Nach einer kurzen Nacht sitzen wir wie geplant um 3:00 im Auto. Bereits in Lahaina werden wir von zwei mit Familien besetzten Autos überholt, die bestimmt wie wir auch zum Sonnenaufgang auf den Krater des Haleakala fahren wollen, und sind besorgt, dass wir vielleicht zu spät für einen guten Parkplatz ganz oben dran sein könnten.
Diese zwei Autos biegen zwar unterwegs ab, aber vor der Zahlstelle steht eine ziemlich lange Schlange und so sind wir uns schon fast sicher, dass wir keinen Parkplatz am Gipfel bekommen. Fast oben angekommen biegen jedoch vorausfahrende Autos (=Schleicher) vor uns nicht rechts zum Gipfel ab, sondern steuern das Visitor Center an. So haben wir freie Fahrt zum Gipfelparkplatz (nur 40 Plätze!), den wir um kurz vor 5:00 erreichen. Dort gibt es zu diesem Zeitpunkt noch ca. 10 freie Plätze und wir können entspannt parken. Wir hoffen, dass sich die Wolken, durch die wir gefahren sind und die es hier oben noch hat, in der Stunde bis zum Sonnenaufgang um 6:01 verziehen.














Gegen 5:20 beginnt es heller zu werden und um 5:30, als der Himmel schon nicht mehr nachtschwarz, sondern dunkelblau bis lila ist, laufen wir bei unter 10° Celsius die letzten Meter hoch zum Gipfel und schauen uns frierend das Schauspiel an.
Echt toll, wie sich minütlich die Farben des Himmels verändern und die Sterne langsam in der sie umgebenden Helligkeit verschwinden. Bis der erste Sonnenstrahl die Wolkendecke durchbricht, ist es kurz nach 6:00.
Der echte Amerikaner macht sich spätestens jetzt auf den Heimweg. Wir bleiben noch kurz, werfen einen Blick in die andere Richtung, wo der Haleakala seinen Schatten auf den westlichen Teil der Insel wirft, fotografieren eine Silversword-Pflanze (die nur hier wächst) und fahren dann ab zum Visitor Center.
Von dort schauen wir in den Krater und fahren dann ab. Natürlich gibt es bergab noch mehr Schleicher als bergauf. Und Radfahrer! Einige Tpuristen geben nicht gerade wenig Dollars aus, um sich mit dem Shuttle nach oben fahren zu lassen und sich dann an die 38 Meilen lange Abfahrt mit dem Fahrrad wagen. Viele machen nicht gerade einen sicheren Eindruck auf dem Rad. Wir kommen aber sicher und übermüdet in Kahului an und gönnen uns ein Frühstück im IHOP (International House Of Pancakes). Danach sind wir gestärkt und entschließen uns kurzerhand die Fahrt auf dem Hana Highway (knapp 80 km, 59 Brücken – die meisten davon einspurig und über 600 Kurven) auf uns zu nehmen.
Den ersten ernst zu nehmenden Stop legen wir bei den Twin Falls ein, die laut Reiseführer sehr idyllisch sein sollen. Kurz vor den Wasserfällen stauen sich die Menschenmassen und dass man durch über knietiefes Wasser waten muss, um die Twin Falls zu erreichen, steht leider nicht im Reiseführer. Wenigstens führt der breite Trampelpfad durch schönes tropisches Gehölz und Gepflanz. Wir haben Glück, dass es erst kurz kurz vor dem Erreichen des Autos zu regnen beginnt.
Kurvig und langsam (aufgrund der Vorausfahrenden) geht es weiter bis zu unserem nächsten Halt in Keanae, einer der letzten Hawaiianer-Siedlungen. Naja, davon erkennen wir nichts, aber wie die weiße Brandung hier auf die schwarzen Vulkansteine hereinbricht, ist wirklich toll. Dazu das dunkelblaue bis türkisfarbene Meer und die grünen Büsche und Palmen. Ein echt romantisches Plätzchen. Weiter geht die Fahrt zum Waianapana State Park.
Den schwarzen Schotterstrand lassen wir aus und laufen nur einen kleinen Rundwanderweg vorbei an zwei Grotten mit kristallklarem Wasser, das sich einmal im Jahr aufgrund von Millionen Shrimps rot färben soll. Leider nicht zu dieser Jahreszeit. Auch hier haben wir Glück und erreichen das Auto vor dem nächsten Regenschauer. Dem älteren Ehepaar zwei Autos weiter erging es mit ihrem offenen Jeep Wrangler nicht so gut. Kurz darauf erreichen wir Hana. Wir fahren nur schnell an den Strand der Hana Bay und setzen die Fahrt fort zu den Seven Sacred Pools, die wir gut acht Meilen hinter Hana erreichen. Da diese im Gebiet des Haleakala National Parks liegen, zeigen wir ein letztes Mal unseren Annual Pass vor, parken und laufen zu den beiden unteren Pools, die von Wasserfällen aus dem weichen Lavagestein gespült wurden.
Wir überlegen eine ganze Weile, ob wir ins Wasser gehen sollen und kurz nachdem wir uns dagegen entschieden haben und ich die Kamera für ein Foto aufgebaut habe, schwimmt Cordula schon grinsend durch’s kühle Wasser. Ich folge ihr. Die Erfrischung tut gut, nachdem wir im Auto nach jedem Halt erstmal geschwitzt haben, bis die Klimaanlage wieder für angenehme Temperaturen gesorgt hatte. Nach ein paar Minuten planschen gehen wir zurück zum Auto und fahren die jetzt sehr holprige Straße weiter. Wie am Mauna Kea verlieren wir auch hier unseren Versicherungsschutz für den Mietwagen. Da diese Straße jedoch größtenteils – wenn auch schlecht – geteert ist, haben wir keine Sorgen und fahren mit traumhaft schönen Ausblicken der Küste entlang dem Sonnenuntergang entgegen.
Noch bei Helligkeit erreichen wir wieder eine gut geteerte Straße und nach einem Abendessen mit je zwei Tacos bei Jack-in-the-Box sind wir gegen 21:30 im Hotel. Was für ein toller Tag mit eigentlich viel zu vielen Eindrücken.
