Besuch)

– „Bibamm Bett“ – immer wenn die Kirchenglocken läuten, hört sie das und sagt, dass sie ins Bett muss (12 und 20 Uhr)

Der letzte Tag der Elternzeit

Lorena will, dass ich möglichst viel von meinem letzten Tag Elternzeit habe und wacht deshalb schon um 5:30 auf. Meine Nacht war demnach ziemlich kurz, denn ich hab erst um 1:15 den Server inklusive Blog zum Laufen gebracht. Wenigstens hab ich jetzt genügend Zeit um noch beim Metzger Platten für die Geburts(tags)“feier“ in der Schule zu bestellen. Lorena und ich schaffen es sogar noch gemütlich zusammen zu frühstücken.

Zumindest ich frühstücke.

Danach gehen wir in den Musikgarten. Für mich das letzte Mal. Abgesehen vom Kreistanz macht Lorena super mit. Anschließend gehen Lorena und ich erst beim Rewe einkaufen und danach holen wir eine Obstkiste bei der Anne. Daheim angekommen ist nicht nur Lorena total platt. Ich fühle mich, als hätte ich einen Kater. Im Laufe des Tages wird dieses Gefühl immer stärker. Am Abend hab ich 38,6° Fieber. Zum Glück sind am Nachmittag Anne und Tim da, dann kann ich mich etwas zurückziehen. Ich muss am Abend einfach früh ins Bett, dann ist alles wieder gut. Dich Lorena hat andere Pläne. Wie gesagt: sie will, dass ich etwas vom letzten Tag Elternzeit habe und ist bis ca. 1:29 wach. Das war jedenfalls die Uhrzeit, bei der sie keine Reaktion mehr zeigte und keine Tonne mehr von sich gab, wenn man einen Arm etwas anders platzierte.

Lorenas erstes offenes Knie

Nachdem wir vom Tiergarten zurück sind, bringen Lorena und ich noch die Mülltonne weg. Während sie eine Tonne zieht, dreht sie sich um, stolpert dabei und fällt auf’s Knie. Das sah wirklich schmerzhaft aus, aber die tapfere Lorena steht auf, hält sich drei Sekunden das Knie, gibt kurz ein etwas weinerliches „Bam!“ von sich und läuft dann fröhlich weiter. Das Drama nimmt erst seinen Lauf als Alina gut 20 min später Lorena ein Pflaster aufklebt, wo Lorena dich so Angst vor Pflastern hat. Das Geschrei ist wirklich groß. Ich nehme ihr das Pflaster wieder ab und alles ist wieder gut.

Zumindest bis ich sie ins Bett bringe. Unbemerkt trage ich etwas Bepanthen auf die Schürfwunde auf, dich Lorena fasst kurz darauf mit ihrem Finger kräftig auf die Wunde und fängt richtig an zu schreien. Sie lässt sich von Cordula nur mit einem Buch beruhigen und wir kleben ihr dann doch auch ein Pflaster auf, damit ihr Knie in der Nacht nicht am Schlafsack festklebt. Das Geweine lässt nur kurz nach als ich sie ins Bett lege und geht noch ca. fünf Minuten weiter nachdem wir ihr Zimmer verlassen haben.

Witzig: ausgerechnet am Vortag hab ich noch gesagt, wie sicher Lorena läuft und dass sie fast nie hinfällt.

Mal sehen, wie sie morgen auf das Pflaster reagiert und ob sie noch Schmerzen hat.

Ausflug in den Ulmer Tiergarten

Am Freitag, 14.06.2019, waren wir zu viert im Ulmer Tiergarten. Der ist zwar nicht groß, bietet aber trotzdem genügend Tiere, vor denen Lorena Angst hat. Sie macht zwar die ganze Zeit „Mäh!“ und freut sich, aber in der Nähe des Zauns fängt sie an zu weinen und schreit fast.

Die ersten beiden Wochen zu viert

Die ersten Nächte waren spannend – sowohl für uns als auch für Lorena. Dementsprechend brauchte sie wohl von Mittwoch, 29.05.2019, auf Donnerstag und auf Freitag unsere Nähe oder wollte miterleben, was da mit diesem „Mauing“ (so sagt sie zu Samuel) so passiert. In der ersten Nacht haben wir sie um kurz vor 5:00 zu uns geholt, in der zweiten um 1:30. Die weiteren Nächte hat sie dann wieder in ihrem Zimmer geschlafen.

