Tag 13 – 15.08.2016 – Mandalay

Um 0:30 gehen die Lichter im Bus an und eine Pause wird angekündigt. Auf dem großen Rasthof haben wir 30 min Zeit für Klo, Zähne putzen und durchatmen, dass wir noch leben. Dann geht es mit einem anderen Fahrer, der die Start-Stop-Technik bei Tempo >100 zelebriert, weiter. Bis zur Ankunft um kurz nach 6:00 nicken wir immer nur kurz ein. Während wir im Warteraum vom Boss frühstücken (3 süße Teilchen + Apfelsaft) und die warmen Sachen wieder in den Rucksack packen, werden wir von einem Taxifahrer angesprochen. Da wir weit außerhalb der Stadt und auf ein Taxi angewiesen sind, ist unsere Verhandlungsposition eher schlecht und wir müssen uns mit einem Preis von 7000 Kyat zufrieden geben. Auf der Fahrt bietet uns JoJo an, für 35’000 Kyat den ganzen Tag zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten zu fahren. Da wir noch keinen genauen Plan haben, belassen wir es bei der Fahrt zu seiner Hotelempfehlung, dem Yadarnar Teingi. Wir sehen uns ein Zimmer für 25$ an, wollen aber auch noch eins im vom Reiseführer als gut empfohlenen ET-Hotel begutachten. Dort bekämen wir für 20$ ein dunkles Zimmer ohne Fenster. Also bringt uns JoJo wieder zum Yadarnar Teingi, wo wir gleich in der Früh um 8:00 einchecken können. Wir duschen, legen uns hin und schlafen erstmal bis nach 12:00. Heute steht somit ein chilliger Tag auf dem Programm. Gespätstückt wird im „Mann“.

Anschließend lassen wir uns ans Flussufer des Ayeryawaddy zu einem River Cruise-Unternehmen bringen und machen ein Expressboot nach Bagan für Mittwoch, 17.08.16, klar (42$ p.P.). Die Zeit bis zum Sonnenuntergang überbrücken wir mit einem Spaziergang an der „Uferpromenade“ zum Sunset Point und haben einen Einblick in das – schmutzige – Leben der Einheimischen am Fluss.

Wir werden immer wieder angelächelt und uns wird überaus freundlich und herzlich zugewunken. Am Sunset Point angekommen ist es noch zu früh für den Sonnenuntergang und wir laufen über einen Fisch- und Fleischmarkt, auf dem Fisch ungekühlt in der Sonne liegt bzw. entschuppt und ausgenommen wird, zu einem Restaurant direkt am Fluss. Auf dem Weg dorthin werden wir von einem stehenden Laster (=Bus) aus fotografiert. Wir bleiben stehen und Cordula macht den einheimischen Frauen die riesige Freude sich mit ihnen fotografieren zu lassen.

Blonde Haare sind hier echt etwas Besonderes. Am Uferrestaurant genehmigen wir uns einen Mangosaft (frisch püriert!), Bier vom Fass und Cola und genießen, wie die Sonne hinter den Hügeln auf der anderen Seite des Flusses verschwindet.

Danach nehmen wir ein Taxi zum Hotel und s-/b-uchen ein Hotel für Bagan.

Tag 12 – 14.08.2016 – Yangon

Es ist Sonntag und wir stehen früh auf, da wir uns um einen Nachtbus nach Mandalay kümmern müssen. Die erste Anlaufstelle ist eine Pleite, weil uns die Kassiererin im Tante-Emma-Laden nicht versteht und nur „No.“ antworten kann. Ein paar hundert Meter weiter, rund ums Stadion, sind zum Glück einige Agenturen, die um 8:30 schon offen haben und wir buchen auf Empfehlung aus einem Blog einen „VIP-Bus“ von Boss Express. Der kostet zwar mit zusammen 44’000 Kyat fast doppelt so viel wie die billigste Variante, aber das wird sich noch auszahlen. Jetzt erstmal was essen. Wir entscheiden uns für ein Nudelgericht an einem Straßenstand und sitzen dabei auf Stühlen aus’m Småland von Ikea. Sehr cool 😀 Unser Nudelgericht wird frisch aus schon bereitstehenden Zutaten (mit den Händen) zusammengemischt. Die Nudeln sind zwar kalt aber es gibt eine warme, scharfe Brühe dazu, die wir drübergeben – sehr lecker, auch wenn wir nicht ganz genau wissen was wir da essen 😉 Nach diesem Frühstück gehen wir zurück zum Hotel, checken aus und lassen unsere Rucksäcke dort.

