Wir starten langsam in den Tag und bekommen nur ein minimales Frühstück, da pünktlich um 9:00 alles abgeräumt wird. Naja, kein großer Verlust. Also Koffer packen und los Richtung Süden. Den ersten Stop legen wir bei Greenwell Farms, einer Konakaffee-Farm, ein.

Wir werden zu einer Kaffeeverkostung eingeladen und haben unberechtigterweise die Sorge, dass wir so zu einem Kauf von Konakaffee genötigt werden, zumal hier auch mehr Personal als Gäste rumläuft. Doch dann kommt alles anders. Eine Angestellte fordert uns auf ihr zu folgen, um einer anderen Angestellten ein Geburtstagsständchen zu singen. Das machen wir doch gerne und weil wir so gut gesungen haben, bekommen wir einen Ananas-Kokos-Möhren-Kuchen – sehr geil. Dazu testen wir weiterhin Kaffee.

Hier will niemand was verkaufen, hier will jeder nur, das man sich wohl fühlt. Kurz darauf werden wir gefragt, ob wir an einer kleinen Tour teilnehmen wollen.

Klar, machen wir doch gerne. Fast eine halbe Stunde bekommen wir von der netten Führerin alles von der Geschichte des Unternehmens über den Wuchs und den Beschnitt der Kaffeebüsche bis zu den verschiedenen Arten der Röstung erzählt.

Anschließend werden wir wieder aufgefordert Kaffee zu trinken: „It’s all free and the next time don’t forget to bring your own cup.“ Wenn wir das gewusst hätten… Dieser Stop hat sich wirklich gelohnt. Für uns zumindest.

Der weitere Verlauf der Straße Richtung Süden ist recht kurvig und liefert immer wieder schöne Ausblicke auf die Küste unter uns. Die Landschaft wechselt ständig zwischen Regenwald und Lavawüste bis wir vom Highway abbiegen auf die Southpoint Road.

Die Rinder, die sattgrünen Wiesen, der Wind und einige Windräder lassen den Eindruck entstehen, man sei in Norddeutschland. Nach 12 Meilen erreichen wir den Parkplatz, von dem aus wir noch ein paar Meter laufen bis zum südlichsten Punkt der USA – dem Southpoint.

Hier tummeln sich viele Einheimische, von denen einige von einer Klippe ins fast ruhige Meer springen, während ein paar Meter weiter ca. vier Meter hohe Wellen hereinbrechen.


Wir schauen uns das muntere Treiben ein paar Minuten an und fahren dann weiter. Nächster Halt: Punalu’u Black Sand Beach.



Sieht echt faszinierend aus und zu unserem Glück kommt dannauch noch eine Schildkröte an Land gekrochen, um sich zu sonnen.

Auf der Weiterfahrt nach Hilo bleiben wir nur kurz beim Visitor Center des Hawai’i Volcanoes National Park stehen (zehn Minuten bevor es um 17:00 geschlossen hätte) und holen uns Infos und Karten, um damit den nächsten Tag zu planen. Kurz vor 18:00 erreichen wir Holmes Sweet Home Bed&Breakfast und werden von Charlotte sehr herzlich willkommen geheißen. Wir schmeißen die Koffer in unser nettes und liebevoll dekoriertes Zimmer und fahren gleich wieder los zum Abendessen in Ken’s House of Pancakes. Andersals der Name vermuten lässt gibt es in diesem 24/7 geöffneten Family-Restaurant auch „richtiges“ Essen. Sowohl das „Broiled Chicken“ als auch die „Teriyaki Chicken and Beef Combo“ schmecken sehr gut und machen satt. Nach dem Essen werden wir nch von einem Feuerwerk in der Hilo Bay überrascht. Wie wir danach erfahren ist es das nachgeholte Feuerwerk anlässlich des 4. Juli (Indepence Day). Da gab es, wie uns Charlotte zwei Tage später erzählt, einen Computerfehler und deshalb kein Feuerwerk. Gegen 21:00 liegen wir im Bett und kommen uns vor im Tropenhaus eines Zoos, da die Vögel draußen ein Konzert veranstalten.