Samuel ist insgesamt recht ruhig und schreit kaum. Er braucht allerdings anfangs alle zwei Stunden etwas zu trinken – auch in der Nacht. Doch schon nach einer Woche werden die Schlafphasen länger und wir hatten schon Nächte in denen er einmal vier und einmal fünf Stunden am Stück geschlafen hat. Sein Bauch macht allerdings bin und wieder Probleme. Das liegt wohl daran, dass er nach dem Stillen schlecht aufstößt und wir nicht alles aus ihm „rauskreisen“ können. Einige Zeit später drückt es dann im Bauch und er quält sich regelrecht. Was ihm dann hilft, ist der Schnuller, Beine kreisen und Cordulas Nähe. Wenn es ganz schlimm ist, hilft ein Kümmelzäpfchen, das ihm nach ca. 30min eine volle Windel und eine riesige Erleichterung beschert. Obwohl Samuel sonst recht ruhig ist, ist er zappeliger als Lorena. Beim wickeln bewegt er ständig Arme und Beine. Außerdem wacht er schnell auf, wenn man ihn berührt oder an einen anderen Ort, z.B. in die Wiege, verfrachten will. Lorena war bei solchen Aktionen wie tot. Mit ihr könnte man alles Mögliche machen, ohne dass sie aufwachte.

Lorena ist ganz süß zu ihm und wenn sie in der Früh aufwacht, dann sind ihre ersten Worte meist „Mauing“ und „Heia“, d.h. sie will ihn streicheln. Beim „Gute-Nacht-Sagen“ gibt sie ihm noch ein Bussi auf den Kopf und seine Hände will sie auch immer wieder anfassen. Dabei macht sie ganz komisch-freudige Geräusche (ähnlich wie in der Nähe einer Katze). Lorena ist aber auch ein bisschen schwierig geworden weil sie eine sehr zickige Phase hat und meistens etwas bockig ist. Sie macht nicht mehr so oft das was man ihr sagt. Manchmal sogar genau das Gegenteil. Wir wissen nicht, ob das an Samuels Anwesenheit liegt oder ob es einfach nur ein Entwicklungsstadium ist. Sie fängt auch schneller an zu weinen, wobei man sofort merkt, dass es gespielt ist.
Nach den drei Tagen, die sie direkt nach Samuels Geburt mit mir alleine war, ist sie anfangs deutlich mehr auf mich fixiert und ruft in vielen Situationen „Papa! Papa!“ anstatt „Mama! Mama!“. Nach ca. zehn Tagen ist Cordula aber auch wieder gefragt.

Wir sind total froh und glücklich, dass alles so ist, wir es ist, alle gesund und fit sind und wir eine tolle Zeit zu viert haben.

Samuels erste Tage daheim…

… sind ganz entspannt, weil er einfach ganz entspannt ist. Am Donnerstag (=Vatertag) kommen Mami und Papi sowie Auri und Ari zu Besuch. Außerdem kommt Susanne, die Hebamme, und ist sowohl mit Cordulas als auch mit Samuels Zustand sehr zufrieden. Er hat sogar schon wieder auf 3480g zugenommen. Ansonsten schläft er viel und schaut hin und wieder ruhig in der Gegend rum. Wenn er etwas braucht, meldet er sich mit einem stöhnenden Geräusch. Was er nicht mehr braucht, scheint sein Nabel zu sein. Der ist nämlich heute, am vierten Tag schon abgefallen. In der zweiten Nacht daheim schläft er mucksmäuschenstill über vier Stunden auf meinem Bauch. Insgesamt haben wir aber trotzdem relativ wenig Schlaf, weil er sich nicht im Beistellbett ablegen lässt und ich auch nicht entspannt schlafen kann, wenn er auf mir liegt.

Am Freitag, 31.05.2019, hole ich mit Lorena zusammen Samuels Geburtsurkunden und fahre anschließend in die Schule, um den Elternzeitantrag abzugeben. Lorena ist zwar etwas schüchtern, aber wieder mal total süß. Die dritte Nacht verläuft ähnlich wie die vorherigen: er will oft trinken und Lust sich mit kurz im Beistellbett ablegen. Dafür klappt’s zwischen uns etwas besser.

Am Samstag machen wir nichts besonderes außer Hausarbeit, kleines Fotoshooting und mit Lorena Motorräder schauen. Samuel chillt mal wieder die meiste Zeit vom Tag. Die nächste Nacht wird wieder ein bisschen besser, aber das Beistellbett klappt immer noch nicht so richtig. Er liegt wieder zweimal je über zwei Stunden auf mir. Ein wunderschönes Gefühl, auch wenn ich nicht richtig entspannen kann.

Ab nach Hause

Am Mittwoch, 29.05.2019, muss Samuel noch die U2 über auch ergehen lassen (zum Glück ist alles bestens) bevor Lorena und ich Cordula und ihn um 15:30 im Krankenhaus abholen.

Daheim als 4-köpfige Familie anzukommen, ist ein ganz besonderer Moment. Die erste Nacht daheim verläuft ganz ordentlich. Er schreit praktisch gar nicht, ist aber sehr unruhig und Cordula muss ihn oft stillen.