Da der Tag noch lang ist und Yangon sowieso nicht allzu viel zu bieten hat, leisten wir uns ein Zugticket und fahren einmal um ganz Yangon.

Die Fahrt liefert spannende und interessante Einblicke in das Leben der Einheimischen. Da werden 2m hohe Plastiksäcke gefüllt mit Plastiktüten transportiert, fliegende Händler springen in den offene Waggon, verkaufen Obst, Wasser, Kautabak,… und springen an der gleichen Haltestelle vom anfahrenden Zug.

Das ist auch kein Problem, denn der Zug fährt maximal so schnell, wie wir zusammen in Cent bezahlt haben: ca. 30 (=400 Kyat). Nach drei Stunden steigen wir aus und gehen auf einen Markt auf der Suche nach einem Longyi (ein Stoffschlauch, der geschickt geknotet wie ein langer Rock von sehr vielen Männern getragen wird). Die Preise sind jedoch hoch und langsam überkommt uns ein Hungergefühl. Wir vertrauen wieder der Empfehlung des Reiseführers und essen in einem Grillrestaurant in Chinatown in der 19. Straße. Wir wählen verschiedene rohe Fleisch- und Gemüsespiese aus der Auslage aus und bekommen sie kurz danach heiß vom Grill serviert. Es schmeckt zwar ganz gut, ist aber – anders als im Reiseführer beschrieben – mit 20’000 Kyat echt teuer. Ein Taxi bringt uns anschließend zur Shwedagon-Pagode. Bereits unten an der Treppe müssen wir die Schuhe ausziehen und laufen über den keineswegs sauberen Boden hoch zum Ticketschalter. Hier werden wir mit 8000 Kyat pro Person zur Kasse gebeten und bekommen dafür Disneyland geboten. Leider gibt es keine Fahrgeschäfte, aber Buddhas, Gold und blinkende LEDs im Überfluss. Wir laufen einmal um eine der wichtigsten Pilgerstätten der Buddhisten, sehen beim Beten zu und genießen die Stimmung bei Einbruch der Dunkelheit.

Zurück im Hotel satteln wir die Rucksäcke auf und nehmen danach ein Taxi (8000 Kyat) für die gut einstündige Fahrt zum Busbahnhof Aung Mingalar. Jetzt zahlt es sich aus, dass wir bei Boss Express gebucht haben, denn dieses Unternehmen ist groß und bekannt und der Taxifahrer findet nach zweimaliger Nachfrage den Weg dorthin, vorbei an Hunderten anderen, kleineren Unternehmen, bei denen oft nur ein alter, verrosteter, klappriger Bus vor einer Garage steht. Zu Fuß wäre es unmöglich, das ganze Gelände abzulaufen. Die nette Belegschaft reißt uns – gut gemeint – die Rucksäcke aus der Hand, um sie im Bus zu verladen. Wir müssen uns aber noch umziehen und warme Sachen mit in den Bus nehmen. Um 20:45 sind wir fertig und überbrücken die Zeit bis zur Abfahrt mit der Hotelsuche für Mandalay. Kurz nach 22:00 fährt er dann los, der Tiefkühltransporter. Es hat gefühlte 10° und eisig kalte Luft bläst weiterhin aus den Lüftungsschlitzen. Wir packen uns dick ein, legen die breiten Liegesitze nach hinten und versuchen zu schlafen.

Doch daraus wird nichts. Wir nicken immer nur kurz ein, da der Fahrer ess wohl eilig hat und wie ein Irrer über die schlechte Straße heizt. Zum Glück ist es dunkel und man sieht draußen nicht, wie die Landschaft an uns vorbeirauscht. Hin und wieder hat man das Gefühl, der Fahrer hat eine rote Ampel übersehen, macht eine Vollbremsung um dann doch Gas zu geben, weil er nicht mehr rechtzeitig stehen bleiben kann. 

Tag 11 – 13.08.2016 – Von Siem Reap nach Yangon

Aufstehen, packen, frühstücken und um 10:00 steigen wir ins TukTuk zum Flughafen. Einchecken, boarden, einsteigen – Routine. Im Flugzeug reden wir über das Hotel in Yangon und stellen fest, dass wir aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen das „falsche“ Hotel gebucht haben: Clover City Center Hotel statt Clover Hotel. Ärgerlich. 🙁 Aber nur bis wir beim Lesen des Reiseführers merken, dass die Lage für uns viel günstiger ist. Wenn jetzt auch noch das Zimmer passt, haben wir alles richtig gemacht. Die drei Stunden am Flughafen Don Muaeng in Bangkok überbrücken wir im Starbucks. Der Weiterflug ist wetterbedingt etwas holprig aber die Einreise nach Myanmar läuft dafür ganz glatt durch.

Erstes Ziel: Geldautomat. Die ersten drei sind „Out of Service“. Der einzig funktionierende spuckt zum Glück etwas aus. Wir ziehen beide 200’000 Kyat (=150€) und sind gespannt, wie weit wir damit kommen und ob wir unsere Dollars tatsächlich noch brauchen. Laut Reiseführer und diversen Blogs soll man mit Dollars angeblich mehr erreichen bzw. einiges nur damit bezahlen können. Die Taxifahrer vor dem Flughafen liefern uns dann auch gleich die ersten Angebote in USD. Wir gehen ein paar Meter weg vom Ausgang und alle fünf Sekunden bleibt neben uns ein Taxi stehen mit jedem Schritt weiter werden die Einstiegsangebote billiger. Nach kurzem Handeln schlagen wir für 6000 Kyat zu und bekommen eine 35-minütige, wilde Fahrt ins Zentrum von Yangon. Erstaunlich: Trotz Rechtsverkehr haben die Autos hier das Lenkrad auch rechts. Um kurz nach 19:00 macht uns der nette Burmese die Tür zum Hotel auf und beim Blick ins und aus dem Zimmer sind wir froh, dass wir in diesem Hotel sind: alles sauber, 7. Stock, Blick auf die Stadt.

Da die Restaurants – außer in Chinatown – relativ früh schließen, brechen wir gleich auf und bekommen in der Dunkelheit einen Vorgeschmack auf den Dreck in dieser Stadt. Die Burmesen haben ständig so etwas ähnliches wie Kautabak im Mund und spucken die rote Soße alle paar Minuten auf den Boden.

Außerdem fallen uns die zahlreichen streunenden Hunde auf, die zum Glück sehr ängstlich und friedlich sind. Echt aufregend, aber auch eklig, wie das Leben hier abläuft. Wir hoffen, dass wir ein brauchbares Restaurant finden. Das „New Delhi Restaurant“ im indischen Viertel ist eine Empfehlung des Reiseführers, die wir selbst nie gewählt hätten. Die Gerichte auf den Nachbartischen sehen ganz interessant aus. Unsere Chickencurries ebenso: Besteck und Metallteller wurden wie die Gläser wohl nur kurz durch kaltes Wasser gezogen und das Hähnchen ist nicht wie erwartet kleingeschnitten sondern ein ganzer Schenkel.

Blendet man die Umstände aus, schmeckt das Essen und die Dips – auch wenn man nicht weiß, was man da isst – ganz lecker und ist mit 4200 Kyat auch noch günstig. Auf dem Heimweg zum Hotel machen wir noch einen Abstecher zur toll beleuchteten Sule-Pagode. Um kurz nach 21:00 sind wir im Hotel, waschen uns den Dreck der Großstadt runter und legen uns hin.